Heft 
(1820) 1
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cherlich will.

feinern Welt zu Hauſe, ihm ihren duͤſtern Tadel der

menſchlichen Verderbniß erſparte, und nur leiſe und

ſpottend uber die Auswuͤchſe der S hin⸗ ſchluͤpfte.

Frau von Sendow fuͤhlte, wem dieſes galt und erwiederte nichts.

Ihre Hand mit Laͤcheln erfaſſend, fuhr der Hof⸗ marſchall fort: Unſre Arminia weiß ſo viel, ſie ſingt ſo lieblich, ſie tanzt ſo ſchoͤn! Aber wofuͤr das Alles?

Die Sitte, die Vorſtellung, welche man von der Bildung ſich macht, etheiſchen es alſo, erwiederte ſie.

Und grade dieſe Vorſtellung von der Vildung ſprach der Hofmarſchall ſehr ernſt verlangt, daß wir die zeitherigen kloͤſterlichen Gewohnheiten fahren laſſen.

Arminia iſt nicht fuͤr das Nonnenleben, ſie iſt fuͤr die

Welt, ja noch mehr, vermuthlich fuͤr den Hof⸗ be⸗ ſtimmt. Nur zwei Augen duͤrfen ſich ſchließen, zwei Augen, denen es offenbar ſchon ſehr an Lebenskraft gobricht, und die jetzt ſo ruhig ſchlafenden Hoͤflinge

werden insgeſammt aufſpringen und tanzen, wie durch

Oberons Horn oder Tarantelſtich gezwungen. Dann muß jeder vorbereitet ſeyn, wer nicht abſurd und la⸗