Heft 
(1820) 1
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ſchlimmere Verraͤther an ihHm werden muͤßten, als jenes Auge.

Sein Miniaturportraͤt, das er in Paris fertigen laſſen und ſeiner Mutter mitgebracht hatte, erregte große Aufmerkſamkeit am Hofe, durch die Aehnlichkeit, welche man daran fand. Ein hier angeſtellter, geſchickter Maler behauptete dagegen, daß dieſer und jener Zug doch ganz anders in der Natur erſcheine. Man mußte das einraͤumen. Der Prinz fragte, ob der Maler ſich getraue, ſein Geſicht noch treuer, als der Pariſer Kuͤnſtler, wiederzugeben. Der Deutſche wollte es ver⸗ ſuchen. Am Gelingen zweifelnd, wie die Fuͤrſtin, ver⸗ ſprach der Prinz, als Abends im Zirkel bei letzterer mehrere Damen mit Feinheit den Wunſch aͤußerten, Veſitzerinnen des beſtellten Bildes zu werden, ſolches, wenn es fertig wuͤrde bis zum Weihnachtsvorabende, zu verlooſen.

Sein gegebenes Wort allein war Schuld, daß die Sache nicht ruckgaͤngig wurde. Denn Jedermann fand das neue Miniakurporträt viel ähnlicher, als das Pa⸗ riſer, und die Fuͤrſtin Mutter verbarg nur mit Muͤhe ihren Unmuth daruͤber, daß, eben jenes Wortes halber,

nicht einmal ein Tauſch eintreten durfte⸗