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und Intereſſen des Landes geſpielt wurde, trat d ie
liche Wirth, um die herbeiſtrömenden Gäſte zu begrüßen, und für Jeden, der eintrat, hatte er ein liebenswirdiges Lächeln, ein ge⸗ winnendes Wort, einen zuthunlichen Händedriu nn vor Allem natürlich eine höfl iche Verneigung. Die Aufmerkſamſten wollen je nach der Bedeutung der ſich darſtellenden Perſönl lichkeiten einen Unter ſchied in dem Wärmegrad dieſer Kundgebungen bemerkt haben; da aber bis jetzt zur genauen Bemeſſung dieſer Temperatur noch kein Thermvntter erfunden iſt, mag dieſe Wahrnehmung nicht weiter in Betracht gezogen werden.
Auf der Bruſt des Mannes, welcher ſo zahlreichen Beſuch er⸗ hielt, und ſo leicht auf dem glattgewichſten Boden ſe zu bewegen
wußie prangte ein Orden und aus ſeiner Beſcheidenheit ſprach das
ſtolze Bewußtſein der hohen Stellung, d die er gewonnen. Bei aller Be herrſchung konnten ſeine Züge eine gewiſſe Genugthuung nicht verbergen, beſonders wenn die großen Herren aus alten Geſchlech⸗ tern ihm ihre Zuvorkommenheit bezeigten. Als Cardinal Rauſcher, Fürſt⸗Erzbiſchof von Wien, einer der rüſtigſten Vorkämpfer der kirchlichen Gewalt, im Saal erſchien und mit dem Wirthe auf's Innigſte Freund dlichkeiten tauſchte, ging ein Flüſtern des Erſtaunens durch die Menge, und über das Angeſicht des Empfangenden ſtrich kes wie ein leiſer Auflug von Ixronie.
Der Mann mit dem Orden, an den ſo viele Menſchen ſich herandrängen, iſt Dr. Karl Giskra, Miniſter des Innern, der Sure eines Nothgerbers dt⸗ Mähriſch⸗Trübau. Karl Giskra, vor⸗ läufig weder Graf noch Baron, nicht einmal von Giskra. Vor einigen Jahren war der Würdenträger in demſelben Lande, das er nun beherrſchen hilft, ein Geächteter, ein Verfolgter; die Polizei hatte ein wachſames Auge auf i hn, und Herr von Bach ließ ſich angelegen ſein, dem freiſinnigen Rechtsgelehrten das Leben ſchwer zu machen. Mehr war nicht nöthig, um Herrn Giskra von allen Vortheilen des Bürgers, von allen Rechten des Menſchen auszu ſchließen. Nicht nur wurde dem Mißliebigen die Advocatur ver weigert, ſondern auch durch den Schrecken, welchen die damalige Ne gierung um ſich verbreitete, der Weg zu Privatanſtellungen verſperrt. Di der vorherrhenden Feigheit und Angſt, welcher Bürger hätte tes gewagt, die Dienſte eines Menſchen anzunehmen, der die poli⸗ d liche Ungnade ſich zugezogen? Einer hat ſich's unterſtanden, es war Eugen von Mü hlfeld ,der den geächteten Cameraden in ſeiner Schreibſtube untergebracht trotz der Warnungen, die ihm von der Behörde zugingen, trotz der Lauſcher Späher, mit denen er ſowohl, als ſein Concipient umſtellt wurden.
Die ſentliche Meinung hat ſich erſtaunt und ver bletzt darüber gezeigt, daß der Miniſter Giskra an dem offenen Grabe Mi ühlfeld's kein Wort der Trauer und des Dankes geſprochen.„Ein Dienſt, wie ihn der Hingeſchiedene dem Ueberlebenden erwieſen hatte,“ lautete der allgemeine Vorwurf,„ſei wohl einen warmen Nachruf werth geweſen.“ Weder die amtlichen Rückſichten noch die eingetretene Verſchiedenheit der pol litiſchen Anſchauungen zwiſchen den beiden Freunden vermochten das Schweigen des Miniſters in den Augen der hofunfähigen Menge zu entſchuldigen. Dem ſchlichten Sinn
das Verſtändniß für die kluge Berechnung, welche das Recht in Anſpruch nimmt, ſich zwiſchen eine heilige Herzenspflicht und deren Erfüllung zu ſtellen. Anders malen ſich die Nothwendigkeiten in dem Kopfe eines Miniſters, anders in dem Kopfe eines Erdenkindes, dem die Geheimniſſe der Macht un⸗ bekannt geblieben.
Zum erſten Mal aus dem Duntkel einer beſcheidenen Exiſtenz herausgetreten 3 Dr. Gistra am 15. Mai des Jahres 1848. Müde des Spiels, das von den Unverbeſſerlichen mit den Wünſchen
Bevölkerung von Wien an die verſtockten Dränger mit einer Sturmpetition heran zund machte dem Geplänkel zwiſchen freiheitlichem Streben und Unterdrückungsgelüſten mit einem Schlage ein Ende. Giskra, als Wortführer d der Aula, unterhandelte mit dem Miniſter Pillersdorf und gab ſeinem Namen weitgehenden Klang. Strenge Richter ver⸗ urtheilen die Verſpätung dieſer Theilnahme an der Bewegung und zeigen ſich geneigt, die Zurückhaltung des Doctors in den März— mgen und den folgenden Wochen einem Uebermaß von Vorſicht zu zuſchreiben. Uns aber können Vorausſetzungen nicht als Anhalts⸗ punkte des Urtheils dienen.
Bis zum Jahre 1848 hatte Karl Giskra ſeine juriſtiſchen Studien getrieben, den Doectortitel erworben und im Lehrfach wirkſam es bis zum Stellvertreter des Profeſſors Kudler ge⸗ bracht, der an der Wiener Hochſchule Staatswiſſenſchaft vortrug.
des Volkes fehlt eben
Kreuze werden Sie die Völker doch auf die Linge nicht 8
In eines der Jahre, welche den März zerhebungen vorhergingen, fällt ein Vorgang, welcher zu bezeichnend für die Anlagen unſeres Miniſters iſt, um überſehen zu werden. Obgleich das Schweigen in Oeſterreich damals zu den erſten Bürgerpflichten zählte und Graf Sedlnitzki dafür zu ſorgen wußte, daß kein glückliches Wort die angenehme Friedhofsruhe der Geiſter ſtörte, veranftollere Dr. Giskra eundeh Redeübungen junger Leute, welche für die Kanzel oder den Lehrſtuhl ſich vorbereiteten oder zu ihrem Ver⸗ gnügen ohne praktiſchen Zweck eine Gewandtheit im Gebrauch des Wortes zu erlangen ſuchten. Bei dieſen Unterhaltungen pflegte der Lehrer, um den Geiſt und die Beredſamkeit ſeiner Schüler recht anzuſpornen, abwechſelnd für und gegen denſelben Gegen⸗ ſtand zu ſprechen, und einmal brachte er durch ſeine Beweisfüh⸗ rungen nach zwei entgegengeſetzten Richtungen hin einen jungen Theologen derart außer Faſſung, daß deſſen Sinn ſich vollkommen verwirrte und der arme Gottesgelehrte in eine Irrenanſtalt ge⸗ bracht werden mußte. Ueber den Werth dieſer dialektiſchen Ge⸗ wandtheit giebt es nun freilich abweichende Meinungen; während die Einen für dieſelbe alle Bewunderung in Anſpruch nehmen, verwerfen ſie die Anderen als die alltägliche Fertigkeit eines So⸗ phiſten oder Diplomaten, von welcher man mehr auf den Mangel an wirklicher Ueberzeugung, als auf eine beſondere Kraft des Denkens ſchließ en könne.
Wurde ſchon das Auftreten Giskra's vom 15. ſeine Haltung in der Aula höheren Ortes übel vermerkt, ſo gab die Mißhandlung des verkappten Polizeihäſchers Rößler, an wel⸗ cher man ihn der Theilnahme bezichtigte, Grund oder Vorwand zur Entfernung d Doctors vom öffentlichen Lehramte. dieſe Entlaſſung e eine beſchloſſene Sahe⸗ als Giskra, von ſeiner daſerſiad Mäl Friſch⸗ Trübau in das Frankfurter Parl ament ge⸗ wählt, freiwillig ſeine Stelle niederlegte, um ſich ganz der politi⸗ witt Laufbahn hinzugeben.
In der Paulskirche nahm er auf der Linken Platz, der Schaar beigeſellt, welche im„Regensburger Hof“ ihre beſonderen Ver⸗ ſammlungen hielt. Eben ſo wenig als ſeine ſlaviſche Abkunft ihn verhinderte, deutſches Wiſſen wie deutſche Bildung zu ſchätzen und zu ſuchen, verhind erte ſie ihn, bei den verſchiedenſten Ge legenheiten warme Gefühle für Deutſchl and an den Tag Zu legen; als Red⸗ ner machte er ſich mehr denn bemerkbar trotz des Zuſammenfluſſes von oratoriſchen Begabungen im Reichsparlamente, die zu exreichen kein Leichtes war. Beſonders wirkte Giskra durch die Pracht und den Schwung der Sprache, durch die ſinnliche Lebendigkeit des Ausdrucks. Und heute noch, da ihn die Gunſt der Ereigniſſe auf die Miniſterbank emporgehoben, quillt der Redeſtrom aus dem Munde Giskra's wie vor zwanzig Jahren. Der rauſchende Beifall der Schützenverſammlung im Prater galt nicht weniger dem glück⸗ lichen Sprecher, als dem angeſehenen Manne.
So weit iſt Giskra nicht gegangen, daß er mit dem Hinflein entſchloſſener Männer in Stuttgart weiter getagt hätte, nachdem den deutſchen Volksvertretern die vor der Naſe zugeſchlagen worden, aber doch weit genug, um den Zorn der öſterreichiſchen Gewalthaber auf ſich zu laden. Viel we⸗ niger, als Giskra verbrochen, war hinreichend, um einen Menſchen bei General Kempen, dem Stifter eines Gendarmdienſtes in Oeſter⸗ reich, der Louvois' Dragouaden beſchämte, übel anzuſchreiben.
Zum Glück für den verfolgten Juriſten war der Wütherich mancherlei Einflüſſen zugänglich und ſnnd ſich eine Perſon, w welche eine Art Ausgleichung zwiſchen dem Dränger und dem Opfer herbeizuführen geneigt und im Stande war. Ueber dieſen Wohl⸗ thäter, wie über die Natur ſeiner Bez iehnugen zu den beiden Figuren dieſes Dramas, liegt ein Schleier des Geheimniſſes, den zu zerreißen oder auch nur zu lüften ich aus verſchiedenen Grün⸗ den nicht verſuchen mag. Genug, Dr. Giskra wurde eine Art Schützling des fürchterlichen Kempen, ohne daß er von ſeinen Grundſätzen etwas zu verleugnen brauchte, nur mußte er das Verſprechen geben, daß er niemals gegen den Beſtand Oeſterreichs wirken werde. Dieſes Gelöbniß legte er auch ab und wurde von dem Mächtigen in Gnaden aufgenommen; er erhielt die Advocatur in Brünn und außerdem das Recht einer freieren Sprache mit
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dem lindoldeen welcher ſo viele Hinrichtungen und Verhaft bunge vornehmen ließ, daß ſelbſt die Fanatiker des Rückſchritts d ſich
Einmal wagte Giskra zu⸗
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die Aeußerung:„Exeellenz, mit dem Säbel
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