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eigennützigen Anerbieten erwachte Meuniers Stolz; er wollte durchaus nicht dulden, daß ein Adeliger, ein Großgrundbeſitzer, ein Ariſtokrat— wie René war— ſich zum Vertheidiger der Ehre ſeiner Familie aufwerfe. Er gab ſein eigenes Gut als Hypothek hin für die Summe, die Rens flüſſig machte.
Louiſe glaubte ſich verpflichtet, zu dieſer Be⸗ gleichung auch ihre Zuſtimmung nicht zu verweigern. Sie widerſetzte ſich nicht mehr ihrem Glücke; ſie ergriff dasſelbe diesmal ohne Zögerung; nur ihre Liebe zu René war maßgebend.
Als indeß nun die Frage entſtand, wenn denn ihre Verbindung mit René ſeattfinden ſolle, wollte ſie jede Entſcheidung darüber bis zur Geneſung Klär⸗ ſchens vertagt wiſſen. Mit dieſer hatte ſie einen Ge⸗ wiſſensfall zu berathen, und obgleich ſie des erwünſchten Erfolges in dieſer Frage ſicher war, wollte ſie doch nicht die Form verletzen.
Madame von Bourgueville hatte, in der Hoffnung ihren Sohn für ihre Pläne zu gewinnen, ihm die Schritte vertraut, die ſie gethan, um Lucia aufs Land zu ziehen, und das Heiratsprojekt, welches ſie da⸗ mit verbunden. Aber René war wieder keineswegs der Mann der ſich je dazu verſtanden hätte, mit einer Dame nur des Spaßes halber, oder um ihr einen Gefallen zu thun, ſich in Liebeleien einzulaſſen. Ja, er hatte im Ge⸗ gentheil nichts Eiligeres zu thun, als Madame Sau⸗ cour von ſeinem Verhältniß zu Louiſen in Kenntniß zu ſetzen.
Für Lucia war dieſe vertrauliche Mittheilung mehr ärgerlich als überraſchend. Aber ſie ſuchte dieſen Eindruck durchaus zu verbergen, und wußte ſogar die ihrer wirklichen Stimmung gerade entgegengeſetzte zur Schau zu tragen: Sie überhäufte René mit den be⸗ geiſtertſten Glückwünſchen; jetzt war Louiſe mit einem Male ein Wunderkind, ein Meiſterwerk der Erziehung; nur Vermögen fehlte ihr. Aber mit ihren allſeitigen gründlichen Kenntniſſen würde ſie einmal ihrem Manne das Engagiren von Profeſſoren zum Unterricht der Kin⸗ der ganz erſparen.
Dieſer poſſirliche Schluß der begeiſterten Lobrede der jungen Witwe mußte René die damit beabſichtigte Wirkung verrathen. Er glaubte daher, dadurch ſich fein derſelben entziehen zu können, daß er unter Beileidsbe⸗ zeigungen ſich entſchuldigte, daß er ſich ihrer Herrſchaft zu entziehen vermochte.
„Meine Stunde war gekommen,“ ſagte er,„denn wenn mein Herz noch nicht vergeben geweſen wäre, ſo hätte es ſeine Freiheit ohne Zweifel bei Ihnen geopfert.“
Lucia nahm dieſe Huldigung nicht an; konnte ſie doch die Niederlage ihrer Prätenſionen nicht mildern.
Daß René es bedauerte, ſie nicht lieben zu können, weil
er nicht mehr frei ſei, konnte ſie für den angehofften Sieg nicht entſchädigen. Sie erwiederte, ein von dem geliebten Gegenſtande ganz erfülltes und begeiſtertes Herz ſei nicht im Stande, zu ſagen, was es würde ge⸗ than haben, wenn es noch frei geweſen. Wäre dies aber dennoch der Fall, ſo deute es gewiß an, daß das beſte⸗
hende Verhältniß ſich noch löſen könne und— dieſe Schwäche könne ſie bei René nicht vorausſetzen.
Der Graf hielt's für's beſte, dieſe Unterhaltung nicht weiter zu führen und ſchwieg.
So ſchien denn Madame Saucour nichts an⸗ deres übrig zu bleiben, als den Rückzug anzutreten, vulgo einzupacken. Aber eine ſo unfruchtbare Reiſe war für ſie eine Schlappe, die ſie nicht ertragen konnte. Sie mußte ſich dafür rächen. Aber wie war das anzufangen? Sollte ſie ſich mit Madame von Bourgueville entzweien, oder mit ihr enge verbinden, um eine Heirat zu hintertreiben, die Beiden gleich ſehr mißfiel? Sie ließ es darauf ankommen und machte der Gräfin einen Beſuch.
Das Thema, welches bei dieſer Gelegenheit des Weiten und Breiten beſprochen wurde, war natürlich zunächſt Ren és Verblendung. Dann wurde Louiſe in die Mache genommen— und was Wunder! wenn Beide an ihr weiß Gott was Alles auszuſetzen fanden. Daß dabei die Wahrheit am ſchlechteſten wegkam, war im vorhinein zu erwarten, eben ſo, daß man vor einer Verleumdung der ſchwärzeſten Art nicht zurückſchrak. Und die Gräfin that's hierin der Madame Saucour zuvor!
„René will dieſes Mädchen heiraten,“ ſagte ſie; „kennte er nur ihre Antecedentien, ihr früheres Leben, ihre frühere Aufführung! Wir kennen ihren Onkel, das iſt ein gemeiner Bürger mit Krämergrundſätzen, und wenn dieſer ſie in ſeinen Schutz nimmt, ſo iſt das gar keine Garantie.“
Dieſe Worte klärten die junge Witwe plötzlich auf; an ſo etwas hätte ſie nie gedacht. Sie hatte eine teuf⸗ liſche Freude, daß ſie auf eine neue Fährte gekommen war.
„Ja, es iſt wahr,“ ſagte ſie zu ſich ſelbſt,„die Gouvernanten ſind mehr oder weniger immer kom⸗ promittirt. Bei ihrem Nomadenleben haben ſie bald hier bald dort eine Liebſchaft oder ein Abenteuer. Es wäre ein Wunder, wenn Louiſe da eine Ausnahme machen ſollte! Sie iſt ſo traurig, ſo in ſich gekehrt; iſt das Kummer, ſind das Gewiſſensbiſſe? Oder iſt es die Langeweile zu ſtrenger Sittſamkeit?“
Madame Saucour zog ſodann genaue Erkun⸗ digungen ein über die Perſonen, in deren Nähe, und über die Stellen, in denen ſie bis dahin gelebt. Sie ſammelte die deßfallſigen Auskünfte auf's Gewiſſen⸗ hafteſte. Als beſte und ergiebigſte Quelle ergab ſich bald ihr eigenes Kammermädchen, welches mit der Wäſcherin bekannt war, die wöchentlich in Meuniers Hauſe die
Leinwäſche zur Reinigung abholte. Es wäre zwar nichts
Großes geweſen, aus Veronika, tootz ihrer Schweig⸗ ſamkeit und ihrer Raffinerie, etwas herauszubringen, aber das junge Mädchen hatte bei ihrem lebhaften In⸗ tereſſe für die ausgezeichnete und liebenswürdige Louiſe ſtets während zwei bis drei Jahren ſich die Reiſen ge⸗ merkt, welche der Gegenſtand ihrer Verehrung machte.
Nachdem Madame Saucour auf dieſe Weiſe einmal eine Baſis für weitere Nachforſchungen gewon⸗ nen, ſchrieb ſie an ihren Bruder Moriz Dornet. Dieſer Junggeſell, an den ſich der Notar der Gräfin
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