Heft 
(1820) 1
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ſchon, wird es hergehen. Der künftige Fuͤrſt

2. Der Hofmarſchall trat herein, als die Mutter ihr Kind noch mit groͤßter Innigkeit umarmt hielt. Ver⸗ druͤßlich uͤber die Szene, ſtieß er ſeinen guten Abend ſo kurz heraus daß Frau von Sendow ſogleich von Arminien abließ. Sein kalter Spott hätte ſonſt gar noch ihre Innigkeit durch Worte unſanft beruͤhren koͤnnen. Der Erbprinz iſt da geweſen? ſprach er, ſeiner Ge⸗ mahlin nun mit Freunblichkeit die Hand kuͤſſend. Er berief ſich antwortete Frau von Sendow auf eine frühere Beſprechung mit dir.

Die habe ich mit ihm gehabt. Reformen verlangt er am Hofe und er hat Recht, weil er jung und voll Lebenskraft iſt. Sein alter, kraͤnklicher Vater aber⸗ wüd ſeine Auſichten misbilligen, und der hat we iger Recht. Ueber meine Haut, ſo viel

daß ich dem jetzigen die Aenderungen vorſch möchte. Allein, zwiſchen das Rechthaben Veſber ein⸗ geklemmt, koͤnnte der Hofmarſchall, als ſolcher, leicht den Geiſt aufgeben muͤſſen. Darum habe ich den Erb⸗ yrinzen auf die Idee gebracht, ſeinen Vater einſtweilen

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