Heft 
(1820) 3
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WPirklich hatte der Leihbibliothekar alles aufgeboten, um die Schoͤne in ſeinem Inſtitute recht wuͤrdig zu empfangen. Er hatte ſdie Treppe mit weißem Sande beſtreuen, auch im Vorſaale eine Menge Raͤucherkerzen anzuͤnden laſſen. Dazu roch es nach friſchgebackenem

Kuchen, der wahrſcheinlich ebenfalls ihr gelten ſollte.

um nicht als ein Unwuͤrdiger vor der Herrlichen zu erſcheinen, unterwarf ich dicht vor der Thuͤre der Vuͤcherſtube die Ordnung meines Anzuges noch einer kleinen Reviſion. Da fliegt mit eins die Thure ſelbſt mir an die Naſe. Ein Leſer ſtuͤrzt naͤmlich auf das ſtuͤrmiſchſte heraus. Vor Heißhunger nach dem ſchoͤnen, geiſtigen Biſſen, den er eben erwiſcht, hatte er ver⸗ muthlich vergeſſen, daß hinter der Thuͤre fremde Na⸗ ſen ſeyn könnten. Das herzliche Bedauern, mit dem er davon huͤpfte, war ſchlechte Entſchaͤdigung fuͤr meinen Schreck und das Bluten des Gliedes, welches, ehe ich mir's verſah, die Billigung, die mein Auge der Klei⸗ dung kaum erſt zugeſprochen hatte, durch rothe Flecken auf Wäſche und Kleid Lugen ſtrafte.

Alles das aber haͤtte ſeyn moͤgen, wenn meinem Blicke ſonſt die noͤthige Befriedigung geworden wäre. So aber mußte ich, nach dem hochſt unfruchtbaren