Der geſellſchaftliche Verein, welchen der Prinz ge⸗ ſtiftet, ſollte endlich am Weihnachtsvorabende bei dem Hofmarſchall ſtatt finden. Frau von Sendow war nicht ohne Unruhe. Ihr zu dem Erbprinzen neuerlich ge⸗ faßtes Zutrauen erlitt zwar noch immer keine Vermin dernng, allein Arminia's Porliebe fuͤr ihn und die
Frage peinigte ſie doch, 6 ſein offenbar zu wenig be⸗
wachtes Herz ihm und— nicht noch den empfindlichſten Streich ſpielen könne. Was er in der erſten Zeit nach der Schlittenfahrt verſäumt hatte, ſchien er almaͤhlig nachholen zu wollen. Er ſprach mehr mit Arminien, als mit den Andern. Da der Schnee ganz hinweg war, kam er Pſt jeden Abend durch den Garten, wenigſtens auf ein Viertelſtuͤndchen zu Sendow's, konnte auch ſeine unruhe ſchner verbergen, wenn einmal Arminin ab⸗ weſend war. Beſonders fuͤrchtete die Hofmarſchallin dieſen Weih⸗ nachtsvorabend. Arminia hatte von ihm im Voraus wiederholt mit Entzuͤcken des umſtands gedacht, wenn etwa in der kleinen Lotterie, welche Bruno veranſtaiten wollte, ſein Bildniß auf ſie fiele. Das eine Mal war ihr, zum größten Mißvergnugen der Mutter,
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