Jahrgang 
9 (1865)
Seite
135
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hier tagtäglich die erquickende Betrachtung aufſtieg, daß es bald bergab gehe, wo der Milchjunge ſich luſtig aufſetze und der Wagen für ſich laufe und ſie ſich einmal nach Herzensluſt ausſpringen könnten. Und wie freuen ſie ſich immer auf das wohlbekannte Ziel! Denn dort kommt dann die alte gute Frau, welche die Wurſthaut für ſie ſammelt, und warten gewiß ſchon des Nachbars Kinder, die ſie ſtreicheln und ihr Butterbrod mit ihnen theilen. In ſo friedlichen Gedanken waren ſie ihre Straße dahin getrollt, die beiden braven Karrenhunde. Und Alles war gekom⸗ men genau nach ihrer Betrachtung: der Weg bergab, der Milch⸗ junge auf dem Wagen da rannte das Schickſal in Geſtalt eines gejagten Haſen quer über ihren Lebenspfad!

Welcher ehrliche Hund kann einen gejagten Haſen ſehen, ohne ihm nachzuſpringen? Dieſe Frage legen wir der ganzen Menſch⸗ heit vor, und ſie wird antworten: Keiner, es müßte denn ein fetttriefender Schoosmops ſein und der iſt kein Hund mehr, ſondern ein Damenmöbel, das den ganzen Tag getragen wird und die Füße nur zum Flohjucken hat. Wer nicht ein richtiges Flink⸗ bein iſt, ſoll ſich keinen Hund nennen. Die Berechtigung der bei den Karrenzieher zu ihrem urſprünglichen Beruf iſt ſomit darge⸗ than; nur ungerechtes Pochen auf menſchliche Satzungen iſt es, welche dieſe Jagd mit ſo bedeutenden Hinderniſſen eineunbe⸗ fugte nennt.

Wer hat aber den Vorfall ſo eifrig belauſcht und ſo getreu wiedergegeben? Unſere Leſer werden einen ſo ſinnigen Künſtler kennen lernen wollen, und ſo geſtatte er denn, ihn hiermit vor⸗ zuſtellen.

Otto Eberlein iſt ein geborener Göttinger, der vor nun⸗ mehr achtunddreißig Jahren das Licht der Welt erblickte. Sein Vater war ein geſchickter Landſchafts⸗ und Figurenzeichner, der be⸗ ſonders durch ſeine Illuſtrationen zu den naturwiſſenſchaftlichen

Werken von Blumenbach und Langenbeck bekannt geworden iſt; er

Verbat ſich zu waſchen. Schmutzüberzug und Sechsfüßler. Holzblöcke als Kopfkiſſen. Beiſpielloſe Unſauberkeit im Lazareth zu Ekelhaftes Trinkwaſſer. Verwundetentransport auf der Eiſenbahn.

Von Tag zu Tage ſtieg die Noth auf Belle⸗Jsle, von Tag zu Tage wuchs der Hunger, ſo daß die Gefangenen die Knochen zerbiſſen, die ſie etwa im Kehricht ſanden; daß ſie froh waren, wenn ſie eine Ratte erjagen und verſpeiſen konnten; daß ſie ſich der Lumpen entäußerten, mit denen ſie noch ihre Blöße deckten, um dafür einen Biſſen Brod einzutauſchen und dann nur um ſo inehr zu frieren und zu hungern. Blos noch Haut und Knochen, konnten ſehr Viele nicht mehr gehen; bis auf's Aeußerſte ent⸗ kräftet, fielen ſie ſchwindelnd um, ſo wie ſie ſich zu erheben verſuchten. Diarrhöe, Scorbut, Hungertyphus begannen furchtbar zu graſſiren und Woche um Woche zahlreichere Opfer zu fordern. Welche Hungerqualen die Gefangenen erduldet haben müſſen, zeigt u. A., daß ſie, nach ihrer Auswechſelung in den Hospitälern der Föderirten untergebracht, oft flehentlichſt baten, ihnen nur den Anblick eines Apfels oder eines Stückes Fleiſch zu gönnen, damit ihnen wenigſtens im Gedanken ein Genuß zu Theil würde, welchen die Aerzte den Leidenden vorläufig noch verſagen mußten.

Wo Tauſende von Menſchen auf ſo engem Naum zuſammen⸗ gedrängt und dazu noch aller Mittel zur gehörigen Reinigung be⸗ raubt waren, mußten ſich zu den geſchilderten Qualen bald noch andere geſellen, die von Vielen am Peinlichſten empfunden werden mochten, Qualen der abſchreckendſten Art, die ſich eigentlich der Beſchreibung entziehen, aber hier doch nicht unerwähnt bleiben dürfen,

damit der Leſer das volle Bild der ſüdſtaatlichen Barbarei erhalte. Der St. James floß zwar in nächſter Nähe der Station, aber die Grauſamkeit der Aufſeher verbot den Gefangenen ſelbſt die Benutzung des Waſſers. Von den vielen Tauſenden, die auf Belle⸗ Isle ſchmachteten, durften täglich nicht mehr als einige ſiebenzig ſich der Wohlthat eines Bades theilhaftig machen, ſo daß auf

dieſe Weiſe der Einzelne etwa alle ſechs Wochen einmal zu der

heißerſehnten Reinigung und Erfriſchung gelaugte! Was die Fol⸗ gen ſolcher Entbehrung waren, kann man ſich denken.

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Noch widerlichere Qualen. au a Richmond. Täglich einhundertundfünfunddreißig Todte!

incruſtirt war mit Schmutz und Ungeziefer, an und auf dem es nicht wimmelte von Läuſen; überdies waren Alle wund und blutrünſtig von den ſcharfen Sandkörnern, die ihre Lagerſtatt bildeten. Beſitz ergriffen hatte, davon nur ein Beiſpiel. fangenen Soldaten war ausgewechſelt und wurde nun vor allen Dingen gebadet. keit, ſchor ihm den Kopf bis auf die Haarwurzeln, zog ihm friſche Wäſche an, aber kaum lag er zehn Minuten in einem reinen Bette, und Laken und Decken und Kiſſen waren ſchwarz von ſechsfüßigen Ungethümen. gen werden, ekelhaft wie es iſt trotz falls durfte während der Nacht Jeden Morgen war der Erdboden mit Koth überzogen und zur Jauchenlache geworden, welche die Luft verpeſtete und die Brunnen vergiftete. tritten unſere Zuflucht ſchworenen Zeugenausſagen;ja, es kam vor, daß ſie uns drei polle Tage, einmal ſogar ſechs Tage lang, verſchloſſen blieben! Wir ganze Umgebung von Belle⸗Jsle einen Charakter, der ſich anſtän⸗ diger Weiſe nicht einmal andeuten läßt. Wagenladungen von Un⸗ rath wurden tagtäglich vom Erdboden abgefahren; deſſenunge⸗ achtet blieb dieſer noch immer ein Sumpf von Schmutz und Unflath.

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war auch der erſte Lehrer des Sohnes, der wiederum im Jahre 1845 als Zeichenlehrer am Göttinger Gymnaſium ſein Nachfol⸗

ger wurde. Was des Vaters Hand an Otto Eberlein glück⸗ lich begonnen, bildete Profeſſor Oeſterley weiter aus; nament⸗

lich in der Oelmalerei.

Die Hauptſchule für die Ausbildung ſeiner eigenthümlichen humoriſtiſchen Begabung fand er in Düſſeldorf, wohin ihm, mit Unterſtützung des königl. hannöverſchen Miniſteriums, zweimal, in den Jahren 1851 und 1 53, zu längerem Aufenthalt Aaſen geſtattet ward.Die Ze ſchreibt er unsdie ich in Düſſeldorf verlebte, war kurz zugemeſſen, weshalb ich ſie nach Kräften zu benutzen mußte, da mich außerdem der an meine Ferſen geheftete Schulmeiſter oft genug daran erinnerte. Er verbrachte ſie mit eifrigen Studien, bald auf der Akademie, bald im Atelier, aber auch vernünftigerweiſe im Malkaſten, wo bekanntlich der Thron des Düſſeldorfer Künſtlerhumors ſteht. Hier fand er einen Kreis kunſtfördernder und das Leben erfriſchen⸗ der Freunde; vor Allem aber erhielt ſein Studium unter Hilde⸗ brandt's Leitung die wahre Weihe, die ſeitdem aus allen ſeinen Werken hervorſchimmerte, wobei er jedoch nichts weniger, als pu⸗ rer Nachahmer iſt, ſondern ſeine Originalität allezeit zur Geltung bringt.

Noch in Düſſeldorf hatte er denLotterie⸗Juden vollendet; dieſem folgte nun eine Neihe größerer Compoſitionen, wieGroß⸗ vaters Leibgericht,der kleine Kanonier,Er iſt nicht ſo bös, wie er ausſieht,Großvaters neue Brille,die Wiedergefun⸗ denen ꝛc. DieSonntagsjäger wurden durch die Kunſtausſtel⸗ lungen, auf denen ſie allgemeine Heiterkeit verbreiteten, zuerſt in weiteren Kreiſen bekannt. Somit iſt dieſe tüchtige, geſunde, friſche Kraft noch in ihrer vollſten Blüthe und läßt uns noch manches Herzerfreuende auf dem jetzt ſo ſterilen Felde des Humors hoffen.

Fr. Hfm.

Das ſchwarze Buch der Scſavenjunker.

(Schluß.)

Luftverpeſtung und Kothlache. Die Hölle von Camp Sumter. Blödſinn in Folge der Leiden.

Das Hospitalzelt. Fütterung der Gefangenen. Briefentziehung.

Syſtematiſche Abſichtlichkeit der Barbarei.

In kurzer Zeit gab es nicht Cinen, deſſen Körper nicht dick nicht einen Einzigen,

In welchem Grade das Ungeziefer von ihnen Einer der ge⸗

Man wuſch ihn mit mäglichſter Gründlich⸗

Und auch das darf nicht verſchwie⸗ des herrſchenden Durch⸗ Niemand die Latrinen auſſuchen.

Nur dann und wann war uns erlaubt, zu den Ab⸗ zu nehmen, heißt es in einer der be⸗

wälzten uns Alle im Unflathe und allmorgentlich trug die

Eine Art von Hospital befand ſich allerdings auf der Iuſel,

das nie leer wurde von Patienten, allein es war nichts weiter als ein großes Zelt ohne Dielen, ohne Betten, ohne alle und. jede Beguemlichkeit, wie ſie für Kranke unerläßlich ſind. Holz⸗ ſcheite und Holzblöcke waren die einzigen Kopfliſſen, die man den Leidenden unterbreitete.Wenn Sie einen Gaul ſterben ſähen, bemerkte einer der Vernommenen zu dem ihn

fragenden Commiſſar,

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