Heft 
(1820) 1
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Endlich fiel der Mutter die Sorge vom Herzen; die

Wahl nurde kund. Der Erbprinz fuhr die Furſtin und

Arminie erhielt einen, dem Range nach angeſehenen,

aber hoͤchſt unbedeutenden, wenig intereſſanten Hofmann

zu ihrem Fuͤhrer. 1 Allein hiermit war die Furcht der Hofmakſchallin noch nicht ganz beſeitigt. Als man mit einbrechendem Abende von dem benachbarten Luſtſchloſſe, wo der Faſſee eingenommen worden, zuruͤckfahren wollte, da fand es ſich, daß für Fuͤrſt und Fuͤrſtin, ſo wie fuͤr mehrere der aͤltern Hoflente, zweiſitzige, der aͤußern Kaͤlte durch Verwahrung beſſer als Rennſchlitten Trotz o bietende Schlitten bereit ſtanden. Jetzt ging die Mut⸗ terſorge von Neuem an. Aber Arminie behielt ihren fruͤhern Geſellſchafter. Der Erbprinz waͤhlte ihre Mut⸗ ter zu ſeiner Dame.

Bei der Fahrt ſelbſt wurde der Dampf der vielen Fackeln den ſchwachen Nerven der Frau von Sendow unertraͤglich. Er brachte ſie einer Ohnmacht nahe, ſo

daß ſie auf der Haͤlfte des Weges den Prinzen bitten mußte, aus der Reihe der uͤbrigen Schlitten zu biegen und ihr zu erlauben, fuͤr kurze Zeit in einem benach⸗ barten Hauſe zu verweilen.