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Der Renommiſt in und außer dem Hauſe. 151
auf eigentliche Entdeckungen bedacht. Gamas Muth war außerordentlich; aber er hielt ſich nur zu ſtreng an den Befehl, Niemand in den neuentdeckten Meeren zu dulden. Seine brutale Ermordung ſämmtlicher Pil⸗ gerpaſſagiere eines Schiffes aus Mekka verſetzte den ganzen Orient in Wuth, machte den Namen der Chriſten in ganz Aſien verhaßt.
Iſt es wahr, daß Magellan den Stillen Ocean auf einem Globus des Deutſchen Behaim ſchon ver⸗ zeichnet gefunden hatte? Nein; dieſer Globus, der noch exiſtirt, zeigt dieſen Ocean nicht. Sah er bei ſeinem Herrn, dem König von Portugal, eine Karte mit dem Ocean? Man hat es behauptet, aber nicht bewieſen. Viel wahrſcheinlicher iſt es, daß Abenteurer, welche ſchon ſeit einigen Jahrzehnten auf dem amerikaniſchen Kon⸗ tinent ſich umhertrieben, mit ihren eigenen Augen den Stillen Ocean geſehen hatten. Dies Gerücht ſtimmte vortrefflich zu der wiſſenſchaftlichen Hypotheſe, die als Gegengewicht gegen die Hemiſphäre, die wir bewohnen, ein ungeheures Meer annahm.
Es gibt nichts Fürchterlicheres als Magellans Leben. Ueberall Kampf, ferne Reiſen, Flucht, Verfolgung, Schiffbruch, Meuchelmord, endlich Tod unter den Hän⸗ den der Barbaren. Er ſchlägt ſich in Afrika, ſchlägt ſich in Indien. Er heiratet unter den tapfern, wilden Ma⸗ laien. Er ſelbſt ſcheint von demſelben Charakter geweſen zu ſein.
Während ſeines langen Aufenthaltes in Aſien ſammelt er möglichſt viele Nachrichten, bereitet er ſeine große Expedition, ſeinen Verſuch, von Amerika aus zu den Molukken zu gelangen, vor. Aus der Quelle waren ſie billiger als über Indien her. So war das ganze Unternehmen im Grunde eine kaufmänniſche Spekulation.
Der Hofgeiſt, die Intrigue herrſchten damals in Portugal durchweg. Der mißhandelte Magellan wandte ſich nach Spanien, und Karl V. gab ihm fünf Fahr⸗ zeuge. Magellan hatte auf ſeiner Reiſe zwei Gefahren an Bord: den kaſtilianiſchen Argwohn und die portu⸗ gieſiſche Rachſucht, die bis zum Meuchelmord ging. Bald revoltirte ſeine Mannſchaft; er entfaltete einen fürchterlichen, unbezähmbaren, barbariſchen Egoismus. Er ließ die Meuterer erdolchen, aufknüpfen.— Und zu dem Allen Schiffbruch und verloren gehende Fahr⸗ zeuge. Niemand wollte weiter folgen, als man den fürchterlichen Anblick der amerikaniſchen Südſpitze, des ſchrecklichen Feuerlandes, des grauſigen Kap Forward, hatte. Dieſes vom Kontinent losgeriſſene Land ſcheint mit ſeinen Granitklippen, welche die phantaſtiſchſten Geſtalten annehmen, eine Schöpfung von Dämonen.
Alle hatten jetzt genug. Er ſagte:„Vorwärts!“ Er ſuchte, er ſpähte, er drängte ſich zwiſchen hundert Inſeln durch und trat endlich in ein grenzenloſes, an dieſem Tage ruhiges Meer, das von da an der Stille Ocean genannt wird.
Er kam auf den Philippinen um. Vier Fahrzeuge
gingen unter; das einzige, welches davonkam, war das
Schiff Viktoria, auf dem zuletzt auch nur noch dreizehn Menſchen waren, unter ihnen der große Steuermann, der unerſchrockene eiſerne Baske Sebaſtian, der(1521)
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allein zurückkam und ſo der Erſte war, der die Erde umſchifft hatte.
Keine Menſchenthat iſt größer. Die Geſtalt der Erdkugel war von jetzt an demonſtrirt. Dies Wunder einer gleichmäßig, ohne abzufließen, auf einer Kugel verbreiteten Waſſermaſſe war konſtatirt. Das Stille Meer war endlich entdeckt, die große, geheimnißvolle Werkſtatt, wo die Natur, fern von jeder Beobachtung, im Stillen neue Welten ſchafft.
Unendlich folgenreiche Offenbarung, die nicht blos materielle, ſondern vor Allem unendliche moraliſche Folgen hatte: welche die Kühnheit des Menſchen ver⸗ hundertfachte und ihn auf eine andere Reiſe trieb, die Reiſe in den unendlichen Ocean der Wiſſenſchaften, auf die große Fahrt um die Welt der Unendlichkeit.
Der Renommiſt in und außer dem Hauſe.
Mu den älteſten Einrichtungen in der Schöpfung
, zählt das Großſprechen, Renommiren, ganz ent⸗
ſchieden. Mich will bedünken, daß es mit dem Menſchengeſchlecht ſelber geſchaffen worden ſei.
So ſagt Mahler in ſeinem intereſſanten Buche „Picta et Scripta“.
Hätte Frau Eva, fährt er dann fort, nur einige Mit⸗ ſchweſtern und Kenntniß von dem ſchwarzen Moccaſafte gehabt, das wären Kaffeekränzchen geworden! Mit welchem Stolz hätte die Urmutter des Menſchenge⸗ ſchlechts die Freundinnen in ihrem Garten, Paradies geheißen, herumgeführt! Man hätte die Feigen ange⸗ ſtaunt, ohne zu wiſſen, welch' nützlichem Zwecke die Blätter einſt dienen würden. Noch war ja jener Deſert⸗ apfel nicht verzehrt, der Adam zuerſt auf die Idee brachte, ſich im Galanthomme oder Alberti darüber zu informiren, ob ſein dermaliger Anzug, ſo wie der ſeiner Frau Gemalin, auch nicht gegen die gute Sitte verſtoße.
Leſen wir in der älteſten geſchichtlichen Urkunde, in der Bibel, auf wie viel Großſprechereien kommen wir. Moſes renommirte, Simſon renommirte, Saul war nicht frei davon u. ſ. w. Die Renommage iſt ein Theil der Erbſünde und wird wohl dem Menſchenge⸗ ſchlechte bleiben, ſo lange die Welt ſteht.
Manchem Menſchen iſt ſie angeboren, anderen anerzogen; einer dritten Sorte aber wurde es nicht ſo leicht, ſie mußte mit Anſtrengung und Ausdauer arbeiten, um es im Renommiren zu etwas Gediegenem zu bringen.
Die Arten des Renommirens ſind unendlich ver⸗ ſchieden und hängen meiſt vom Objekt, das dazu ver⸗ leitet, ab. Unſchuldige Renommiſten wählen ſich auch unſchuldige Themata. Der Thorſchreiber in Stolles liebenswürdigem, komiſchem Romane„Deutſche Pick⸗ wickier“ iſt eine köſtliche Renommiſtenfigur. Der renom⸗ mirt nur mit ſeinem leeren Geldbeutel, erwartet ſtets bedeutende Sendungen aus dem Süden, hat auf Jag⸗ den mehr Abenteuer erlebt und Beſſeres geleiſtet, als der weiland berühmt gewordene Freiherr von Münch⸗ hauſen, zählt für ſeine Tochter oder Nichte ſo viel Freier
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