Heft 
(1820) 1
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auerkannte, das von den meiſten ohnſtreitig fuͤr Ko⸗ ketterie genommen wurde. Wie ſehr ich dieſe auch verabſcheue, und wie fern ich Arminien ſtets von ihr zu halten ſuchte, dasmal haͤtte ich beinahe lieber geſehen, es wäre ſolche geweſen. Allein es war durchaus nichts, als das unwillkuͤhrliche Aufwallen eines von des Prinzen Blicken und Worten bis in's Innerſte getroffenen Herzens. Kaum war ich allein mit ihr, ſo beſtaͤtigte ſich dieſe Vermnthung. Arminiens Lippen floſſen uber von Brnno's Lobe. Da hielt ich's denn fuͤr meine Pflicht, nicht, ihr zu widerſprechen, nein, nur, wie zufaͤllig, durch eine Darſtellung der Verſchiedenheit zwiſchen des Prinzen und unſern Verhaͤltniſſen, den Strom ihrer Gefuͤhle zu daͤmmen. Je ſchneller ich meinen Zweck erreichte, deſto klarer wurde mir der tiefe Eindruck des ſchoͤnen Mannes auf ſie. Seitdem iſt keine einzige Bemerkung uber ihn von freien Stuͤcken aus Arminiens Munde gegangen, und als Bruno vor⸗ hin hier war, kaͤmpfte in ihr ſichtlich die Anſtrengung,

nicht zu misfallen, mit der Verwirrung, worein ſeine

Gegenwart ſie verſetzte.

Dein Sehrohr fuͤr die Zukunft, mein Kind

entgegnete Sendom iſt ſtets mit einem ſchwarzen

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H.