Jetzt erſt beglunt die Miſchung der eigentlichen Pſunb Schweinefleiſch kommen, bet den feinſten Salamtarten, nicht mehr als füufzehn Pfund Riupfleiſch,
Gine zemlich umfängliche Maſchinerie, die mittels eines großen Nabes von zwei haudſeſten Männern in Bewegung geſetzt wird, füllt die Maſſe In die Ochſenvärme, Die alſo hergeſtellte, Rleſchſam endloſe Wurſt wird in die einzelnen Formgte„abgebundené, wie ſie in den Haudel kommen, und bierauf in ein Geſäß mit warmem Waſſer gehracht, vamit ſich das Gemeng. zu einem ſeſten Ganzen ſaſananenſüle Gnplich läßt man vas Product drei Monate lang unter dem Hache von demn freien Hurchzug der Luſt beſtreichen und vollendet damt die Relhe der Proceſſe, welche s zu durch lanſen hat, bis es verkäuftich und genſeßbar wird. Tritt während dieſes letzteru Wtabiums zufällig milpere Witterung ein, ſo muß ein guter Keller den Hachraum erſetzen; indeß geſchieht vieſer Wechſel immer nur auf Koſten der Güte des Grſeugniſſes, Auch vie Zubereitung der zur Um büllung benlitzten Ochſenvärme erheiſcht eine beſöndere Kunſt, Gie miüſſen wenigſtens zwel Jahre lang um Waſſer gelegen haben, che ſie die wünſchens wertbe Feinheit und Hünnhäutigteit erlangem
De Ghartenlanbe ſtellt ſich die Anſgabe, jebem Rorurthell und Aber glauben nach Möglichkeit enigegenzuarbeiten, wir glauben daher, ſie werde auch gern hazu beitragen, einen Irrthum auszurotten, welcher in Bezug auf die Abſtanmung dines vielgenannten Genußmttels ſich ſo hartnäckig ſeſtgeſetzt und ſo weſte Berbreitüng gefunden hat, Gs ſei uns ſebt blos moch verſtattet, die volkswirthſchaftliche Bedeutung unſeres Induſtrlezweiges mit einigen Züßſern zu belegen, die wir neueren Grhebungen entnomemn baben. In Wlſchtlrol allein ſallen den Galam n Jahre. ber fünfzehn lauſenv armer Rüſſeltriger, ſeber Im Hurchſchntt von zweihundert Pfund Gewicht, zum Opſer. Dieſe chweineleglon repräſenteet elnen Geſammt werth von eiwa einer Millſon einmahunberttanſend Gulben, Außerdem werden jährlich an ſünfhundert Ochſen zu lanzweden verſchlachtet, welche, jeber zu vierhundert Pfund berechnet, vdie anſehnliche Gumme von huubertunpſiebenzigtanſend Gulden ergeben, Das lange Trecnen an der Luft, dem die Waare unterliegen muß, bewirkt elnen ſehr nennenswerthen Gewichtsverluſt, mehr als preißig Procent
echsgehn Arbeiter können in der Woche eiwa vreißig Centner walami verſertigen, Von dem Fabrikate exſter Auatität kloſtet der Centner anm Ort und Stelle achtzig Guldemn ſeben Achtel der Waare geht nach dem Auslanbe, namentlich nach dem ſüdtchen Heutſchland, mach Ungarn und Frautreich, ſa ſelbſt direct nach Aſten und Afritg. Nach Norbbeutſchland tomat verhältniſmmäſig nur eln fleiner Bruchthelt des Eyßorts, welcher, Jahr aus Jahr ein, ein bübſches Gtad Geld, über drei und eine halbe Mäinon Gulden, In’s Land bringt. Ob und in welchem Maße die Krichinen ſchen den Verbrauch der Galamt beeinträchtigt hat, vermögen wir uicht zu ſagen; ſo viel wir wiſſen, ſind jedoch Fälle von Trichinoſe in Obertalem und Rirol moch nicht beohachtet wordem
Has Galamigeſchäſt endlich vertheilt ſich auf wohl hundert Fabrikanten, von welchen zwel, der eine in Frient ſelbſt, der andre in der unmittel baren Nachbarſchaſt, als die walamttönige zu bezeichnen ſind
lang zum Trodnen aus. Wurſtmaſſe, auf je hundert
Der Kerter einer Köntgin. Die Conciergerie Iu Pars iſt gegen wärtig ein Gefängniß ſür Angeklagts, micht für Verurtheilte Der Gingang zu deinſelben beſindet ſich rechts von der prachtvollen Freſtreppe des Inſtiz palaſtes. Go breit und berrlich dieſe Kreppe iſt, ſo ſchmal ſſt dieſer Gin⸗ gang, Man muß erſt eunge Stuſen binabſteigen und beſindet ſich dann vor einer mebrigen Thüre. Dieſe wurde mir von einem Auſſeber gebſfuet und mir nach Ablleſerung meiner Gintrittskarte ein Beglelter gegeben Ich ſolgte ihm durch mehrere von qualmendem vampen nur ſpärlich der leuchtete Gäuge, Nach eingen Minnien blieb er vor einer ſtauk verveegelten Ehüre ſtehen. Gr ſchob die Riegel von derſelben weg, aber nur die untere Hälfte Bffnete Htch, ſo daß ich die Grmahnungen meines Führers, mich kief zu büdcken, beherzigen mußte, um mich nicht am Kopfe zu verletzen. ch dudte mich und dat in eine kleine, mat einem ſtark vergitterten Fenſter verſehene Zelle
„Has iſt das Geſäugniß der Königin Marie Antoinette!“ ſagte mein Fübrer. Hieſer Kerker, in welchem die Königin ſechsnupſtebzig Tage, vom weiten Auguſt bis zum ſechszehnten Oetober, zubrachte, hat aum acht Fuß un Gevlevte, und man begreiſt nicht, wie hier Tiſch, Bett und Siuhi. haben Platz ſinden koͤnnen, Hem Cingang gegenſber veſindet ſich das vergltterte Fenſter, das mehr dazu dient, die Finſterniß zu zeigen, als zu verſcheuchen Hie Königin mußte ihre Angen gewaltig angeſtrengt bahen,
als ſe bier ihre Kleidung und Wäſche ausbeſſerte. Sie hatte zwar ſehr ſeine, mit Vrabanter pitzen beſetzte Hemden, aber di Quantität ent ſprach der Qualität nicht e beſaß veren namlich nur drei und ſe wechſelte vieſelben erſt nach zgehn Tagen. Mit einer Nadel kratzte ſie in die Maner das Verzeichnmß der Gegenſtände ein, die ſte zur Wäſche gab. Sie mußte, um ihre Garderoöbe nur einigermaßen in einem erträglichen Zu
ſtaude zu erhalten, allewl Müttel erſinnen. Als ſie eines Tages ein trumpſband branchte, dröſelte ſie den gewirkten Teppich an ibrem Bette auf und ſtrickte ſich Ain Strumpfband mit den gewonnenen Fäden. Zwei Inhalt: Lorenz und Lore. Novelle von Mu Inuſtratten Her Elslauf Von Max Wirtb in Bern Boernſtein Ein Schloß ſür etwalge Weihnachtswünſche. Blüthen: Aus der Ingendzeit Felly⸗Mendelsſohn Bartholdy’'s und Vied⸗ Her deutſche Rechtsſchutzverein in London
Paul Heyſe
Nicht zu
Mit nächſter Nummer ſchließt das vierte Quaxrtal unſerer Zeitſchrift. Beſtellungen auf das erſte Quartal des nenen Jahrgangs ſchleunigſt auſgeben zu wollen.— „Die Reichsgrafin Giſelan, der nene Roman von E. M
Mamſell“ beginnt mit Nr. 1 des nächſten Quartals.
Verantwortlicher Redacteur Cruß Keil in Leipzig.— Verlag von
— 816—
(Fortſetzung.)
MNä Abbüdung Ehre wem Chre gebührt. „Unſer Präſident“
Zahnſtocher mußten ſolchen Erfindungen ſah ſich die Tochter der Maria Thereſta genöthigt!
Außer der erwähnten Gingangsthür, die unverändert erhalten worden und während der Gefangenſchaft der Königin ſtreng wwei ehen blieb, be⸗ ſand ſich lints in der Kerkerwand noch eine kleine Thür, die jetzt ver⸗ mauert iſt, damals aber durch welche von dem wachthabenden Poſten jeden Augenblick geöfinet werden tonute, Gie war auch meiſt gebffuet und die unglücdlliche Fürſtin blieb mmer ſtreng beohachtet, Ich habe in Mainz einen alten Mann gekannt, der unter Luvwig dem Gechszehnten in der franzöſiſchen Armee gedient und zu wiederholten Malen verſicherte, daß er vor dem Kerker Marie⸗ Antoinettens Poſten eſtanden und ſie mit der Ausbeſſerung ihrer trümpfe beſchäiftigt gcſehen Ich hatte ſchon damals keinen Grund, an ven Worten des Mannes zu zweiſeln, und jetzt, nachdem ich ſeine Schilpe rungen des Gefängniſſes mit meiner eigenen Anſchauung vergleiche, bin ich von der Wahrheit ſeiner Behauptung feſt überzeugt. Die Königin, ſtets ven Bucken eines gemelnen Soldaten ausgeſetzt, hatte nicht einmal den Troſt ver Einſamkeit. Der Boden des Kerters iſt mit Ziegeln ge pflaſtert, und die Königin mochte in ihrer vünnen Kleipung während der Herbſttage von der Kälte gelitten haben, Sie hatte anfangs einige Hoſſ⸗ unng, die Freiheit zu erlangen. Der General Michonis führte nämlich den als Maurer verkleideten Herrn von Rougeville ein. Dieſer ließ eine Nelte zu Boden fallen. In dieſer Nelke befand ſich ein Billet, welches der Königin müttheilte, vaß man auf ihre Befrelung bebacht ſei. Die Antwort der Könlgin auf dieſe Zeilen wurde jedoch von einem Geusdarmen ausge Uefert. Michonis büßte ſein geheimnes Einverſtänduiß auf dem Schafſot⸗
In dem elben Kerker bat auch die Dubarry die letzten Stunden ihres unwürdigen Lebens vertrauert
Rechts von dem Kerker der Königin und nur durch eine jetzt durch⸗ brochene Mauer getrennt, beſindet ſich noch ein anderer Kleinerer Kerker, in welchem Robespierre mit zerſchmetterter Kiunlade die furchtbare Nacht vor ſeiner Hurichtung verbrachte. Dieſem gegenüber beftndet ſich eine bogenförmige Oeffunng, die zu dem Saale führt, in welchem nach der bekannten Sage die Grondiſten am Vorabend ihrer Hinrichtung das Bangquel geſelert haben ſollen. Dieſer Saal, oder dielmehr dieſes weite Gewülbe iſt jetzt in eine weite Capelle umgewandelt, wo ſeden Sonntag vie Geſangenen dem Gottesdienſte beiwohnten, Der Kerker Marie Antoi nettens hat einige Veränderungen erlitten, Die Wände ſind mit nenen Japeten bekleidet, und an der Wand rechts vom Eingang befindet ſich eine Marmortaſel, auf welcher in goldenen Lettern zu leſen iſt, wie lange die Königin in dieſem Kerker gefangen ſaß, In der Nacht, auf welche ihre Hinrichtung folgte, ſchrieb ſte den ſchönen Vrieſ an Madame Eliſabeth. Xh bahe dieſen Brief im Staatsarchiv geſehen. Er beſteht aus zwei Auartblättern. Das Papier iſt vergilbt und mehrere Lintenkleckſe ſind wahrſcheinlich durch Thränen entſtanden, welche der Schreiberin entfallen. Die Handſchrift aber iſt ſeſt und ſicher und verräth durchaus nicht, daß die Zeilen einige Stunden vor ihrer letzten Stunde geſchrieben ſind. Marie Anteinette hatte keine Zeit mehr, dieſen Boief zu vollenden Er bricht in der Mitte ab, er iſt ein Fragmentz er zeigt aber von der Energie der Frau, die mit ſeltener Faſſung und Ruhe in den Tod ging.
Deutſche Kunſt in Bild und Lled. Unſere Leſer kennen das ſeit mehreren Jahren von Albert Traeger literariſch redigirte, bei J. G. Bach in Leipzig erſcheinende Album vom. Originalbeiträgen deutſcher Maler, Dichter und Tonkünſtler, deſſen elfter Jahrgang den dieslährigen Weih⸗ machtstiſch zu ſchmücken veſtämmt iſt. Die Beiträge der vildenden Kunſt. von viernndzwanzig Malern und Zeichnern, von welchen ein Drittel München augehört, ſind größtentheils nach guter Vorlage gelungene Litho graphiſche und Buntdrudblätter, die für Auge und Herz eine auregende Unterhaltung bieten. Der muſikaliſche X heil iſt durch J. Albert in Stutt⸗ gart, Ad. Janſen in Berlin und Arno Kleſſel in Pösned vertreten, Den dreiteſten Raum nehmen die ſünſundſechszig Dichter ein, unter denen wir die bekaunteſten Namen unſerer gegenwärtigen Lyriker finden. Traeger’s feiner Tact und Geſchmad vermochte eine ſo gute Auswahl und eine ſo an muthende uns wahrhaſt erfriſchende und erhebende Stunden bereitet. Vieles Ein⸗ zelne verdiente namentliche Erwähnung, die nur unſer beſchränkter Raum uns verbietet
Der deutſche Rechtsſchutzverein in London hat in ſeinem dritten GKeſchäſtsberichte, ſür das Jahr 1867, mit einer Darſtellung ſeiner Wirt ſamtelt und zugleich ſeiner Behandlung von Seiten des Norddeutſchen Bundes Kanzlexamts ſich an die Nation gewendet; wir verweiſen unſere Leſer auf die„Deutſchen Blätter“ Nr. 50
„Unſer Präaͤſident“, Dr. Lette, dem wir in letzter Nummer die
wohlverdiente offentliche Anerkennung noch bel Lebzeiten dezeugen wollten, iſt am 3. Decenber, an demſelben Tage, an welchem der Druch lener Nummer begann, in Berlin geſtorben
Cbriſttinplein auf dem Friedhof. Gedicht. Von Fr. Hoſmann. Her Ansbruch des Veſuv vom 16. bis 20. November 1868. Gine Burgſehde im neunzehnten Jahrbundert, Her Kerker einer Königin.
überſehen! 9 Wir erſuchen daher die geehrten Abonnenten, die
artitt, andlung.
Die Verlagsh Wiede in d
Ernſt Keil in Leipzig.— Drud von Alepande
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bei dieſer Gelegenheit die Stricknadeln erſetzen. Zu
eine ſpaniſche Wand geſchloſſen wurde,
Abwechſelung in der Anordnung zu kreſſen, daß dieſes Album
Von Heinrich Blätter und Deutſche Kunſt in Bild
Verſaſſerin der„Goldelſen und„das Geheimuiß der alten 8


