G2
Erfurt
b
Erinnerungen.
Tllusfkrirte Tlätker kür Bonsk und Mumor.
82. Band.
(Ein und vierzigſter Jahrgang) Heft V.
Louiſe Mennier. Von P. D.
(Tortſetzung.)
Tde neue Stelle war Anfangs leichter als ich
gehofft. Fräulein Delphine Savenay
zählte kaum ſiebzehn Jahre; wie an Jahren ſo war ich ihr auch an Talent überlegen; ich muſicirte ſchon und malte Aquarell⸗ und Miniaturbilder recht ſauber. Darauf war Delphine bald eiferſüchtig; ſie nahm außer bei mir bei den vorzüglichſten Profeſſoren noch Unterricht; aber wie ſie, ſo profitirte auch ich davon. In kurzer Zeit lernte
Sprache ſehr vertraut war, dauerte es doch nicht lange ſo ſah ſie ſich von mir nahezu übertroffen. Das gefiel ihr gar wenig.
„Großthuerei und Vornehmthuerei kennzeichneten Delphine wie ihre ganze Familie. Die Eltern waren ſehr reiche Emporkömmlinge, die ſich gerne den Schein eines alten Adels gegeben hätten. Aber das wollte nicht ſo recht gehen; im Gegentheil hatte dieſes unausgeſetzte Streben ſo komiſche Scenen im Gefolge, daß ich oft genug Tage lang und länger aus dem Lachen nicht herauskam.
„Aber das war kein Lachen, welches vom Herzen kam. Von Herzen lachen hatte ich längſt Anuusden
rluſ„ Kreihei εnzl.* Verluſt der Freiheit und der gänderung des Doktors
ich ſogar engliſch ſprechen, obgleich ich früher kein Wayt. Gegenſtandes, der mir wahrhleſteken Sie blieben da⸗
verſtand; während Delphine ſchon längſt mit 4
Erinnerungen. LXXXII. 1861.
—
9„ ich vollſtändig miſanthroni
17*
—ʒ—⅓:——


