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16 Vei dieſer Gelegenheit entfaltete ſich das Gemüth
des Prinzen ſehr beruhigend vor ihr. Erſt durch die Theilnahme, velche er ihrem krankhaften Zuſtande bewieß, und dann auch noch weit mehr durch ſeine
Aeußerung uͤber Arminien. Er ſelbſt alaubte, daß ein ſo zartes, inniges Weſen an der Hofluft immer den grimmigſten Feind habe. Zwar zweifle er am Daſeyn einer Bosheit, welche ſolch eine ſuͤße Unſchuld mit Vorſatz zu vernichten trachten ſollte. Allein, was Bos⸗ heit nicht thue, koͤnne wohl der Schwaͤche gelingen. Uebrigens ſey er im Stande, einen Schwachen dieſer Art, wie den Boshafteſten zu beſtrafen. Als ein wahres Gluͤck fuͤr Arminien betrachte er den Beſitz einer aufmerkſamen Mutter, die zugleich iede Verlaͤumdung erhaben ſey.
O mein Prinz, ſprach die von Dank und Freude Hocherglähende, dieſes Kind iſt das Kleinod meines Lebens. Sollte jemals eine Furcht vor Gefahr in mir entſtehen, und ich vielleicht die Entfernung meiner Arminie vom Hofe fuͤr heilſam erachten, darf ich mich dann an ſie wenden, daß ſie mich im Nothfalle bei meiuem Gemahle vertreten, der fuͤr dergleichen Ge⸗


