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Straße, die zum Eremiten führt, bereits von der Lava überzogen, und wenn man ſelbſt, allen Mühen und Gefähren trotzend, das Piano delle Gineſtre hätte erreichen können, ſo befand man ſich in dicken Rauch⸗ und Aſchenwolken und konnte weder aufwärts noch abwärts etwas ſehen. So beſchloß ich denn, mich an den Fuß des Lavaſtroms zu begeben, und nachdem ich mich in der deutſchen Buchhandlung der Herren Detken und Rocholl, deren gefällige Beſitzer mir alle wünſchenswerthen Auskünfte gaben, mit einer guten Karte der Umgebungen von Neapel verſehen hatte, fuhr ich am 18. mit der Eiſenbahn nach Portici. Gleich beim Austritt aus dem Bahnhof fuhren mir ein halbes Dutzend Droſchken in den Weg, deren Führer mit echt neapolitaniſcher Zungengeläufigkeit und ſüdlich lebhafter Geſticulation ſich die an⸗ gekommenen„Eccellenze“(denn weniger als Excellenz iſt man hier nicht) ſtreitig zu machen ſuchten. Endlich ſprang ich in ein Cabriolet, deſſen Lenker durch ein:„Für einen Franc fahre ich Euere Excellenz bis an den Fuß der Lava!“ allen ſeinen Mit⸗ bewerbern den Rang abgelaufen hatte, und fort ging es, wie eben nur neapolitaniſche Kutſcher fahren, immer in geſtrecktem Galopp, durch die endlos langen Straßen von Portici und dann eine lange Pappelallee nach San Giorgio a Cremano.
Unterwegs ſchon hatte ſich mir der Kutſcher als ein gewandter, mit der Gegend wohlbekannter Mann erwieſen, und da wir be⸗ reits eine Stunde gefahren waren, ohne San Giorgio erreicht zu haben, ich Abends ſo lange als nur möglich auf dem Berge blei⸗ ben wollte, nach acht Uhr Abends keine Eiſenbahnzüge mehr gehen und ich an die Schwierigkeiten der Rückkehr nach Neapel dachte, nahm ich ſeinen mir indeſſen gemachten Vorſchlag, für zehn Francs ganz zu meiner Dispoſition zu bleiben und mich zu jeder belie⸗ bigen Stunde vor oder nach Mitternacht nach Neapel zurückzu⸗ führen, gern an. In San Giorgio ſtiegen wir bei der letzten Oſteria aus, denn weiter durften keine Wagen paſſiren, um den Bewohnern des Bergabhangs, die ihre Habſeligkeiten wegſchafften, die ohnehin ſchmalen Dorfwege nicht zu verſperren, verſahen uns, zu den von Neapel mitgenommenen Lebensmitteln, noch mit ein paar Flaſchen trefflichen Veſuvweins und traten nun unſre Fuß⸗ wanderung an. An der Oſteria hatte ſchon ein ganzer Haufen für die Gelegenheit improviſirter Führer den Wagen umdrängt und mit lautem Geſchrei den„Eccellenzas“ ſeine Dienſte an⸗ geboten. Auf die Empfehlung des Kutſchers wählte ich einen der⸗ ſelben, gab ihm den Wein und unſere Mäntel zu tragen, konnte aber trotz alles Proteſtirens nicht verhindern, daß ſich noch ein
anderer angeblicher Führer uns anſchloß und rüſtig mitſſchritt.
Schon auf dem Bergabhange kamen uns die Bewohner der be⸗ drohten Gegend, Betten, Schubladen, Thüren, Fenſter, Fäſſer, abgehauene Oelbäume auf den Köpfen tragend, entgegen, die Welber weinend und klagend, die Männer fluchend, die Kinder lachend und jubelnd. Die Aermſten ſuchten vor dem heran⸗ rückenden Feuermeere wenigſtens was von ihren Habſeligkeiten beweglich war zu retten; das Haus, in dem ſie lange Jahre ge⸗ wohnt, den Weinberg, die Oelpflanzung, den Obſtgarten, die ſie mit ihrer Hände Arbeit und eiſernem Fleiße ſich zu einem kleinen Paradieſe geſchaffen, mußten ſie leider zurücklaſſen mit dem Be⸗ wußtſein, ihr Eigenthum nie mehr wieder zu ſehen, denn in eini⸗ gen Stunden, oft nur Minuten war es eine Wüſte von Lava⸗ blöcken und Felstrümmern, der Schauplatz troſtloſer Verheerung, auf dem ſelbſt die Grenzmarken des früheren Beſitzthums nicht mehr zu erkennen ſind, da Grenzſteine, Bäume, Mauern, Häuſer, kurz Alles unter dem zerſtörenden Tritte des Lavawalles bis zur Unkenntlichkeit vernichtet wird. Vor den großen Häuſern der Weinberge am Wege ſtanden Ochſenkarren mit leeren Fäſſern, in welche der aus den Kellern haſtig in Eimern heraufgeſchleppte Wein hineingegoſſen ward, nicht jedoch, ohne daß bei der über⸗
eilten Arbeit die Hälfte, ſtatt in's Spundloch, auf die Erde und (mn breiten rothen Rinnen den Berg hinabfloß. 68 Da die Führer zur Beſteigung des Veſuv faſt alle in Re⸗
ſina ſind und dort unter polizeilicher Aufſicht, mit feſtgeſetzter Taxe für ihre verſchiedenen Dienſte, ſtehen,— hier in San Giorgio ſich aber ein Corps von Volontair⸗Führern gebildet hatte, über
die keine ſolche Controle wacht, ſo fragte ich im Hinaufſteigen den
Führer, wie viel er für ſeine Mühe verlange, aber die Antwort lautete:„Was Euere Excellenz mir geben wollen!“— Mit aller Mühe konute ich kein anderes Wort aus ihm herausbringen und da ich vormärts wollte, ſo blieb nichts übrig, als mich auf ſeine
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Discretion zu verlaſſen.— Der andere, ungerufene Führer ſchritt indeſſen rüſtig mit uns und ſuchte ſich durch allerhand kleine Dienſte nützlich zu machen.
Jetzt wurde der Schwefel⸗ und Kohlendampf immer läſtiger und die Hitze der Lava ſchon fühlbar, wir bogen aus dem Wege heraus um ein ſchon ganz ausgeräumtes, ſelbſt ſeiner Thüren und Fenſter entkleidetes Haus herum in einen Weinberg, deſſen Rebengelände mit Oel⸗ und Feigenbäumen durchzogen waren,— und ſtanden plötzlich vor dem langſam herranrückenden Lavawalle. — Wie wenig trifft der Begriff, den man ſich von einem Lava⸗ ſtrome macht, mit der Wirklichkeit zuſammen;— die Lavafluth tritt uns nicht als eine feurige, fließende Maſſe entgegen, ſondern als ein zwanzig bis fünfunddreißig Fuß hoher Steinwall, gebildet aus theils ſchwarzen, theils dunkelroth glühenden Felſenblöcken, und dieſer Wall, der von der am Boden hinkriechenden, flüſſigen Lava getragen, durch die ungeheure Schwere der beſtändig nach⸗ ſtrömenden Feuermaſſe getrieben, durch die Abſchüſſtgkeit des Bodens in ſeinem Falle befördert wird, rückt nun ſichtlich, ungefähr zwei bis drei Fuß in der Minute,— je nach größerer Steilheit des Bergabhanges auch ſchneller,— auf uns zu.
Fortwährend löſen ſich im Vorwärtsſchieben einzelne, mäch⸗ tige, glühende Blöcke von dem Gipfel des Walles ab und ſtürzen mit Getöſe herab, Alles, was in ihrem Wege ſteht, augenblicklich in helle Flammen ſetzend,— oder es klafft in dem vordrängenden Felſenwalle plötzlich ein großer Schlund auf und eine feurige Lava⸗ gluth ſchießt, wie das flüſſige Erz bei einem Glockenguſſe, brauſend hervor, entzündet, was ſie berührt, und wird, ſchnell zu Lavablöcken erkaltend, mit der übrigen Maſſe vorwärts geſchoben. Es iſt ein Anblick ſo gewaltig und überraſchend, ſo neu und überwältigend, daß man nur ſprachlos ſtaunend daſtehen, das Großartige und Wunderbare der Erſcheinung aber nicht mit Worten beſchreiben kann. Auch dieſe Zeilen werden dem Leſer kein anſchauliches Bild von dieſer gräßlich ſchönen Naturerſcheinung geben;— ſo Etwas muß geſehen werden. 3
Wir waren jetzt in einer der fruchtbarſten Gegenden am Abhange des Veſuv, in den ſogenannten„Novelle“, ganz mit Weinbergen, Oel⸗ und Obſtpflanzungen bedeckt, aus denen maſſive, ſteinerne Bauernhäuſer und hübſche Villen und Caſinos anmuthig hervorleuchteten. Seit Menſchengedenken waren dieſe Novellen von jeder Verwüſtung des Feuerberges verſchont geblieben, die ver⸗ heerende Lavagluth von 1794, die furchtbaren Ausbrüche der fünf⸗ ziger Jahre hatten ſie nicht berührt, und jetzt war dieſes reizende Paradies dem ſchrecklichen Schickſal preisgegeben, in einigen Stunden oder Tagen in eine troſtloſe Felſenwüſte verwandelt zu werden. Der Lavawall, der, wie bereits bemerkt, eine Höhe von zwanzig bis fünfunddreißig Fuß erreichte, rückte in einer Breite von mindeſtens vierhundert Fuß in drei verſchiedenen Armen auf uns zu, und bewegte ſich in der Thalſenkung, die la Foſſa della Vetrana heißt, von Nordweſt noch Nordoſt.
„Kommen Sie,“ rief mir ein Franzoſe zu, der wie ich und mein Reiſegefährte vor wenigen Tagen erſt von Rom gekommen war,—„kommen Sie, in drei Minuten wird das Haus des Pfarrers von der Lava überfluthet werden.“ Wir eilten durch den immer dichter werdenden Rauch und die unerträgliche Hitze, die uns die Haut im Geſichte aufzog, durch einen Hohlweg zwiſchen Weinbergen, längs der Lavafluth, bergaufwärts, immer aus unſerm Defilé vorſichtig nach oben blickend und auf das Krachen und Knattern der Lava horchend,— denn wehe dem Unglücklichen, der ſich in einem ſolchen Hohlwege befindet, wenn die Lava den Rand deſſelben erreicht und ſich nun mit ſchrecklicher Gewalt hin⸗ einſtürzt!— auch die ſchnellſten Beine und die größte Geiſtes⸗
gegenwart dürften da nicht immer vor dem gräßlichen Feuertode
retten.
Wir erreichten endlich den großen Weinberg des Pfarrers, in deſſen Mitte das ſtattliche, auch ſchon ganz ausgeräumte Pfarr⸗ haus lag. Der alte Pfarrer in kurzer Jacke und Kniehoſen, nur durch ein ſchwarzſammtnes Käppchen als Geiſtlicher keuntlich, be⸗ mühte ſich mit Hülfe einiger Männer, die Weinpfähle auszureißen, um wenigſtens dieſe, als Brennholz, zu retten.— Sein ſchwarzer Hund, ein kluges, treues Thier, lief immer, ängſtlich bellend, zu dem verlaſſenen Hauſe hin, dem ein über dreißig Fuß hoher Lavawall ſchon bis auf einen Fuß nahe gerückt war, und dann wieder zu ſeinem Herrn zurück, an dem er bellend aufſprang, als wolle er ihn vor der herannahenden Gefahr warnen.— Das
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