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BHlätter und Blüthen.
Aus der Ingendzeit Felix Mendelsſohn⸗Bartholdy’s. Nur wenige hochbegnadigte Menſchenleben haben vermocht, unſer Intereſſe in olchem Grade anzufachen und wach zu erhalten, als das Felix Mendels⸗ ohn’s. Mehr noch als all' die reiche Fülle und der zauberiſche Reiz der Kunſtwerke, welche er zu unverſiechbarer, ſtets ſich erneuernder Freude uns hinterlaſſen, iſt es ſein eigenes Leben, das durch ſeine Klarheit und Ab⸗ rundung, durch ſeine ernſte Sittlichkeit und Ueberzeugungstreue, durch ſeine Anmuth und Liebenswürdigkeit das reinſte Wohlgefühl uns empfinden läßt. Drum war es ein koſtbares Geſchenk, mit welchem Bruder und Sohn des Verewigten durch Herausgabe eines großen Theiles ſeiner Briefe uns beglückten, und mit wiederholter, freudigſter Dankbarkeit begrüßen wir jede Erinnerung an den Meiſter, die von Freundeshand veröffentlicht und ver⸗ breitet wird. Die„Gartenlaube“ hat ja wiederholt ſelbſt Gelegenheit ge⸗ nommen, mannigfaltiger Charakterzüge und Erlebniſſe Mendelsſohn’s zu gedenken, und wir meinen, auch durch die Mittheilung eines bisher unbe⸗ kannten Briefes aus ſeiner Jugend den lebhafteſten Antheil ſeiner Verehrer zu erregen.
Mendelsſohn hatte den Sommer des Jahres 1823 mit ſeiner Familie in dem wunderlieblichen ſchleſiſchen Bade Reinerz zugebracht. Mit aller Friſche und Regſamkeit der glücklichen Jugend ergriff der vierzehnjährige Knabe auch dort jeden Anlaß, Muſik zu treiben und den Flügelſchlag ſeiner mächtig dräugenden Phantaſie frei zu entfalten. Freilich bezeichnet jene Zeit, welche in Spiel und leichtlebiger Unbeſonnenheit den Meiſten ſeines Alters dahinfliegt, für ihn den Standpunkt in ſich gefeſteter, künſt⸗ leriſcher Kraft, ſelbſtbewußter Reife und geregelter Erfindung, und ſchon die Werke früheſter Epoche zeigen uns den vollen Typus des werdenden Künſtlers. In dem Rector Latzel fand er nun einen ſtrebſamen, eifrigen Muſiker, und ſchnell war ein inniges Freundſchaftsverhältniß gebildet durch den harmoniſchen Einklang von Herz und Geiſt und Streben. In unge zwungenem, vertrautem Verkehr wechſelten Concertiren und Studiren, und ſelbſt als der Schluß der Badeſaiſon genöthigt hatte, das ſtille Gebirgs ſtädtchen mit der Reſidenz zu vertauſchen, blieb Theilnahme und Intereſſe zwiſchen den Beiden beſtehen. Doch— hören wir unſeren jungen Meiſter ſelbſt:
Berlin, den 6. December 1823.
„Ich freue mich ſehr, mein lieber Herr Rector, daß Sie meiner noch zuweilen gedenken, und wenn ich, wie Sie in Ihrem gütigen Briefe mir ſchreiben, Einiges zur Verbeſſerung Ihrer Bibliothek beigetragen habe, ſo vermehrt dies das Vergnügen, mit dem ich an Reinerz zurückdenke, um Vieles. Der Dank, den mir die Soldaten ſagen laſſen, gebührt mir nicht ſo ſehr, als Ihnen, denn Sie haben die Mühe der Anordnung des Con certs und die erſte Idee dazu gehabt, und das Wenige, was ich vielleicht zur Erleichterung des Schickſals dieſer armen Leute beigetragen habe, be⸗ darf nicht der Erwähnung.
Es freuete mich zu ſehen, wie ein einziger Mann, wenn er Luſt und Liebe zur Sache hat, in einer Stadt, ſie ſei ſo groß oder ſo klein wie ſie wolle, ein Orcheſter aufbringen kann, mit dem ſich Symphonien von Beethoven aufführen laſſen. Glauben Sie ja nicht, daß ich es für leicht halte, einer Stadt Geſchmack für Muſik beizubringen, oder daß ich die Wir⸗ kungen Ihrer Anſtrengungen überſehen habe. Sie ſchreiben mir, daß Sie dem Winter ungern entgegenſehn. Der Sommer giebt Ihrem Wohnorte ja eben ſeinen ſchönſten Schmuck. Die xreizende Gegend, die Menſchenmenge im Bade, die Wälder und Berge und das angenehme Klima, alles dies iſt nur im Sommer da zu bewundern, und wohl glaub' ich, daß der Winter bei Ihnen traurig und einſam iſt. Ganz anders iſt's hier bei uns. Da iſt der Sommer unangenehm; die Gegend iſt kahl; wer nur fort kann, der verreiſet; der Staub iſt ſchrecklich und ſehr wenig Schatten. Was Wunder, daß man mit Freuden dem Winter entgegenſieht, wo Alles ſich wieder ver einigt, wo man es nicht für Pflicht hält ſpazieren zu gehn, und wo man wieder gute Muſik hören kann. So war es auch im Anfauge dieſes Win⸗ ters. Doch plötzlich zog die Vermählung des Kronprinzen mit einer bairiſchen Prinzeſſin aller Leute Aufmerkſamkeit auf ſich. Den 28. November ſollte die Prinzeſſin eingeholt werden, und man wendete Alles auf, um den Empfang recht glänzend zu machen. An einer großen neugebauten ſteiner⸗ nen Brücke(deren ſich Oukel wohl erinnern wird), welche zwiſchen des Königs Palais und dem großen Schloſſe ſteht, war eine Ehrenpforte er⸗ richtet worden. Durch die Linden(die Hauptpromenade) ſollte der Zug gehen. Auf beiden Seiten dieſer Straße wimmelte es von Menſchen, die Fenſter von allen drei Etagen, ja ſelbſt die Dachluken waren vollgepfropft mit Neugierigen, auf Bäumen, auf Laternen, auf Pfählen, auf Leitern, auf Brunnen, ja auf Dächern ſtanden Leute mehrere Stunden, um— einen vergoldeten Staatswagen zu ſehen und ihr Hurrah zu brüllen. Endlich
kam der erwünſchte Augenblick, die Prinzeſſin zog ein, escortirt von
Schlächtern, Brauern, Tiſchlern, Schneidern, Schuſtern und Kaufleuten; an der Ehrenpforte empfingen ſie hundertundfünfzig junge Mädchen, die ihr ein Kiſſen überreichten, das ſie die Gnade hatte anzuſehen; dann kam ſie ins Schloß und geruhte ein unterthäniges Mittagsmahl einzunehmen. Dann war die Luſtigkeit aus. Nun kommt das Traurige und Schreckliche. Abends hielten achthundert Studenten einen Fackelzug vom Thor bis an's Schloß. Als ſie nun am Schloß angekommen waren, ſtrömter die Volksmenge zurück, und nun entſtand auf einer bleinen Brücke, die neben der ſteinernen geht, ein ſolches Gedränge, daß dreißig Leute theils e drückt, theils in's Waſſer geſtoßen worden ſind; viele werden vermißt, viele ſind verwundet. Die ganze Stadt iſt ſehr bewegt durch dieſes Ende mit Schrecken. Der König war wüthend, der Commandaut beſtürzt, der Polizei⸗ director machte ein langes Geſicht, man verbot dem Zeitungsſchreiber von dieſer Sache zu reden, und damit war’s gut!! * Das Original des Briefes iſt im Beſitze der wackern Künſtlerfamilie Lüſtner in Breslau.— 3
Doch genug von dieſen Hofſtaatsactionen. Sobald ich nur Zeit habe, will ich das verlangte Stück für Violine und Clavier anfangen und es Ihnen dann gleich ſchicken.
Grüßen Sie doch Onkel, Tante und Ihre ganze Familie, auch Herrn V Leo und den Bürgermeiſter V
von Ihrem F. Mendelsſohn Bartholdy.“
Wer meint hier die Worte eines Knaben zu leſen? Alle die wunder baren Charaktereigenthümlichkeiten, welche ſeiner Individualität ein be⸗ ſonderes G.präge geben, alle die männlichen Eigenſchaften, welche ſeinen ſpäteren ſchriftlichen Bekenntniſſen, ſeinen Briefen, den Stempel reinſten Seelenadels aufdrücken, finden wir hier vereint: Herzensgüte und Be⸗ ſcheidenheit, wahre Empfindung und Aufmunterung im Streben, Ernſt für ſeine Kunſt und beißenden Humor für das Gebahren der ſinnlich gaf fenden Menge.
Wohl begreifen wir, in völliger Uebereinſtimmung, die Worte, die wenige Wochen ſpäter, am 8. Februar 1824, Zelter an Goethe ſchrieb: „Von meiner ſchwachen Seite kann ich der Bewunderung kaum Herr werden, wie ein Knabe, der ſoeben fünfzehn Jahre alt geworden, mit ſo großen Schritten fortgeht. Neues, Schönes, Eigenes, Ganzeigenes iſt überall zu finden: Geiſt, Fluß, Ruhe, Wohlklang, Ganzheit.“ J. S.
Ehre wem Ehre gebührt. Die ſchöne alte Stadt Trient an der Etſch im Lande Tirol iſt Jedermann bekannt durch die große Kirchenver ſammlung— das tridentiniſche Coneil, welche auf Betrieb Kaiſer Karl's des Fünften von 1545 bis 1563 hier abgehalten wurde und mit ſeinen Beſchlüſſen und Bannflüchen gegen die Ketzer die definitive Trennung von Proteſtanten und Katholiken vollzog. Weuiger bekannt vielleicht iſt
unſeren Leſern, daß ſeit Jahrhunderten die Bereitung eines Induſtrie
erzeugniſſes in Trient ihren Hauptſitz aufgeſchlagen hat, deſſen Name, gleich dem jenes Conciles, nur mit erfreulicherem Klange, durch die Welt geht. In Trient und in dem angrenzenden Wälſchtirol überhaupt wird nämlich der größte Theil jener pikanten Würſte ſabricirt, die ſich als Salami di Vexona unter italieniſcher Flagge bei uns eingeſchmuggelt haben, die wir aber hiermit als deutſches Produet reclamiren wollen, denn trotz Garibaldi und Italianiſſimi laſſen wir uns nicht irre machen, die ganze gefürſtete Grafſchaft Tirol bis zum Gardaſee hinab nach wie vor für das deutſche Reich in Anſpruch zu nehmen.
„Es liebt der Menſch, das Strahlende zu ſchwärzen“ ꝛc., ſagt Schiller; auch die edlen Salami ſind dieſem Schickſal nicht entgangen. Man redet den Trefflichen nach, ſie entſtammen dem Fleiſche dienſtunfähig gewordener oder, noch ſchlimmer, ihren Leiden bereits erlegener Eſel oder dem Waſen⸗ meiſter verfallener Gäule. Eine ſchnödere Verleumdung iſt indeſſen noch niemals erdacht worden, an all' dieſen Beſchuldigungen iſt kein wahres Wort, wie wir, ſeit Jahren in Wälſchtirol lebend und mit dem betreffenden Induſtriezweige genau vertraut, im Nachſtehenden zur Ehrenrettung der gekräukten Pſeudo Veroneſer und zu Nutz und Frommen für Diejenigen darthun wollen, die jene lügneriſche Behauptung einer geſunden und zu gleich leckeren Speiſe entfremdet.
Die Salami ſind allerdings Veroneſer Urſprungs; der Heimath Ro meo's und Julie's ſoll der Ruhm gebühren, die Delicateſſe erfunden und längere Zeit ausſchließlich fabriceirt zu haben. Auch heute noch wird ſie in Verona verfertigt, doch in unbedeutendem Maße und von weit geringerer Qualität als in Trient und deſſen Umgebung, die Etſch hinunter bis nach Roveredo. Das zwiſchen italieniſcher und deutſcher Temperatur die Mitte haltende Klima des Etſchlandes mag hauptſächlich die Urſache werden, daß
die Salamifabrikation hier gedeiht wie ſonſt nirgendwo; wenigſtens ſind bis jetzt die Verſuche, welche man angeſtellt hat, die Induſtrie in Wien und mehreren anderen Orten Oeſterreich's einzubürgern, geſcheitert, obſchon man die erforderlichen Arbeiter ebenſo wie alles dazu nothwendige Material aus Trient verſchrieben hatte. Ein gleichmäßiges, trocknes, klares Winter wetter mit zwei, höchſtens drei Grad Kälte ſcheint allein das Gelingen des Productes zu bedingen.
Nur eine beſtimmte Schweinerace iſt es, deren Fleiſch als Haupt beſtandtheil zu den Salami verhackt wird; eine kleine durchaus ſchwarze Race mit ſehr kurzem Haar und langen Hängeohren, welche man in den oberitalieniſchen und ſüdtiroliſchen Bergen zieht, für deren Bewohner ſie keinen unbeträchtlichen Erwerb bildet. Das Fleiſch aller anderen Schweine gattungen, unſerer deutſchen wie der ſogenannten ungariſchen, iſt nach viel fältiger Erprobung zur Erzeugung von Salami völlig ungeeignet.
Dieſe italieniſchen Schweine haben ſich einer beſonderen Erziehungs methode zu unterwerfen, um ihren Wurſtzwecken zu entſprechen. Die Zeit
ihrer Kindheit verleben ſie in der milden Luft der Thäler; ſobald ſie aber ſattſam herangewachſen ſind, verpflanzt man ſie zur ſchließlichen Vervoll kommnung, d. h. zur Maſt, auf die Berge, deren aromatiſche Nahrung ihrem Fleiſche die Kraft und Würze verleiht, welcher man zur Salami bereitung bedarf. Für die Waare erſter Qualität dient einzig und allein das Fleiſch an Rippen und Lende; alles Uebrige giebt ein minder vorzüg liches Fabrikat.
Ein anderer, quantitatiy jedoch weſentlich untergeordneter Beſtandtheil unſerer Veroneſen kommt aus dem nahen Pnſterthale, von dem ausge zeichneten Rinderſchlage, welchen man hier cultivirt und der ſich durch die Zartheit und den Wohlgeſchmack ſeines Fleiſches vor vielen anderen Gat tungen zur Maſt empfiehlt, jedenfalls dem berühmten Schweizer Vieh nicht nachſteht. Die Salami ſind Früchte des Winters, ſie werden lediglich in den Monaten November, December und Januar bereitet, weil blos in dieſer Zeit die Temperatur ihrer Fabrikation gemäß iſt. Nach dem Schlachten der Schweine läßt man das Fleiſch eine Woche lang der Kälte ausgeſetzt, zerhackt es dann ſo klein, wie man es braucht, und breitet es nachher auf
ſchiefen und eng neben einander befindlichen Stäben mindeſtens vier Tage


