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brachte man beide in Ketten, und auf Befehl des Nabob wurden ſie in den Kerker gewor⸗ fen, wo ſie des Urtheils des Kriegsgerichtes ge⸗
wärtig ſein ſollten. Sie wurden beide zum Tode furchtbaren Ereigniſſen in Indien mußte ſie
verurtheilt, und das Urtheil unverweilt an ihnen vollzogen.
General Clive, hocherfreut über die über⸗ raſchende Begegnung im Palaſte Miar Jaf⸗ fiers, ließ ſogleich bei ſeiner Ankunft in ſei⸗ nem Quartier ſeine Namensverwandten vor ſich rufen, nämlich Thomas und den alten Clive. Er rühmte die Tapferkeit des erſteren und ſprach ſein tiefes Bedauern über die Lei⸗ den, welche beide erlitten, und er ſchätzte ſich glücklich, ihnen einige Entſchädigung bieten zu können. Bei dieſen Worten ſchlug er einen Vorhang zurück, und Julie und Sakun⸗ tala traten freudeſtrahlend hervor.
Lange konnten die Glücklichen im Rauſche der Freude und des Entzückens die nöthige Be⸗ ſonnenheit nicht erlangen, um für dieſe Ueber⸗ raſchung zu danken. Noch ſaßen die wonne⸗ trunkenen Freunde Seite an Seite in ihrer Wohnung, als die helle Morgenſonne bereits in den Thurmkuppeln Maradavads glänzte, denn die Nacht war ihnen unbemerkt ent⸗ ſchwunden.
Obſchon jetzt in Bengalen vollkommene Ruhe und Sicherheit herrſchte, die engliſche Macht jetzt mehr als je in Indien feſten Fuß hatte, beſchloß doch der Kreis unſerer Freunde im Vereine mit Holwell, der gleich beim Einzuge der Engländer in Maradavad ſeiner Haft entlaſſen wurde, dieſes Land, in welchem ſie ſo viel Elend litten, zu verlaſſen, und in der
öfter dieſes theueren Bruders und bittere Thrä⸗ nen verriethen die Leiden ihres Gemüthes, denn nach den in London bekannt gewordenen
die Hoffnung aufgeben, ihn je wieder zu ſehen. Joſef fühlte ſich oft gedrängt, ſeine ſchöne Verwandte zu tröſten, er liebte ſie mit der innigſten Zärtlichkeit, aber ſeine angeborene Schüchternheit hinderte ihn daran.
Eines Tages kam die freudige Nachricht auch bis in Drummonds Haus, daß ein engliſches Schiff aus Indien angekommen ſei, welches viele Engländer, und mit ihnen auch die Nachricht eines vollſtändigen Sieges der engliſchen Waffen brächte. Drummonds ausgebreiteter Handel hatte immer einige ſei⸗ ner Leute am Landungsplatze, von denen einer ſogleich die freudige Nachricht meldete, daß un⸗ ter den Paſſagieren auch Thomas Clive, der verloren Geglaubte, ſich befinde. Kaum hatte Sara von dieſer freudigen Erregung ſich erholt, als Thomas ſchon ſelbſt in Be⸗ gleitung Clive's das Drum mond'ſche Haus betrat, wo er ſeine theuere Schweſter in ſeine Arme ſchloß.
Alles Geſchehene war vergeſſen und ver⸗ geben. Drummond fühlte ein freudiges Re⸗ gen in ſeinem Buſen, wozu freilich der Umſtand mit beigetragen haben mochte, daß ſein Neffe mit bedeutenden Fonds und in Begleitung eines unermeßlich reichen Verwandten zurück⸗ kehrte. Frau Drummond benutzte ihre ſelten gebrauchten Sprachorgane, um Thomas herz⸗ lich zu begrüßen und Joſef äußerte ſeine auf⸗ richtigſte Freude.
alten Welt, in der geliebten Heimat, ihren fried⸗ lichen Wohnſitz aufzuſchlagen.
Schrubbs, der treue Theilnehmer aller Leiden ſeines Zöglings, ſtimmte dieſer Anſicht aus vollem Herzen bei, und ſein Freund Schlurpy ſchloß ſich der Geſellſchaft an, und
Dieſes Ereigniß goß ein neues Leben in die erſtarrten Gemüther der Drummond⸗ ſchen Familie; Freude ſtrahlte aus jedem Auge
Freunde alle in ſeinem Hauſe gaſtlich aufzu⸗ nehmen, ja die allgemeine freudige Erregung
ſo begab ſich die geſammte Geſellſchaft nach der Seeküſte, um das erſte Schiff zu beſteigen, wel⸗ ches ſeine Segel nach der Heimatsinſel richtete.
So ſahen denn Alle leichten Herzens die indiſche Küſte ſchwinden und ihre Gedanken und Wünſche flogen den Segeln voraus. Die Fahrt ging ohne Hinderniß von Statten.
Wir kommen den Ankömmlingen zuvor, und beſuchen jenen Ort, aus welchem unſer junger Freund, Thomas Clive den Aus⸗ gang genommen, und betreten das Haus des Onkels Drummond in London. Hier war Alles ſich gleich geblieben, außer daß Drum⸗ mond noch reicher geworden war. Gattin war noch immer die ſchweigſame, gut⸗
müthige Frau. Sara und ihr Vetter Joſef dienſt zu erweiſen. Goldmann, obſchon beide jung und gefühl⸗ voll, hatten das Gepräge ihrer Umgebung, das ſich in dem ſteifen Ernſt und dem beſtändigen die Befriedigung Drumm onds und des alten Clive, die beide Freunde wurden, den Jubel
der Gäſte, unter denen natürlich auch die Reiſe⸗
Trübſinn kundgab.
Sara ſeufzte, wohl nicht ungegründet,
nach den ſonnigen Tagen ihrer erſten Jugend
die ſie auf den grünen Wieſen am Arme ihres geliebten Bruders verlebt hatte. Sie dachte
Seine
wirthung ſeiner Gäſte im Verhältniſſe zu ſei⸗
nem Reichthume anordnete, ein Faktum, wel⸗
ches bei Allen, die ihn kannten, das größte Auf⸗ ſehen erregte.
ihrer Freunde, ſich ſelbſt auszumalen; wir füh⸗ ren ihn über einen kleinen Zeitraum hinweg nach dem beſcheidenen Dörſchen, wo Thomas und Sara das Licht der Welt zuerſt erblickt hatten.
Der alte Clive kaufte die große Beſitzung, wo Thomas unter Schrubbs' Acgide ſeine erſte Kindheit verlebte und die Stelle, an wel⸗ cher er ſeiner jetzigen Gemalin einſt das Leben rettete, bezeichnete eine Kapelle. Hier in dieſer paradieſiſch ſchönen Gegend ſiedelte ſich ein klei⸗ ner Kreis glücklicher Menſchen an, der im un⸗ getrübten Genuſſe der freudevollen Gegenwart vollen Erſatz für die gemeinſam getragenen Lei⸗ den der Vergangenheit fand.
Schrubbs verſah die Stelle des Verwal⸗ ters des ganzen Gutes, da er es in allen ſeinen Einzelheiten aus der früheſten Jugend kannte, und wie er einſt Thomas und Sara, die ihn wie einen Vater verehrten, auf den Armen getragen, ſo hatte er im Laufe der Zeit auch noch das Glück, eine zweite Generation in allen militäriſchen Uebungen zu unterweiſen.
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Meine erſte Nacht in Norwegen. 1 Vom M. Roſenheyn.
Die romantiſche Natur Skandinaviens, ihre Pracht und Wildheit und Größe, hat, wie jede Romantik, auf Phantaſie und auf Gefühl eine wunderbare Einwirkung. Man muß die Zerriſſenheit der meerumwogten Klippen, die ſtarren Eisgipfel der Kjölen, den Perlenſchaum der himmelhohen Katarakte, die Einöden der
und Drummond drang darauf, unſere tiefen Schachte und neblichten Höhlen, das
Dunkel der bärenreichen Waldungen durchwan⸗ dert, in das feurigſtrahlende Nordlicht und den
ergriff auch ihn in dem Grade, daß er die Be⸗ milden Mondregenbogen und in die das hohe
Meer zart küſſende Mitternachtsſonne geſchaut haben, um deſto klarer begreifen zu können, daß uns, zumal in der Jugend, lebhafte Einbildun⸗ gen und wonnige Schauer durch nichts ande⸗
Ja, als fühlte er das Bedürfniß, ein gegen res ſo ſehr erweckt werden, als durch die Größe
nes Unrecht wieder gut machen zu müſſen,
ſon ſeinen Neffen und deſſen ſchöne Braut zum
übernahm, Joſef und Sara dieſen Ehren
Es muß der Phantaſie des Leſers über
gefährten, beſonders die Holwe ll'ſche Famili
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laſſen bleiben, das Glück der Neuvermählten,
Thomas und deſſen Vater ehemals begange⸗ der Natur. Man muß aber auch frank und ſchloß er, als ihm Thomas Verlöbniß mit ju endlicher Kraft ausgerüſtet ſein, um die Mü⸗ Joſef Sara be⸗! 3 5 g 5 huf und Seſeſa icaſ de dupe hen und Gefahren ſolcher Wanderungen gern hochzeit zu feiern; und er führte in eigener Per⸗ licher Keckheit beſitzen, um, wo nicht gerade ſie
frei, ohne Sorgen, mit heiterem Muthe und
u ertragen, und einen kleinen Anflug jugend⸗
aufzuſuchen, ſo doch in ihnen einen angenehmen
Altar, ſo wie der alte Clive es mit Freuden Reiz und nach ihnen eine liebe Erinnerung zu
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finden. 3.
Ein altes, deutſches Sprichwort ſagt: Wer will haben Gemach,
Der bleib' unter ſeinem Dach!
Wer will haben Ruh', 3
Der bleib' bei ſeiner Kuh!
e Ich hatte in meiner Jugend weder Gemach
war, das freudenvolle Staunen Sakuntala's noch Ruhe ſehr lieb und ſuchte mir daher ſchon
und die ſie beglückende Liebe ihres Vaters und
frühe die Poeſie und die Natur des Nordens


