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Louiſe Meunier. 195
inzwiſchen nahe daran, mit Louiſe wieder zuſammen zu treffen, und ſo ſagte René zum Schluſſe:
„Man muß ſich vor Gemeinplätzen hüten, ſie beirren ein geſundes Urtheil. Glauben Sie denn, daß alle Pariſer Frauen dem Bilde entſprechen, welches ſich die Provinzbewohner von einer Pariſerin entwerfen?“
„Welches Bild entwerfen denn die ſich von uns? Da bin ich doch ſehr neugierig.“
„Fragen Sie mich um die öffentliche Meinung, ſo werde ich ſie Ihnen ſagen... theilweiſe; aber.
Das Erſcheinen Lou iſe ns unterbrach dieſe Unter⸗ haltung. Aber die letzten Worte René'8 beleidigten Luciaz ſie glaubte darin eine Impertinenz zu erblicken und war überhaupt überzeugt, daß er auf Louiſens Seite ſtand. Die boshaften Bemerkungen der jungen Witwe hatten in Wirklichkeit ſeinen Geiſt ein wenig an⸗ gegriffen; das Bild, das ſie von Louiſe entwarf, er⸗ ſchien ihm vollſtändig als eine Karikatur. Anfangs hatten ihn die ſcharf zugeſpitzten Gloſſen Lucias amüſirt; das Pikante ihres Wortſprudels gefiel ihm, und vielleicht wußte er ihr ſogar Dank für die Eifer⸗ ſucht, die ſie, ohne es zu wollen, in ihm weckte. So geht’s oft; während die Gutmüthigkeit nur zu oft ver⸗ gebliche Anſtrengungen macht, ihr Ziel zu erreichen, ge⸗ lingt's der Bosheit und Verſchlagenheit durch ein Zu⸗ ſammentreffen von Umſtänden, die ſich nicht voraus⸗ ſehen ließen.
Nach beendeter Promenade führte René die bei⸗ den Damen zu ſeiner Mutter zurück. Der Reſt des Tages war für die arme Louiſe eine wahre Folter. Lucia und die Gräfin richteten, wenn auch verſteckt, mit der rückſichtsloſeſten Perfidie ihre Angriffe gegen die Eigenliebe ihrer Gegnerin, ſo zwar, daß ſie ihr ſogar jede Gelegenheit zu einer Vertheidigung hinterliſtig be⸗ nahmen. Um dieſe Waffe gegen das Herz des Feindes zu kehren, hätte es mehr Kaltblütigkeit bedurft, als die arme mehr als je verliebte Louiſe beſaß. Wenn ſie ja ſich zu einer Erwiederung verſtand, war dieſelbe ſo gravitätiſch und kalt, daß ſie gegen den beißenden Hohn Lucias nicht aufkam. Sie hätte gern anders gehan⸗ delt; aber alle derartigen Verſuche erſtickten in den kaum verhaltenen Thränen.
René legte dem Mortgefechte weit weniger Be⸗ deutung bei als die Damen, und ſo nahm er hie und da bald hier bald dort Partei. Uebrigens blieb ihm Manches doch räthſelhaft; von den Unartigkeiten, wo⸗ mit ſich Frauen traktiren, hatte er kaum je die Hälfte gehört.
Im Momente der Abreiſe war Louiſe noch mehr betrübt; René führte ſie und Lucia zurück; aber man kam zu Meuniers Hauſe, ehe man zum„Schlößchen“ kam, und ſo mußte ſie die Beiden allein laſſen. Sie hatte zum wenigſten gehofft, René werde ſie um ein Rendez⸗ vous bitten; aber nein! Und doch hatte er ſich bei Lucia entſchuldigt, daß er am folgenden Tage leider nicht eine ſolche Promenade mit ihr machen könne, weil er frühzeitig in dringenden Geſchäften auf einem ſeiner Güter erſcheinen müſſe. Ueberhaupt ſuchte Rens ſeit der Ankunft der Madame Saucour kein Rendez⸗vous
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mehr. War das Vergeßlichkeit oder wohlberechnete wohlmeinende Klugheit? War es Schonung oder Kälte?
Die Nacht und den ganzen folgenden Tag befand ſich Louiſe noch immer in derſelben Beſtürzung und Aufregung. Als ſie aber aus dem Hauſe des Doktors zurückkam, wo ſie ſich nach Klärchen erkundigte, ſah ſie, wie René(es war nach acht Uhr Abends) raſchen Schrittes über das Feld ging. Aus der Richtung, die er eingeſchlagen, und vielleicht aus ſeiner Haſt, zog ſie den
Schluß, daß das„Schlößchen“ ſein Ziel ſei. Das ver⸗ ſetzte Louiſe in Wuth; ſie wollte ihm nachlaufen, ihn anhalten... ſie machte auch in der That mehrere Schritte... aber bald ſah ſie doch das Lächerliche und Beſchämende ihrer Anſtrengungen ein. Einige Augen⸗ blicke ſah ſie ihm nach; dann bedeckte ſie plötzlich ihr Geſicht mit den Händen, und ſich von dem für ſie ſo ſchmerzlichen Anblick losreißend, eilte ſie in aller Haſt nach dem Hauſe ihres Onkels zurück.
Es war gerade Zeit zum Soupiren— Louiſe nahm Platz, anſcheinend ruhig und ſchweigſam, wie ge⸗ wöhnlich; aber ihr Herz, dem Brechen nahe, ſchlug bis zu ihren Schläfen hinauf. Sie nahm nur ein wenig Obſt; unaufhörlich blickte ſie nach der Uhr, und während ſie dem Wege des Zeigers auf dem Zifferblatte folgte, zeigte ihr eine Erſcheinung, was Rens jetzt that. Sie ſagte ſich:„Jetzt geht er da über den Fußſteg, an der grünen Hecke vorbei; jetzt tritt er in die Allee; da kommt er!“ Dann ſprang ſie plötzlich auf. Was wollte ſie thun? Sie wußte es nicht; ſie war ganz außer ſich. Da ſchlug es halb neun; ihr Zittern verrieth Meunier die Auf⸗ regung Louiſens. Er verließ den Liſch und zog ſich raſch aber leiſe in ſein Zimmer zurück. Um acht und drei Viertel Uhr fuhr ein Poſtwagen des Weges. Nun war es Meuniers Hauptvergnügen, ſogar Bedürfniß wars bei ihm, ſich an's offene oder geſchloſſene Fenſter, je nach der Jahreszeit, zu ſetzen, um den Poſtwagen paſſiren zu ſehen. Aber immer mußte es in der erſten Etage ſein und nicht im Erdgeſchoß und ſeine Mütze mußte er über die Ohren gezogen haben. Ohne dieſes hätte er nie ſo gemüthlich in den Wagen hineingeſchaut, um zu ſehen, ob und wie er beſetzt ſei, und nie würden ihn die rothen Strahlen der Wagenlaternen entzückt haben.
Louiſe ſchloß ſich inzwiſchen in ihr Zimmer ein; ſie hoffte, die Einſamkeit mit ihrer Freiheit werde ihr gedrücktes Herz erleichtern; aber, kaum hatte ſie ſich etwas wohler gefühlt, ſo fiel ihr ein, daß ſie nicht frei, ſondern eine Gefangene ſei. Wenn ſie an den Weg dachte, den Rens eingeſchlagen, ergriff ſie Schwindel: ſie mußte bleiben, ohnmächtig, unbeweglich; dort ſaßen ſie vielleicht, unterhielten ſich, lachten zuſammen...
Da fühlte Louiſe zum erſten Mal die unwider⸗ ſtehliche Gewalt jener begeiſterten Hingebung, die eine kalte Ueberlegung nicht zuläßt. Aber ohne letztere pflegte ſie nie zu handeln; bis dahin waren die gewagteſten, keckſten Thaten ihres Lebens, ſelbſt die Rendez⸗vous mit René, das Reſultat einer vorangegangenen gewiſſen⸗ haften Ueberlegung. Diesmal war das ganz anders; ſie war über ihre Befürchtungen, Beängſtigungen und
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