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(1858) 10 10
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ten dieß jedoch nicht aus Mitleid mit dem Un⸗

glücklichen, ſondern nur um ihn verhöhnen zu

können. Der Ritter öffnete eine Fallthür zu zeigen. matt, ſaß auf einer halbfaulen Strohpritſche.

und nahm ein Licht, um ihnen den ſeuffenden Mann Tode. Ein Greis, abgemergelt und todes⸗

Felszacken ſtürzten zuſammen,

Das tolle Rittervolk begann mit dem viele Jahre lang Gefangenen ſeinen Hohn zu treiben. Das wendete dem Ungl lislihen das Herz in ſeinem Innerſten um. Er ſtieß einen ſchreckli⸗

chen Fluch über das Schloß, d Ritte r und E die Geſellſchaft aus. i Erde ſe enm zu be⸗

ben, Donnerſchläge e röhnten, der Regen er⸗

goß ſich in Shinſen. Bäche quollen überall aus er Er de berder. ein furchtbarer Sturm raſte. Schloß und Ritterſchaft und vi iele

L

Wirſengri ünde derſanken und waren für im me von den Wellen des düſterntodten Sees ver⸗ ſchlungen d Urdenſee im hintern Schal⸗ gthale bei Eroſa

figg Es war einmal ein

reicher b abſü. btiger Senn auf einer ſchönen Alp, je ſee

da wo jetzt der Ürdenſe liegt. All' ſein Sin⸗ d nen und Trachten ging darauf hinaus, wie er ſeine Beſitzungen vermehren könnte. Da kam einmal der Böſe zu ihm und verſprach ihn zum

reichſten Manne des ganzen Thales zun hen wenn er thue, was er ſage. Der Hirte ve ſprach um dieſen Preis ihm zu Willen zu ſein ¹Arun ſchenkte ihm der Böſe eine rothe Kuh; dieſe

ſolle er melken, ſo oft Leute bei ihm zuſprechen, die auf dem Kirchwege begriffe n ſeien.

Zu jener Zeit war nämlich im ganzen Schalfiggthal noch keine Kirche; die Leute mußten weit über die Berge auf mühſamen Pfaden nach Obervaz hingehen. Der Kirchweg ging an der Hütte des Sennen vorüber. Starb im Winter Jemand, ſo wurde die Leiche in den Schnee verſcharrt und erſt im Frühlinge nach dem entlegenen Pfarrdorfe getragen.

Eines Tages nun nahm ein ſteinaltes Müt⸗ terlein des Thales Stock und Ränzel und wollte über das Rothhorn nach Obervaz. Sie dachte,

es ſei wohl an der Zeit, daß ſie mit dem lieben Herrgott die Rechnung des Lebens in Richtig⸗ keit bringe, ehe ſie von dem eine Heimſuchung er⸗ fahre, der ſich nicht gerne erbitten oder mit Wor⸗ ten abſpeiſen laſſe. D'rum machte es ſich auf den Weg, noch ehe es einſchäeitr und der lange und harte Winter beg ann. Müde und abgemattet vor Hunger und Durſt erreichte es die Hütte des reichen Sennen. Das Weib machte ihm einen Zuſpruch, um ihn um einen Schluck fri⸗ ſcher Milch zu bitten. Der Senne war anfangs

barſch, und wollte dem Mütterlein die Thüre weiſen. Da es aber flehentlich in ihn drang,

nahm er lächelnd einen Napf und trippelte da⸗ mit zur Hüttenthüre hinaus. Er ging und molk die rothe Kuh,

Milch zurück und gab ſie der Alten.

dann kehrte er mit der Arglos

ſſchlugen di

wie es war, trank das Mütterlein in gierigen

Zügen, dankte dem

und ergreift wieder den Wanderſtab.

Sennen aufs freundlichſte Hohn⸗ mit? lächelnd ſchaute der Sem ihr nach. Kaum war K oſters die Zi egen.

ſie einen Büchſenſchuß von der Hütte entfernt,

ſank ſie von den heftigſten Schmerzen überwäl⸗

tigt zu Boden, und bald küdſte ſie mit dem

T Sie wußte nunmehr, daß der Seun

die Schuld davon trage Noch einmal erhob

ſie ſich vom Waden raffte alle ihre Kraft 5

einen ſchaurigen Fluch über Senn und Alpe aus. Sofort überzog ſich der Himmel mit dunkeln Wolken, der Donner krachte, der Regen ergoß ſich in Strömen, die erde barſt und ſpie Feuer und Schwefel aus, Weide, Hütte ſanken in die Tiefe und über ihnen e Waſſer des wilden Urdenſees zu⸗ ſammen. Jed des ſühenfe Jahr r ſteigt t der nit ſeiner rothen Kuh einmal in Mi aus der Tiefe auf. Mi ſerſpiegel melkt er ſofort die 6 geſchehen, ſo geräth der in Auf⸗ es bildet ſich um den Sennen ein Stru⸗ der ihn ſammt der Kuh wieder für Jahre hinunterſchlingt. Darauf trete desmal ein heftiger Seeſturm ein und jenſeits er Berge beginne das Davoſer Landwaſſer mächtig anz zuſchwellen. Das d. die Sage vom Urdenſee, die ſchon manchem S enner ſe mi Gedanken gemacht hat. 2 Lpo iſt düſter und unheimlich, wie dien ſeen ſelbſt. Einen wilden Alpenſee 4 mehr wo er liegt wollte

zuſ ammen und ſtieß

ide,

und Senm 1

n auf dem Kuh

5.95

Sage weiß nicht en Linf aemas⸗

S ſen; ſie hoben zu dieſem Behufe die Alphütten thür aus, benützten ſie als Floß auf dem See.

Sie ließen eine Schnur ins Waſſer hinunter, da rief es ihnen plötzlich mit fürchterlicher Stimme aus der Tiefe zu:Ergründ'ſt Du mich, verſchling' ich Dich. Die Sennen floher auf ihrer Hüttenthür erſchrocken wieder an's Land.

, 4.*

Bergwerksſage. In den Davoſer Bleigruben am Silberberg, erzählen alte Berg⸗ leute, wie ſie von kleinen Männchen geneckt worden ſeien, welche die Größe und Bewegl lich⸗ keit zehnjähriger Buben, aber ungeheuer lange graue Bärte und Haare gehabt hätten. Sie hätten in den Gruben oft unſichtbar mitten in den Felſen drinnen gearbeitet. Habe es einen Klang gegeben, als arbeiteten ſie in Stein, ſo ſei dies ein Zeichen guter Laune geweſen, die Bergleute hätten dann an der Stelle, wo die Männlein gearbeitet, eine reiche Ausbeute ge⸗ wonnen; hätte es aber getönt, als ob die Männ⸗ lein in Holz arbeiteten, ſägten, bohrten und dergleichen, ſo hätte man ſich vor ihnen in Acht nehmen müſſen, irgend ein toller Streich wäre dann immer geſchehen. Uebrigens hätten die Männlein die Bergarbeiter oft durch ſcharfes Pfeifen vor Gefahren gewarnt und ſich mehr wohlwollend als boshaft erwieſen.

Venediger. Ein Geishirt, Fluri Namen, hütete im Lostobel oberhalb des

Eines kamen

Tages

8

ihn in der Bergwil dniß nicht länger 5

Hauſe hinaus.

Venediger zu ihm. Sie gaben ihn eine zin⸗ nerne Kanne und befahlen ihm, ſie in die Erde inzu ugrabenſo daß ſie ſich von ſelbſt mit dem bell en O Quell waſſer fülle, gaben ihm auch einen weißen hölzernen Schlägel, die Erde darauf zu klopfen, damit Niemand die Kanne entdecke. Hierauf ſollte er den Schlägel an die nächſte Tanne aufhängen und ihn nie aus den Augen verlieren. Alsdann werde ſich die Kanne mit Goldſand füllen, der ſich immer wieder erneuere und den er ihnen nach Venedig ſenden müſſe; ſie würden ihn dafür reichlich belohnen. Der Hirt that alles, wie ihm befohlen war. Kam er in Serneus aus der Kirche, ſo ſah er nach dem weißen Schlägel hoch droben beim Brünn⸗ lein, wo ihn von Serneus aus ſonſt kein

menſchliches Auge ſehen konnte. Der Hirt

; wurde ein reicher Mann und baute ſich ein Haus in

Serneus, welches noch dermalen das Gemür(Gemäuer) genannt wird. Als einſt an demſelben einige Mauerſtücke ausbrachen, kam ein dreieckiges Goldſtück zum Vorſchein, es war ſchwer, glänzend und mit wunderlichen Zeichen verziert. Man grub nach und fand ihrer mehrere; ſie waren des längſt verſtorbe⸗ nen Fluri's Lohn geweſen.

Baretto⸗Balnra. Ein italiſcher Flücht⸗ ling, Nauntus Baretto, kam mit zwei Töch⸗ tern, Vereina und Selvr ettg, i in die jetzige Hd,m Alp hinter dem Kloſter und wohnte dort in einer Balma(Felſenhöhle). Nach einiger Zeit ſtarb er. Die Töchter konnten es ohne r aushalten. Sie ſtiegen auf eine Bergſpitze, jest Vereinahorn genannt und vermachten den ſieben von dort nur ſichtbaren Dörfern des Kloſters, Serneus, Saas, Conters, Küblis, Luzein, und Jenaz ihre Alpe, wo die Balma lag. Dann ſagten ſie dem Thale Lebewohl und verſchwanden auf immer auf den Gletſchern des Seloretta, der von ihnen ſeindn Namen erhielt, wie die Ver⸗ eina⸗Alp. e Balma ſoll ſchwer zu finden und immer rein, wie eusgeblae ſein.Es läßt nichts darin, ſagt das Volk.

Der ewige Jude. Ein unrühenes Weſen, halb Menſch, halb Geſpenſt, kam eines Tages, als es ſchrecklich re gnete und ſtürmte, nach Savien und wurde von Leuten des Thales gaſtfreundlich in ein Haus geladen. Die Frau des Hauſes ſtellte einen Sitz vor das Herdfeuer, damit er ſeine Kleider an demſelben trockne. Da ſie eben käſete, bot ſie ihm Molken an; ſie war aber ſiedendheiß. Der Ruheloſe warf ſie aus einer Gebſe in die andere, fieberhaft raſch und zit⸗ ternd, aber ſo kräftig, daß der Molkenſtrahl hoch auf bis an's Dach des Hauſes flog, von wo er wieder in die Gebſe zurückfiel, ohne daß dabei ein Tropfen verſchüttet wurde. Darauf trank er ſie und ſtürzte hernach wieder zum Den Leuten grauſte es, ſie ſchauten ihm nach und ſahen, wie er ſo ſchnell, als würde er von den heulenden Stürmen ge⸗

tragen, durch's Thal hineinjagte und drinnen