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Der Wintermond hatte ſeinen weißen Flockenmantel uͤber Baͤume und Pfade des fuͤrſtlichen Schloßgartens geworfen und droben funkelten die Sterne des Himmels in wundervoller Pracht.
O Mutter, liebe Mutter! rief Arminia vom Fenſter heruͤber. Komm doch und ſieh, wie kalt und ſtarr die Erde da drunten liegt, während der Himmel all Liebes fackeln angezundet hat!
Die Hofmarſchallin von Sendow, netin aus einem Meete truͤber Gedanken emporgeriſſen, erhob ſch hnell vom Sopha, ſchloß die geliebte Sechszehn⸗
ge in die Arme und ſprach: Das iſt immer alſo,
8 Rind. Je liebloſer die Erde uns erſcheint, deſto wirmere Blicke hat der Himmel fuͤr uns, ſo lange wir ſeinen Wiederſchein im Herzen tragen!
Heute— fuhr Arminia fort, die blonden Locken aus den dunkelblauen Augen ſtreichend— ente ſchon ſollte Chriſtabend ſeyn!—


