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men beſoñders väterlich thätigen Kaiſer, wenn auch nicht als den Gründer, doch als den erſten und einflußreichſten Förderer Karlsbads erſchei⸗ nen läßt, und aus der andererſeits wohl auch auf die Bedeutung dieſes Orts zu ſeiner Zeit zurückzuſchließen geſtattet iſt.
Jedenfalls iſt dieſe Bedeutung ungleich älter als die erſten ſchriftlichen Aufzeichnungen, die wir darüber kennen. Es ſind dieß zwei lateiniſche Poeſien; die eine aus dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts von Bohuslaw Lob⸗ kowitz, die andere von dem Joachimsthaler Dichter Elias Corvinus aus dem Jahre 1508. Die erſtere finden wir am Mühlbrunnen in eine Marmorplatte gegraben.
Die erſte ärztliche Schrift über Karlsbad datirt indeß erſt vom Jahre 1521. Karlsbad zählte damals nur 80 Häuſer.
Das Jahrhundert der Reformation war für Karlsbad kein ſehr günſtiges; zwei ſchwere Kalamitäten hatten die Stadt in raſcher Auf⸗ einanderfolge hart heimgeſucht, eine Ueber⸗ ſchwemmung(1583) und eine verheerende Feuersbrunſt(1604), durch die ſie faſt ganz in Aſche gelegt ward. Mit dem Erlöſchen der
Der ſchlafende Wald. Taunus⸗Sage.
Hoch im Gebirge ſteigt ſo hell Aus morſcher Buche Rumpf ein Quell; Ein ſchattenkühles Plätzchen dort, Ein heimlich ſtiller Ruheort: Das iſt des Feldsbergs Töchterlein, Die Urſel, die ſo munter Durch Heideröschen und Geſtein Springt in das Thal hinunter.
Da oben hab' ich oft gelauſcht, Wie ſie dem Blümlein zugerauſcht, Was all's geſchehn vor alter Zeit, In wilder Waldeseinſamkeit. Jüngſt that ſie mit geſchwätz'gem Mund', Hinſchäumend über Kieſel, Ein Märchen ſondergleichen kund Mit murmelndem Gerieſel.
Sie hat erzählt mir von dem Wald, Wie der im Winter rauh und kalt, Manch' trüben Tag, manch' lange Nacht Gehüllt in ſtarre Eiſespracht!
Ach, ſo verlaſſen und allein
Sind dann die hohen Berge,
Kein grünes Hälmchen ſchmückt den Hain, Es ſchallt kein Lied der Lerche.
Die Höhen all' vom Schnee bedeckt, Kein Lüftchen, das die Zweige neckt, Und ſchlafumfangen wiegt der Baum Des Wipfels Macht in ſtillem Traum. Wer da, von böſem Sinn bethört, Des Waldes Schlaf verwegen Durch frevelhaftes Thun geſtört,
Iſt jähem Tod erlegen.
Brände der Religionskriege macht ſich für Karlsbad ein entſchiedener Fortſchritt bemerk⸗ bar. Kaiſer Leopold I.(1674), Kurfürſt Georg III. von Sachſen(1682), König Auguſt I. von Polen und mit ihm der Kurfürſt von Bran⸗ denburg und der Herzog von Hannover, von zahlreichem und glänzendem Gefolge begleitet, finden ſich ein(1691), geben luſtige Feſte, die in der Chronik des Karlsbader Badelebens noch heute die fröhlichſte Seite füllen.
Schon zu Ende des ſiebzehnten Jahrhun⸗ derts hatte ſich das Bedürſniß einer Erweite⸗ rung der Stadt ſehr dringend fühlbar gemacht. Man ſah ſich veranlaßt, über die Marken der ehemaligen Stadtthore hinauszurücken, und Karlsbad erhielt einen Platz, der ſofort ſein beliebteſter geworden und bis zur Stunde ge— blieben iſt: die Alte Wieſe(1690). Die eigent⸗ liche Periode der erſten Verſchönerungen und des kordialen Badelebens fällt in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts, unter die Wirkſamkeit Dr. Bechers, und theilweiſe auch noch in die erſten Zeiten des gegenwärtigen. Für das Nützliche und Nothwendige ſorgte die raſtloſe Thätigkeit dieſes Mannes; dankbare Gäſte zumeiſt und begeiſterte Karlsbadfreunde
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Fenuilleton.
Dereinſt ein Bürſchlein, jung und fein, Ein Hirſchlein konnt' nicht flinker ſein, Ward von dem Böſen jäh umgarnt, Obwohl die Mutter ihn gewarnt.
Er rief: Ich will den Forſt gar bald Vom Schlafe auferwecken!—
Keck zog er hin, den ſtillen Wald Mit blanker Axt zu ſchrecken.
So ſtieg zum Altking er empor, Wo noch des Himmels Wolkenchor Das ſtolze Haupt, dreifach beringt, Ein Felſendiadem umſchlingt. Und mit dem Schlitten angelangt, Beginnt er ohne Zagen Am ſtärkſten Stamm, der oben prangt, Sein frevelhaftes Wagen.
O, ſolch ein Thun, es iſt nicht gut— Laß ab, Du keckes, junges Blut! Die Axt, die dröhnt ſo Schlag für Schlag, Bis daß der Stamm darnieder brach. Dann ward der Schlitten hochgethürmt, Und fort mit einem Male Der Knabe, laut frohlockend, ſtürmt Den jähen Pfad zu Thale.
Es pfeift der eiſ'ge Nord ſo hell, Wie wirbeln doch die Flocken ſchnell, Als wollte ſchier das Himmelszelt Im Schnee ſich ſenken auf die Welt! Die Wölfin flieht aus ihrem Horſt, Dem felſigen Verſtecke,
Laut heult ſie durch den öden Forſt Dem weiten Gau zum Schrecke.
Vergebens ſucht der Knabe Raſt, Es drückt ſo ſchwer des Holzes Laſt, Er kann den Schlitten hemmen nicht, Faſt zehnfach drückt ihn das Gewicht;
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unternahmen es für das Angenehme zu ſorgen. Der Sommer 1791 läßt die beiden glänzend⸗ ſten Sterne am Himmel deutſcher Dichtkunſt in Karlsbad einander begegnen, Schiller und⸗
Goethe.
Die glänzendſte Zeit in den Annalen des Karlsbader Badelebens bleibt die von 1800 bis 1820. Silber ſoll in dieſen Jahren in Karlsbad gar keine Geltung gehabt haben, wo man eiſerne Stubenſchlüſſel mit Rollen von Dukaten aufwog. Auch ſeinen begeiſtertſten Sänger, Theodor Körner, ſieht Karlsbad wäh⸗ rend dieſer kurzen Periode in ſeinen Mauern.
Als ein bezeichnender Wendepunkt müſſen die Karlsbader Beſchlüſſe nicht nur für Deutſch⸗ land, ſondern auch noch ganz insbeſondere für Harlsbad angeſehen werden. Von ihnen herauf datirt die neueſte Periode dieſes, nunmehr ent⸗ ſchieden in die Reihe der Weltorte eingetretenen Bades. Der Strom der Beſuche wächſt, nicht nur alle Länder, alle Welttheile ſenden ihre Gäſte. Das Erſcheinen gekrönter Häupter und hervorragender Perſönlichkeiten hört auf ein Ereigniß zu ſein, denn es kehrt jedes Jahr wieder.
So gleitet pfeilſchnell durch den Schnee Die glatte Bahn er nieder—
Weh!— überſchlägt von ſchroffer Höh' Und bricht die ſchlanken Glieder!
In eines Abgrunds ſtillem Schlund, Da liegt er ſterbend auf dem Grund, Und wie ſein letzter Odem flieht,
Des Sturmes Grimm von dannen zieht. Dann ward ſo ſtill es in dem Wald, Kein Reislein thät' ſich regen—
So hat er einſam, bleich und kalt
Im blut'gen Schnee gelegen.
Das iſt's, was ich vom Bach gelauſcht, Der murmelnd in das Thal gerauſcht, Als Raſt ich hielt zur Sommerszeit In kühler Waldeseinſamkeit.
Ein Rauſchen bebte durch den Hain, Es klang ſo fromm, erhaben,
Tief grub ich in das Herz mir ein Das Lied vom wilden Knaben.
Lew-Drez. Bretagner⸗Sage frei nach Emil Souveſtre. Von Kleroth.
Die Kinder ſchliefen ruhig in ihren verſchloſ⸗ ſenen Betten, der gelbe Hund ſchnarchte auf dem Herde. Die Kühe bewegten ſich hinter ihren dünnen Lehmwänden, das erſterbende Feuer zit⸗ terte am Stuhle des alten Großvaters entlang. Es war die Zeit, wo man ſich bekreuzen und leiſe ein Gebet für die armen Seelen wieder⸗ holen muß, die man einſt geliebt hat. Da ertönt Mitternacht auf der Kirche von Saint Michel am
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