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marſchall Grafen Radetzky und ſeinen Sie⸗ gen ſchrieb er in wenig Tagen die bekannte Gedichtſammlung:„der Soldatenſpiegel,“ ein Werkchen, das einzelne Fakten des Kampfes in Form der modernen Ballade mit anerkennens⸗ werther Einfachheit erzählt. Der Dichter wid⸗ mete ſein Manuſkript den Verwundeten der öſterreichiſchen Armee und„der Soldatenſpie⸗ gel“ lieferte bei freier Drucklegung durch den Trieſter Lloyd einen Ertrag von 11.000 fl. C. M. Graf Radetzky dankte dem Dichter in einer veröffentlichten Zuſchrift.
Dem„Soldatenſpiegel“ folgte eine Samm⸗ lung erotiſcher Gedichte:„Irrgarten der Liebe“ (1850), welche bis jetzt ſechs Auflagen erreich⸗ ten. Faſt gleichzeitig erſchien die gemiſchte Ge⸗ dichte⸗Sammlung:„Reiſer und Reiſig“.
Portiſches Album.
Im Spielberg.
Es war ein Fürſt im deutſchen Reich, Den Beſten aller Zeiten gleich.. Der trat zum Herrn und Knechte ein, Ein Vater jedem Kind zu ſein;
Der pflügte ſelbſt mit eigner Hand, Daß man den Bauer ehr' im Land.
Nach Brünn einſt ſeinen Weg er nahm Und in die Veſte Spielberg kam.
Er ſtieg von ſeines Thrones Höhn, Der Menſchheit Abgrund anzuſehn, Ob dort die ſtrenge Kerkerwelt
Nach ſeinem milden Sinn beſtellt.
Sie führten ihn von Ort zu Ort,
Er ſprach manch weiſes, goldnes Wort,
Bis man ihm ſchonend angeſagt:
Im Kellergrund, wo's niemals tagt
Und ewig Nacht entgegen klafft,
Dort ſei die ſchwerſte Kerkerhaft. Wie dies der edle Fürſt gehört, Den Ort er gleich zu ſehn begehrt, Und ſchritt bei hellem Fackelſchein Durch das Gehöft zum Kerker ein. Als ſich die Eiſenthür erſchloß
Ihm Moderluft entgegenſchoß.
Tief drunten an der Mauerwand
Der Schreine lange Reihe ſtand.
Der Schrein im Raum drei Schuhe maß, Darin gebückt das Opfer ſaß;
O Schreckniß! die der Kerker barg— Ein Raum, zu kurz für einen Sarg!
Weh dem, der über jenen Pfad Das ſchauerliche Brett betrat.
Er ſah den lieben Sonnenſtrahl Indem er kam, zum letzten Mal, Und hat in jene Doppelnacht
Der Kirche Troſt ſchon mitgebracht.
Zuſammgekauert dort er lag
Und wußte nicht, was Nacht was Tag,
Und da noch hat der Ketten Laſt
Lebendig ihn zerrieben faſt. Erinnerungen. 1858.
Wir heben aus der erſteren folgendes eben ſo zarte als ſinnige Gedicht:
Das Meer hat eine Muſchel ausgeſpült, Verkümmert ſtarb ſie hin an ſeinem Strande;
Ihr Leben, froh in blauer See gefühlt, Verloren mußt' es geh'n auf grünem Lande.—
Ich hob die Muſchel träumeriſch empor, An dem Gehäuſe drängt es mich zu lauſchen; Von ihrer Schale brandet mir an’s Ohr Ein leiſes, heimwehgleiches Meeresrauſchen.—
Und denk' ich, daß ich einmal von Dir ſchied', Und, o Geliebte, von Dir laſſen müßte:
Ich tönte wohl in ewigem Sehnſuchtslied, Wie jene Muſchel dort der Meeresküſte. Die Unthat eines Verruchten— am 18. Februar 1853— regte das Gemüth un⸗
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mung Oeſterreichs in echt populären Verſen Worte lieh. Dieſe„Stimmen des Volks“ (1853) wurden in die meiſten Sprachen des polyglotten Oeſterreichs übertragen.
1853 erſchien die erſte Auflage der„Lieder ohne Weltſchmerz“, 1856„Eulenſpiegels Ta⸗ gebuch“. In letzterem Werkchen, zum Theil auch in dem erſteren, macht ſich ein herber, ſatyriſcher Anſatz geltend. Gleichzeitig mit „Eulenſpiegels Tagebuch“ erſchien die Novel⸗ lenſammlung„Sieſta“, und 1858 die dritte Auflage der„Balladen und Romanzen“, welche die Buchſchau des gegenwärtigen Heftes in Kurzem beſpricht.
Den muſikaliſchen Beſtrebungen hat Hirſch ſo ſeit langen Jahren, wenigſtens
ſers Autors dermaßen auf, daß er der Stim⸗
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Feuilleton.
Was man ihm durch die Lücke bot, War täglich Waſſer nur und Brot.
So lag er namenlos gequält,
Bis er in kurzer Friſt entſeelt.
Man hat den Todten erſt verſpürt, Fand man die Atzung unberührt; Dann griff der Freimann in den Schrein Und grub ihn auf dem Anger ein.
Wie dies der große Kaiſer ſah, Stand tiefen Ernſtes lang er da Und was er fühlt, hat er nicht hehl, Er gab dem Schließer den Befehl: „Sperr mich in ſolch'nen Käfig ein, Ünd laß mich eine Stund' allein!“
Erſchreckt der alte Schließer ſtand, Ihm zitterte die welke Hand,
Bis wiederholt des Kaiſers Mund Ihm gab den feſten Willen kund. Da hat, zu Thränen er gerührt, Was ihm geboten, ſtumm vollführt.
O Joſef! Joſef! heilig Blut,
Voll wunderbarem Kaiſermuth! So ſtrahlend aus dem Wolkenflor Trat nie die goldne Sonn' hervor, Wie heute deine Majeſtät
Aus jenem Kerker, nachtumweht!
Und alſo ſprach der Kaiſer klar: „Ich fühl', was mir die Stunde war. Das iſt kein irdiſches Gericht,
Der Kerker war, ſei fürder nicht.
Ich ſchritt der letzte Menſch hinein, Laßt ewig ihn verſchloſſen ſein!“
Aus„Balladen und Romanzen“ von R. Hirſch.
Der letzte Wald.
Erforſcht ſind nun die unnahbarſten Zonen, Die Erde liegt vor uns— ein off'’nes Buch! Das aber iſt des Sieges arger Fluch:
Stets öder wird es wo die Menſchen wohnen.
in Bezug auf die Oeffentlichkeit entſagt.
Gehoben wird der heimlichſte der Schätze Und zinsbar Alles, was die Scholle trägt— Zur Münze ward des Schachtes Hort geprägt, Im fernſten Winkel gelten Zoll und Sätze.
Um alles Leben ſchlingt die ſtarken Ringe Die Rieſenabgottſchlange: Induſtrie— Entkleidet die Natur der Poeſie,
Um auszudehnen ſo den Werth der Dinge.
Dem Zauber, der aus ſanft gewiegten Zweigen, Aus Laubesdunkel zu der Seele ſpricht, Lauſcht nicht das Volk, entfremdet dem Gedicht— Die Eile bringt den Herzensſang zum Schweigen.
Kein Feſt begeht man mehr im tiefen Schatten Der ungeſtörten Waldeseinſamkeit, Weit hinter uns ſind ſchon die Völker, weit, Die Ehrfurcht vor den„heil'gen Wäldern“ hatten.
Der dunkle Forſt, ein mahnendes Vermächtniß, Steht an der Reiche fernſter Grenze bald, Dann geht Ihr pilgern in den letzten Wald, Still zu begeh'n verſunk'ner Zeit Gedächtniß.
Weh Euch, die einſt, vorgreifend dem Bedürfniß, Gelichtet edle Forſten meilenlang, Verſcheuchend Wild und Quell und Vogelſang, Aus Habſucht, Laune— oft um ein Zerwürfniß!
Das Herz war öd' in dieſen öden Steppen, Schmucklos der Geiſt, wie bäumeloſes Land, Nun müßt Ihr durch den quellenarmen Sand Tagwerkend Eure Laſt im Sande ſchleppen.
Die Scholle rächt ſich, die Ihr frech geplündert: Sie lohnt Euch ſchlecht des Pfluges blut'gen Schweiß, Mit karger Ernte wird dem ſpäten Greis Der Schmerz vergällter Jugend nicht gemindert.
Euch kam das Weh. Ihr fragt: Warum? von wannen? Doch Axt und Säge wüthen weiter fort— Im Munde ſtirbt mir der Erwied'rung Wort, Doch fragt die Eichen, die gefällten Tannen!
Aus„Still und Bewegt“ von Ludwig Foglar.
auſche Geſpräche „ Mediſance.
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