Jahrgang 
8 (1865)
Seite
113
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In Oscar Fordenſkiöld's Antlitz wechſelten Gluth und Bläſſe, er preßte die Lippen feſt aufeinander, wie wenn er den heftigen Worten, die er ſo gern entgegnet hätte, den Weg abſchneiden wollte. Erſt als er ruhiger geworden, fragte er kurz:Darf ich den Inhalt Ihres Schreibens erfahren?

Ein Zug kalter Verachtung zuckte um die Lippen des ältern

Mannes.Du kannſt um ſo eher wiſſen, was ich an Nanna V ſchreibe, entgegnete er,als es nichts Anderes ſein wird, als was ich ſie in Deiner Gegenwart fragen wollte.

Und im Fall es Fräulein Hanſen beliebt, Anſprüche an mich zu erheben, da ich das Glück genieße, ein Freiherr zu ſein, wäh⸗ V rend Arnulf Braderöp nur Schiffscapitain iſt?

In dem Fall löſe ich Ingeborg's Verlobung und Du wirſt hoffentlich ſo ehrenhaft ſein, den Anſprüchen gerecht zu wer⸗ den, die ſie macht, denn wie ich das Mädchen kenne, und das iſt V ſeit langer Zeit, würde Nanna Hanſen ſelbſt um eine Fürſten⸗ krone nicht Etwas verlangen und thun, wozu ſie nicht volle Be⸗ rechtigung hätte. Onkel, ich bitte Sie, ſchreiben Sie einen ſolchen Brief nicht! Greifen Sie nicht zerſtörend ein in mein in Ingeborg's Schickſal!

Ich unterlaſſe nie etwas von dem, was ich zu thun als meine Pflicht erkannte! Ich ſagte Dir, ich könne und wolle Ingeborg nicht als Weib eines M s ſehen, an den eine Andere Anſprüche habe. Erhebt ſolche Tochter des Deichgrafen Hanſen ſo beſſer jetzt, als ſpäts Ich theile in dem Fall mein Vermögen zwiſchen Dir und Ingeborg, behalte mein Kind, das ich, aus Gründen, die Du kennſt, vor dem Elend zu bewahren ſuche, wel ches mich ereilte und mein Glück, mein Leben zerſtörte. Oscar Fordenſkiöld wollte Einwendungen machen, da fiel ſein V Blick auf das ſtrenge, entſchloſſene Geſicht ſeines Onkels und er ſſchwieg. 1. 3

Nach Verlauf von acht Tagen, die der junge Mann fern von V Ingeborg und dem Hauſe ſeiner Verwandten verlebt, trat Baron Fordenſkiöld vor ſeinen Neffen hin, mit den nämlichen, wie aus Erz gegoſſenen Zügen, unbeugſamen Willens, überreichte ihm einen Brief und ſagte ernſt:.

I eſn ich das da geleſen, glaube ich, daß ich Recht und Nanna Hanſen einſt Anſprüche an Deine Treue hatte. Wie dem aber auch iſt, ſie weiſt Deine Hand zurück und Ingeborg kann ich nicht von Deiner Schuld überzeugen. Sie glaubt nicht, daß Du Dich Jener und ihrer unwerth benommen. Iſt ihre Liebe nun wirklich ſo tief und ſtark, ſo wird ſie die Probe beſtehen, die ich für Dich anſetzen muß, um Beweiſe Deiner, Treue und Stand⸗

Hlatt.

Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Ngr. zu beziehen.

frieſenliehe.

(Fortſetzung.)

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Herausgeber Ernſt Keil.

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haftigkeit zu erhalten, ohne welche Bürgſchaft mir das Loos mei⸗ nes Kindes zu unſicher dünken würde. Drei Jahre ſollſt Du nach meinem Willen, nach meiner feſten, unumſtößlichen Beſtim⸗ mung Ingeborg nicht ſehen, nicht an ſie ſchreiben, überhaupt in gar keiner Verbindung mit uns ſtehen. Kannſt Du nach drei Jahren Ingeborg's Hand von mir mit dem guten Gewiſſen verlangen, das ich bei einem Sproſſen des Fordenſkiöld'ſchen Geſchlechts vor⸗ ausſetze ſo will ich nicht allein des Mädchens Worte auf dem Boikenhügel und dieſen Brief hier vergeſſen, ſondern dann auch nicht zögern, Dir Ingeborg zu übergeben.

Onkel, Onkel, Erbarmen! rief der kürzen Sie die Probezeit ab!

Um keinen Tag! Erſt nach Ablauf dieſer drei Jahre werde ich von Neuem auf Deihe Treue bauen können, wenn in der Zeit Deine Liebe ſich bewährt hat. 3

Baron Fordenſkiöld verließ das Zimmer, ſein Neffe aber knitterte den kleinen Brief Nanna Hanſen's zuſammen und rief V verzweifelnd:

Und würf' ich mich ihm auch zu Füßen, läge flehend, bet telnd im Staube vor ihm, von jetzt ab bis an's Ende der Friſt mir nur eine Minute zu erlaſſen vergebens! Alles vergebens bei ihm, der nicht Gnade noch Erbarmen kennt, ſondern mit un⸗ erbittlicher Strenge richtet.

junge Mann flehend,

Wo ſich's um eine Schuld Stimme hinzu.

Der junge Mann blickte empor und ſah rigen Augen der Gräfin Adlerſparre, die vor

Tante, Du hier?

Ich ſoll bei Dir bleiben, bis Knud Larsſons Schiff in See geht, auf dem ſich bereits Dein Gepäck befindet.

Wann iſt das? fuhr Oscar Fordenſkiöld in Schmerze auf.

In vielleicht einer Stunde, lieber Oscar; es iſt darum Zeit, aufzubrechen!

in die dunkeln, trau⸗

handelt! ſetzte eine andere V ihm ſtand. V

heftigem

O Tante, kannſt Du nicht für mich bitten? Ich that's, Oscar, aber vergebens!

kleinen Garten am Hauſe derGeſtrandeten, der jetzt ſo ver⸗ ödet, ſo verwildert im einſamen Dünenthale liegt. ſchein drang in eine dunkle Mooshütte, die, einſt ein lauſchig Plätzchen bildete, Ingeborg erbaut und wo ſie

die, jetzt völlig verfallen, te, das Erich Larsſon der kleinen Beide als ſröhliche Kinder ihre harm⸗

Am Abend deſſelben Tages ſchien der Mond hell auf den

Der Silber⸗ V