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die Kinder erſt lange Kleider, ſo ſind geſtrickte wollene Strümpf⸗
durch die Kinder vor jeder Zugluft geſchützt ſind, ohne in den
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neue, friſchlackirte Sonntagsmütze glänzte auf ſeinem 9 4 Aeeſteute ſich zwiſchen zwei ungeheuren blendend weißen Vatermördern; ein
„habe ſchon längſt gewünſcht, Ihnen meine Erkenntlichkeit bethätigen zu kön⸗
— dichtem Schleier, iſt daneben, wie auch ſpäter, nothwendig. Tragen
chen und Schuhchen nicht wohl zu entbehren, da beim Sitzen auf dem Arme der Wärterin die Röcke und Kleider durch die Füßchen der Kinder ſelbſt verhindert werden, unten genau zu ſchließen. Bei irgend windigem und kälterem Wetter iſt es ſehr zweckmäßig, das wollene Unterröckchen unterhalb der Füße zuſammenzubinden, wo⸗
Bewegungen ihrer Beinchen allzuſehr beengt zu werden. Jeden⸗ ſalls überzeuge ſich die Mutter immer ſelbſt, ehe der Ausgang beginnt, ob die Kleidung in Ordnung iſt und ob die natürlichen Bedürfniſſe des Kindes befriedigt ſind, damit Durchuäſſung ver⸗ mieden werde, die am allerleichteſten zur Erkältung führt,— und beim Nachhauſekommen, ob das Kind überall warm und trocken iſt.
Bei ſolcher Vorſicht wird man ſelten anders als bei ſehr ſtürmiſchem und regneriſchem Wetter oder ſtrenger Kälte nöthig haben, die ſo wohlthätigen täglichen Spaziergänge zu unterbrechen. Hewöhnung an die Luft iſt das beſte Abhärtungsmittel. Iſt aber ein Kind einmal unwohl, ſo wird es meiſtens beſſer zu Hauſe gehalten, denn dadurch, daß man mit einem kranken Körper von Neuem den krankmachenden Einflüſſen trotzt, wird keine Abhärtung rzielt. Solche iſt vielmehr, wie die Gewöhnung, nur dann zu erreichen, wenn die Wirkungen des einzelnen ſchädlichen Einfluſſes, ſei dies nun Kälte oder was ſonſt immer, vollſtändig überwunden ſind, ehe ein gleicher oder ähnlicher Einfluß wieder einwirkt. Sonſt häufen ſich die nachtheiligen Einflüſſe oder die Anforderungen zur Ueberwindung derſelben in raſcherem Maße, als die Gegenwirkungen des Organismus jene auszugleichen und letzteren zu entſprechen vermögen, und dann iſt nicht Abhärtung, ſondern Schwäche und Geſundheitsſtörung die Folge. Mit ſolchen grundverkehrten Ab⸗ härtungsverſuchen, denen gar viele Erwachſene zu ihrem größten Schaden huldigen, iſt es gerade ſo, als ob man durch unausge⸗ ſetzte Arbeit ſuchen wollte ſtark zu werden, da doch Jedermann weiß, daß Arbeit nur dann ſtärkt, wenn ſie in angemeſſener Weiſe mit Ruhe wechſelt, damit der Körper neue Kräfte bereiten und ſammeln kann. Wenn die Mutter zweifelhaft wird— und jede Weſen und Gebahren der Kleinen muß ſie zweifelhaft machen— ſei ſie lieber zu vorſichtig, als zu dreiſt, warte ab und frage einen ver⸗ ſtändigen Arzt um Rath. Denn bei Kindern kommt es, je jünger ſie ſind, deſtomehr darauf an, Krankheiten zu verhüten oder in ihren Keimen und Anfängen zu bekämpfen. Wie unendlich oft muß der Arzt, wenn er es auch den jammernden Eltern nicht zu⸗ geſtehen wagt, ſich ſelbſt ſagen, daß ſeine Bemühungen nur des⸗ V wegen keine Hülfe bringen, weil ſie zu ſpät kommen!
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Falſch iſt es alſo, die Kinder unter allen Umſtänden in's Freie zu ſchicken. Ein Schnupfen oder Huſten vergeht in der Regel leicht in gleichmäßig warmer Luft, während kalte Luft ihn immer von Neuem anregt, wodurch die Athmungswerkzeuge leicht bleibenden Schaden nehmen und bei Kindern jedenfalls in ihrer Entwicklung zurückgehalten werden. Aber geſunde Kinder müſſen, warm gekleidet und vorſichtig behandelt, hinaus, um ſich an die Luft zu gewöhnen und ihre wohlthätigen Einflüſſe zu erfahren. Schutz gegen die Witterung iſt für kleine Kinder viel leichter und vollſtändiger zu beſchaffen, als für etwas größere, beſonders im zweiten und dritten Lebensjahre, wo die Kinder zu ſchwer und zu ungeduldig ſind, um ſich tragen zu laſſen, aber noch nicht kräftig genug, um ſich bei kälterer Witterung durch eigene Bewegung gehörig zu erwärmen, noch auch ſo dichte Kleidung zu tragen, daß die Abkühlung nicht hindurchwirkt. Für dies Lebensalter iſt es oft nothwendig, ſtatt des Spazierganges im Freien, die Kinder warm angezogen in einem ungeheizten Zimmer oder einem andern trocknen und zugfreien Raume ſpielen zu laſſen. Aufſicht iſt aber um ſo mehr nöthig, weil kleinere Kinder, ſobald ſie anfangen zu frieren, ſich erſt recht keine Bewegung machen, ſondern ſtillſtehen oder ſich hinkauern. Erſt vom fünften oder ſechſten Lebensjahre an haben ſie Verſtand und Kräfte genug, um ſich, zum Spielen und Laufen angeregt, ſelbſtſtändig der Kälte zu erwehren.
Zum Schluß noch ein Wort über die Kopfbedeckung. So verkehrt es iſt, den Kindern ihren Kopf übermäßig warm zu hal⸗ ten oder immer gar zu ängſtlich einzubündeln, ſo gefährlich iſt es, ihn ohne Schutz der Kälte auszuſetzen. So lange er noch nicht von Haaren bedeckt iſt, welche die durch Wärmeausſtrahlung vor ſich gehende Abkühlung des Kopfes verhindern, iſt auch im Zimmer ein leichtes Häubchen nothwendig. Der Kopf mit ſeinem werthvollen Inhalt iſt bei kleinen Kindern ſehr empfindlich gegen Kälte und Zugluft, und ein Schnupfen iſt noch die leichteſte, ob⸗ wohl bei ganz kleinen Kindern keineswegs ungefährliche Folge der Unvorſichtigkeit in dieſer Beziehung. Abhärtungsverſuche möchten aber leicht dem Gehirn mehr Schaden zufügen, als auf der andern Seite Nutzen gewonnen wird. Eine ſo warme Einhüllung, daß dadurch alle Ausdünſtung verhindert und der Kopf erhitzt und zum Schwitzen gebracht wird, iſt aber ebenfalls nachtheilig, und wo bei Kindern Neigung zum Schwitzen am Kopfe vorhanden iſt, mag man dieſen lieber etwas zu kühl als zu warm halten, außerdem aber durch Waſchungen mit kühlem Waſſer oder mit ſehr ver⸗ dünntem Branntwein jener unangenehmen und geföhrlichen Neigung entgegenwirken.
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Bätter und Blüthen.
Eine Bettler⸗Hochzeit. Auf meinen unzähligen Kreuz⸗ und Quer⸗ agen durch Paris habe ich die mannigſachſten und ſeltſamſten Bekanntſchaften macht, namentlich zähle ich unter den verſchiedenen Straßenkünſtlern er Art, an denen Paris ſo unglaublich reich iſt, eine große Menge von Freun⸗ i und Anhängern. Ich habe für dieſe armen Teufel ſtets eine gewiſſe tliche Schwäche gehegt; je demüthiger und beſcheidener ſie ſind, deſto hr erwecken ſie meine Theilnahme, je zerlumpter und verhungerter ſie ſehen, deſto weniger kann ich ihnen den beſcheidenen Tribut verſagen, ſie von meinem Geldbeutel erhoffen. Einer meiner beſondern Freunde dieſer Kategorie war ein noch ziemlich unger Mann mit blos einem Arme, deſſen Geſchäft darin beſtand, dem zublicum einen dreſſixrten Haſen vorzuführen. Gewöhnlich war die Gar⸗ derobe meines Schützlings nichts weniger als luxuriös; eines Tages aber hatte er ſich prächtig herausgeputzt und ſtrahlte vor Vergnügen. Seilie Haupte; ſein Kinn
unerhörter Luxus, den ich noch nie bei ihm wahrgenommen hatte, eine hoch⸗ rothe Cravatte mit einer Rieſenſchleife, ſchlang ſich kokett um ſeinen Hals, und eine ganz neue, weiße und ſehr faltenreiche Blouſe trug zur Vollen⸗ dung des ganzen Anzuges vortheilhaft bei. Als er meiner anſichtig wurde, zwinkerte er mir zutraulich mit den Augen zu, und ſobald er ſeine Haſen⸗ production beendet hatte, winkte er mich zu ſich herau und flüſterte mir jn's Ohr:„Sie ſind immer gut und theilnehmens für mich geweſen und ich
een; heute bietet ſich eine Gelegenheit, ich will Ihnen Etwas zeigen was Sie vermuthlich in Ihrem Leben noch nicht geſehen haben und gewiß auch ſo bald nicht wieder ſehen werden.“ 8 4 Und das wäre?“ fragte ich neugierig. 7. „Eine Be Thochzeit!“ entgegnete er triumphirend.„Der Bettlex „Eine Bettlerhochzeit!“ entgegnete er birend.„Der Bettlen St. Sulpice iſt einer meiner Bekannten; ich kayf eigentlich dieſe hhich
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fort oder werden von ihren glücklichen Beſitzern,
Race von Müßiggängern durchaus nicht leiden, aber man darf es nicht mit ihnen verderben. Heute heirathet der Glückspilz und hat mich zu ſeiner Hochzeit eingeladen; wenn Sie wollen, können Sie mich begleiten, ich führe Sie ein und verſpreche Ihnen, daß Sie ſonderbare Dinge ſehen und hören werden.“
Scchlag zwei Uhr fand ich mich am Haupteingange der Kirche von St. Sulpice ein, wo Monſieur Ariſtide,— ſo heißt Freund Haſenbändiger— zuverläſſig und pünktlich wie immer, mich bereits erwartete. Paris iſt eine ſehr große Stadt, das weiß die ganze Welt. Wie in allen großen Städten, fehlt es denn auch hier nicht an Bettlern aller Art und aller Geſtalt, die auf jede erdenkliche und mögliche Weiſe Theilnabme, Mitleiden und Almoſen zu erhaſchen ſuchen. Um jedoch der Wahrheit die Ehre zu geben, muß ich ſagen, daß man in Paris verhältnißmäßig nur wenig von dieſen widerwärtigen, müßiggängeriſchen Paraſiten beläſtigt wird; die Polizei hält ſie gewalltg im Zaume und überwacht ſie ſtreng. Die Kirchenthüren aber, wie überhaupt alle Zugänge zu den Gotteshäuſern und namentlich auch die Kirchhofseingänge, ſind in der Regel von zahlreichen Bettlern belagert, und man findet unter dieſen wahrbaft abſchreckende Ge⸗ ſtalten; indeſſen ſind es faſt immer dieſelben widerlichen Erſcheinungen: zerlumpte Weiber, die elende kränkliche Kinder in ihren fleiſchloſen Armen halten, und verſtümmelte Männer, die unbeweglich wie die Fakire daſitzen und nur mit den Lippen wackeln, um den ewig gleichen Bettelſpruch zu ſtammeln. Das ſind die Bevorzugten, die Privilegirten der Bettlerkaſte; ſie werden geduldet, die Stellen, wo ſie betteln dürfen, werden ihnen angewie ſen, ſie ſind patentirte Bettler. ſie an beſuchten Orten gelegen ſind, eine ganz erkleckliche Einnahme ermög⸗ lichen, ſind natürlich ſehr geſucht, und die Herxen Bettler ſetzen Hinmmel und Erde in Bewegung, um dazu zu gelangen; ſie erben meiſt in den Familien weun dieſe ſich genug er⸗
Dieſe Bettelſtellen, die, namentlich weun
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