An unſere ſeſer.
Dieſem letzten Hefte des 38. Jahrganges der„Erinnerungen“ liegt die erſte Nummer des 39. Jahrganges oder 77. Bandes unſerer Zeitſchrift bei, die ☛ fortan zweimal des Monats erſcheinen wir
Erinnerungen.
Illuſtrirte Blätter für Ernſt und Humor.
Es ſind der Zeitſchriften gar wenige, welche gleich unſern„Erinnerungen“ durch beinahe vier Decennien ſich die Gunſt des Leſepublikums zu erhalten wußten. Dieſe ununterbrochene Theilnahme, deren ſich unſere Blätter erfreuten, beweiſt wohl genugſam, daß Redaktion und Verlag ſtets bemüht waren, durch Inhalt und Ausſtattung der„Erinnerungen“ allen Anforderungen Genüge zu leiſten, welche man an die billigſte illuſtrirte Zeitſchrift zu ſtellen berechtigt war. Indem wir unſern verehrten Leſern für ihre bisherige freundliche Theilnahme danken, fühlen wir uns zugleich verpflichtet, mit einigen Worten uns über die Ver⸗ ünderungen auszuſprechen, welche wir im Intereſſe unſerer Blätter vorzunehmen uns veranlaßt ſehen.
Die„Erinnerungen“ erſchienen bisher in Monatheften; fortan werden wir ſie, den vielfachen Aufforderungen unſerer Leſer nachkommend, nach je 15 Tagen oder 24mal im Jahre ausgeben, da wir ſo einerſeits dem erhöhten Leſebedürfniſſe Rechnung tragen und andererſeits mehr als bisher den laufenden Ereigniſſen des geſelligen und literariſchen Lebens folgen können.
Der Inhalt der„Erinnerungen“ ſoll nicht weſentlich anders, wohl aber reichhaltiger und geſichteter werden und ſich in folgender Weiſe gliedern:
Illuſtrirte Novellen und Erzählungen in ſorgfältiger Auswahl bilden den erſten Theil der Blätter.
Auf den novelliſtiſchen Theil laſſen wir Aufſätze belehrenden Inhalts folgen, welche in gemeinverſtändlicher Weiſe intereſſante Partieen aus der Naturwiſſenſchaft, der Länder⸗ und Völkerkunde, der Literatur, Kunſt, Induſtrie u. ſ. w. behandeln. Zur Veranſchaulichung der beſprochenen Gegenſtände werden in den Text gedruckte Holzſchnitte dienen.
Auch der Humor ſoll, wie ſchon der Titel unſerer Blätter anzeigt, in den„Erinnerungen“ ſeine Stelle finden und durch Humoresken, lannige Gedichte, ſatyriſche Bilder u. ſ. w. auch die Lacher auf unſere Seite bringen.
Den Schluß des Heſtes bildet ein Feuilleton, das in reicher Abwechslung unter verſchiedenen Rubriken alles zuſammen⸗ faſſen ſoll, was je vierzehn Tage an intereſſanten nicht politiſchen Vorkommniſſen bieten werden.
Jeden Monat erfolgt eine muſikaliſche Extrabeilage und zu jeder Saiſon ein Modenbild.
Die ausgeſprochene Theilnahme des Publikums für Räthſel und Rebus beſtimmt uns, auch dieſe Rubrik nicht fallen zu laſſen, ſondern ſie mit ſorgfältiger Auswahl auch in Zukunft fortzuſeten und für die Löſung ſchwierigerer Probleme Preiſe auszuſchreiben.
In der Korreſpondenz der Redaktion werden Anfragen beantwortet und, wo es gewünſcht wird, zur Prüfung einge⸗ ſendete Manuſkripte beurtheilt.
Auch die artiſtiſche Ausſtattung unſerer Zeitſchrift wird reichhaltiger ſein als früher, da wir nicht nur eine große An⸗ zahl in den Text gedruckter Holzſchnitte bringen, ſondern auch jeder Nummer eine Xylographie in Tondruck nach guten Bildern in⸗ und ausländiſcher Maler beilegen werden. Dieſe 24 Beilagen, welche ein Jahrgang enthält, werden bei ihrem künſtleriſchen Werthe ein Album bilden, das keine Vergleichung zu ſcheuen hat.
In Betracht des reichen Inhaltes und der nicht minder reichen artiſtiſchen Ausſtattung unſerer Zeitſchrift iſt der unten angegebene Pränumerations⸗Preis gewiß ein unverhältnißmäßig billiger zu nennen, und er iſt es um ſo mehr, da unſere Abonnenten die Begünſtigung haben, das mit den„Erinnerungen“ in Verbindung ſtehende„Jahrbuch deutſcher Belletriſtik“ auf 1859, Preis fl. 1. 60 Nkr., um zwei Drittel des Normalpreiſes, alſo für fl. 1. 6 Nkr., zu erhalten.
Wenn wir auch nach dieſen aufgeſtellten allgemeinen Grundzügen dem Satze zu huldigen ſcheinen:„Wer vieles bringt, wird Manchem etwas bringen“, ſo wird man doch als rothen Faden durch das Ganze die Abſicht nicht verkennen, durch die mannig⸗ faltigſten Mittel dem Guten, Wahren, Schönen immer mehr Boden erobern zu helfen. Die„Erinnerungen“ wollen Vielen Vieles werden und eben ſo in einſamer Stunde ernſt anregen, wie der Geſelligkeit heitere Stoffe bieten. Sie wollen Familienblätter ſein, gern geſehen in Stadt und Land, und über den Augenblick hinaus noch Werth behalten. Mit Vertrauen treten wir wieder dem Publikum entgegen und hoffen, es uns gewogen zu finden. Die Redaktion: W. Ernſt.
Abonnements-Bedingungen der„Erinnerungen“: Erſcheinen: Monatlich 2mal, je am 1. und 15., vierteljayrig ömal, halbjährig 12mal, ganzjährig 24mal. 12 Hefte bilden einen Band. Inhalt: Jedes Heft 4, ſomit jährlich 96 Median⸗Bogen Text mit zahlreichen Holzſchnitten und für jede Saiſon ein Modenbild. Gratis⸗Beilagen. Büldet⸗dlnbum der„Erinnerungen“. Jährlich 24 nach den beſten Meiſtern ausgeführte Xylographieen mit Muſtkaliſches Album der„Erinnerungen“. Jährlich 12 Beilagen mit Kompoſitionen bekannter Tonkünſtler (Lieder, Tänze, Märſche dc.). Preiſe in öſterr. Währung:
Durch den Buchhandel. Mit freier Poſtzuſendung(vom Verlage). N
Für 1 Vierteljahr oder 6 Nummern..... 1 fl.— Nkr. 1 fl. 30 Nkr. Für 1 Halbjahr(Band) oder 12 Nummern... 2„—„ 2„ 60„ Für den Aalaand(2 Bände) oder 24 Nummern 4„—„ 5„ 20 c„ Einzelne Nummern...........„ 20„.—„ 25„
Die Abonnenten der„Erinnerungen“ genießen außerdem den Vortheil, das Jahrbuch deutſcher Belletriſtik auf 1859, 361 Seiten mit 1 Stahlſtich(Ladenpreis fl. 1. 60 Nkr.), für nur fl. 1. 6 Nkr. zu erhalten.—
Prag, Dezember 1858. Carl Bellmann's Verlag.
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