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„Dieſe Klänge ſcheinen mir doch etwas zu irdiſcher Natur, als daß ich Ihrer Verſiche⸗ rung von olympiſchen Chören unbedingt glau⸗ ben ſollte;“ bemerkte die Baronin.
„Sie mögen wohl einen himmliſchen Ur⸗ ſprung nicht ganz rechtfertigen;“ entgegnete Marbach,„aber auf Erden füllen ſie ihren Platz doch recht gut aus, und ich hoffe, ſie werden uns noch heute einige vergnügte Stun⸗ den bereiten.“
Er winkte und die Muſiker verließen ihr Verſteck. Während ſie herankamen, gab er noch einige Erklärungen über Wie? und Wo?
Die Sonne war bereits untergegangen und auf der entgegengeſetzten Seite ſtrahlte die helle Mondſcheibe im Kreiſe zahlloſer Sterne.
„Die Nacht iſt ſo ſchön, der Himmel wölbt ſich über uns mit tauſend hell glänzenden Am⸗ peln, der Boden iſt mit einem Teppich ge⸗ ſchmückt, wie ihn keine Modehandlung auf⸗ weiſen kann. Iſt dieß nicht ein Saal, wo die Engel des Himmels ſelbſt ihre Feſte feiern können? Wir Alle ſind froh geſtimmt, warum ſollten wir nicht den Augenblick feſthalten? Laßt eine luſtige Weiſe erklingen, ihr Herren!“ rief Marbach und Alle ſtimmten ihm bei.
Ein luſtiger Walzer ertönte und ehe man ſichs verſah, drehte ſich Alles im Kreiſe. Der Freudebringer hielt die Baronin umfaßt, jeder ſuchte ſich eine Gefährtin, wie er ſie eben fand und ſo gings fröhlich fort. Die kurzen Pauſen wurden mit Scherz ausgefüllt, jedes Gemüth war freudig erregt, die Herzen pochten raſcher und leichter. Die improviſirten Vergnügungen haben den Vortheil der Ueberraſchung für ſich und daher kömmt es, daß ſie uns mehr er⸗ freuen als Unterhaltungen, auf die wir uns lange vorbereitet.
Wenn ſich Alles im luſtigen Wirbel drehte oder vergnügt den Fröhlichen zuſah, ſo war es der Feſtbringer allein, der ſich dießmal nicht angeregt fühlte; aber Niemand bemerkte es, jeder iſt in ſolchen Momenten zu ſehr mit ſich beſchäftigt. Wenn wir ſagen„Niemand,“ ſo thun wir hier einem Weſen unrecht, das ſeine Blicke forſchend nach Herrn Marbach umher⸗ ſandte. Es war dieß Mathilde. Sie be⸗ merkte ihn, der in einiger Entfernung von den Tanzenden an einem Baumſtamme gelehnt die Fröhlichen überblickte. Sie näherte ſich ihm, ſie faßte ſeine Hand.
„Warum ſind Sie ſo einſam?“ fragte ſie mit theilnehmender Stimme;„freut Sie die Freude nicht, die Sie Allen gebracht haben?“
Er bezwang ſeine düſtere Stimmung und antwortete: 3
„O, ich bin der Fröhlichſte von Allen. Die Luſt jedes Einzelnen habe ich in meinem Herzen aufgenommen; aber die Doſis ſcheint mir doch etwas zu groß.“
Er führte Mathilden zum Tanze. Sie war ſo leicht in ſeinen Armen; faſt ſchwand der Unmuth aus ſeiner Seele, während er ſie umfangen hielt.
Die Muſik machte wieder eine Pauſe und
Erinnerungen. 1858.
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er ging neben Mathilden auf dem Wieſen⸗ In der Einbildung wohlv; aber ich vergaß wie⸗ plan. Sie hatten ſich von der Geſellſchaft der. Man liebt blos mit der Phantaſie und etwas entfernt, doch ſprachen ſie nichts. Ma⸗ die Träume wechſeln. Das Herz iſt nichts, was thilde ſah ihn lange halb forſchend, halb wir darunter verſtehen iſt eine Lüge, welche die zagend an, ihr ganzes Weſen war in einer Dichter auf ihrem Gewiſſen haben; das Herz fieberhaften Spannung. Leiſe, kaum vernehm⸗ iſt ein kontraktiler Muskel, dazu beſtimmt, das bar rezitirte ſie aus Heine's Liedern die Blut in Bewegung zu ſetzen. Im Verſtande
Strophe: „Mein dunkles Herze liebt Dich, Es liebt Dich und es bricht, Und bricht und zuckt und verblutet, Aber Du ſiehſt es nicht.“
„Mein Fräulein,“ ſprach der Mißmuthige und in ſeinem Tone lag eine ſo bittere Schärfe, daß das Mädchen in ihrem Innerſten ſchau⸗ derte,„daß Sie Heine zu Ihrer Lieblings⸗ lektüre wählen, ſcheint mir weder vom Stand⸗ punkte des guten Geſchmackes, noch von dem Ihres Geſchlechtes gerechtfertigt.“
Mathilde blieb ſtumm. Bläſſe und Röthe wechſelten in ihrem Antlitze, ſie fuhr mit der Hand nach dem Herzen, da hatte ſie plötzlich ein unnennbares Weh ergriffen.
Kaum hatte Herr Marbach dieſe Worte geſprochen, würde er ſie gerne um jeden Preis zurückgenommen haben, aber er that dennoch nichts um die Wunde zu kühlen, die er ſo eben geſchlagen. Er wandte ſeine Schritte wieder dem allgemeinen Beluſtigungsorte zu und trennte ſich, als ſie dort ankamen, von Mathilden mit einer ſtummen Verbeugung. Dieſe hielt ſich nur mit Mühe aufrecht in ihrem Schmerze. Ihre Thränen drohten her⸗ vorzubrechen, aber ſie bezwang ſich. Diejenigen, welche ſie zum Tanze baten, wies ſie mit einer mühſam geſprochenen Entſchuldigung zurück.
Die Unterhaltung hatte lange genug ge⸗ dauert, aber trotzdem mußte ſich der Doktor ins Mittel legen, um ſeine Kurgäſte zur Heim⸗ kehr zu bewegen.
Mathilde warf ſich auf ihr Lager und die lang verhaltenen Thränen machten ſich nun Raum. Sie floßen reichlich. Die Bedeutung der unvorſichtig ausgeſprochenen Worte, zu denen ſie ſich durch einen unerklärlichen Zug ihrer Seele gedrungen fühlte, trat nun deut⸗ licher vor ſie, und die Scham ſchien ſie zu verzehreu.
Marbach kam mit einem Gefühl vor⸗ wurfsvoller Unzufriedenheit mit ſich ſelbſt auf ſein Zimmer.„Ich hätte das Mädchen dennoch mit ſo bitteren Worten nicht abweiſen ſollen,“ ſprach er vor ſich hin;„ihr Gefühl hätte we⸗ nigſtens Schonung von meiner Seite verdient. Doch nein, ich that wohl daran,“ begann er ſich zu überreden;„das heißt die Weiblichkeit zu ſehr verläugnen, ein Mädchen darf, und liebt es noch ſo heiß, einem Manne nicht zuerſt ihre Liebe geſtehen. Nun, neu iſt mir dieß doch zum wenigſten, ſo kam mir noch keine. Doch, wenn dieß der echte Drang eines tiefen Gemüthes geweſen wäre? So kann ſich nur ein wahres Gefühl zeigen— oder äußerſte Charakterloſig⸗ keit.— Liebe!— Was iſt das?— Gibts auch Liebe auf Erden? Hab' ich ſelber je geliebt?
kann keine Liebe wohnen und im Herzen wohnt ſie nicht, ſie iſt ein Unding.“
*)„Ich hab' genug geliebt um zu verlieren Den Glaubeu an das Weib; ich halt' es nur Für einen ſchönen Fehler der Natur,
Der nie und nimmer iſt zu korrigiren.
Das Weſen jeder Frau iſt Kokettiren, Ihr Lieben eine graziöſe Tour, De coeur und das Finale ſtets ein Schwur— Geliebt wird Jeder, der ſich weiß zu zieren.
Ich hab' geliebt, das heißt die Jugendjahre In ſchöner Frauen Armen todtgeſchlagen, Und meinen Geiſt verpufft in Liebesliedern.
Nun iſt's vorbei! Die ſchönſten Lippen widern Mich an, wie ſchon gelöſte Lebensfragen;— Doch auch mein Herz liegt auf der Todtenbahre.“
Der folgende Tag brachte wohl die warme Sonne wieder, aber nicht den warmen Ton, der die Geſellſchaft ſonſt durchwehte. Mar⸗ bach konnte trotz aller Gewalt, die er ſich auf⸗ erlegte, ſeine düſtere Stimmung nicht verber⸗ gen, er zürnte ſich ſelbſt ob dieſer Schwäche, wie er es nannte, und dieß diente nur dazu, ihn noch mißmuthiger zu machen. Er war begierig auf den Anblick Mathildens, aber ſie kam nicht. Ein Unwohlſein hielt ſie auf ihrem Zim⸗ mer zurück. Am nächſten Morgen jedoch, als Marbach früher als gewöhnlich aufgeſtanden war, um den neuen Tag, der ihn ſchlaflos ge⸗ funden hatte, zu begrüßen, ſah er Mathilde mit der Baronin am Baſſin. Mathilde war auffallend blaß, ihre Züge ſchienen ſehr an⸗ gegriffen; die Baronin ſchien heiter, wie immer.
„Welchem glücklichen Umſtand hat es die Quelle zu danken, daß Sie ſie wider Ihre Ge⸗ wohnheit ſo früh begrüßen, Herr Marbach?“ fragte die Baronin.
„Die Hoffnung, Sie hier zu finden, gnä⸗ dige Frau,“ antwortete der Gefragte. Sein Blick begegnete jedoch Mathilden und für einige Augenblicke machte die Bläſſe ihrer Wan⸗ gen einer lieblichen Röthe Platz.
„Ich will es Ihnen glauben,“ verſetzte die Baronin,„und will mich darüber freuen, wenn es in der That ſo iſt; doch wenn Sie Ihre geſtrige Laune nicht ausgeſchlafen haben, ſo rathe ich Ihnen, ſich eine fröhlichere Geſell⸗ ſchaft zu ſuchen, denn ſehen Sie, meine liebe Schutzbefohlene ſieht auch darnach aus, als wäre das Schifflein ihrer Freuden auf den Sand gelaufen, und ich kann doch nicht allein fröhlich ſein, wenn Alles finſter blickt.“
*) W. H. Landt. 38
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