s ſeinen aüprechen ſüer, aber ung Wa⸗ und viel vollenden,
Fragment. er ſeine ücklich zu
n Heeld
e er ohne
als ein unbaren ete. Cr daß kein
ein Herz
1 „Ich vertraute,
der lang
er ſich en Freund
duèd nahm,
um ſeines
chen Zrr⸗
8 Talent
he. Das unde und tereſſiten geworden, fnung für V
Mof dem
s ſchönſte zu krönen. manche u tiefſten Kleiſt
de Zu⸗ jeuem: nich
Dresdeus
ſl
var
onsraths gen Ele⸗ aſt, und bte hatte ner, gab verheiffen⸗ hr, da
me t war. Naturen, ſich der ie Probe bm ganz r ohnle „ Dl
zne Vol⸗ pächelnd vorüber⸗ t ſehen.
„er ſein 4
2, Mal. Iſte Mal
—½
= — —
jetzt noch war ſie geneigt, ihm zu verzeihen, wenn er ſein Unrecht einſehen würde. Aber Kleiſt beharrte auf ſeinem Eigenſinn und ſtellte gebieteriſcher als je die alte Forderung, worauf ſie eben ſo entſchieden bei ihrer Weigerung verblieb. Als die ihr von ihm geſetzte Friſt verſtrichen war, kam er nicht mehr wieder. Damals ſoll er aus Verzweiflung über dieſen Ausgang, den er ſelbſt ver⸗ ſchuldet hatte, zum erſten Male verſucht haben, ſeinem Leben ein Ende zu machen. Die Freunde fanden ihn ohne Bewußtſein, neben ihm ein geleertes Fläſchchen, das Opium enthalten hatte. Bald erholte ſich der Unglückliche und fand bei der Poeſie, der
Zeit ſah ich in einem illuſtrirten Blatte zwei Abbildungen, deren Zuſammenſtellung einen eigenthümlichen Eindruck auf mich machte. Rechts Dorfbewohner aus dem Can⸗ ton Teſſin, bemüht, einen vom Schneeſturm verſchütteten Leichnam aus ſeinem eiſigen Grabe zu befreien; links eine der blutigen Scenen aus dem polniſchen Aufſtande. Dort alſo eine ganze Ge⸗ meinde Tag und Nacht mit fieberhaftem Eifer grabend, um einen Unglücklichen an's Licht zu fördern, während dieſer ſchon längſt der gol⸗ denen Sonne die Augen verſchloſſen hatte— und hier eine jener gräßlichen Metzeleien, wo Hunderte und Tauſende hingeopfert, zu Dutzenden in's gemeinſame Grab geworfen werden und noch glück⸗ lich ſind, wenn im Spitale über dem Schmerzensbette eine Num⸗ mer den Namen erſetzt, nach dem Niemand fragt. Es liegt etwas tief Ergreifendes in dieſem Gegenſatze. Wie ſonderbar iſt nicht nur das Menſchenloos, ſondern auch menſchliche Theilnahme ver⸗ theilt! Es mag allerdings oft die Größe des Verluſtes den Schmerz erdrücken und nicht zur Beſinnung kommen laſſen; nach und nach zerſplittert ſich dieſer, eine neue Woge des Lebens geht
che 1 ergeſſen, ehe man ſich deſſelben
Vor einiger
ber einzelne Schlag viel tragiſcher wrrir, weir er, den eigenen Erlebniſſen näher gerückt, um ſo leich⸗ ter Furcht und Mitleiden weckt. Aber im Großen und Ganzen liegt doch viel Ungerechtes und Launenhaftes in der Theilnahme; das Zufällige, Blitzartige hat zu viel Einfluß, und ſelten denkt die Menge den großen Räthſeln des Menſchenlebens nach, die ſich ruhig entfalten und ruhig löſen.
Dieſer Eindruck wurde mehrere Wochen darauf wieder lebhaft in mir wach. An einem Sonntag des vergangenen Jahres bewegte ſich ein endloſer Leichenzug durch die Straßen Genfs. Die Freimaurer tru⸗
gen einen Bruder, die Feuerwehrmänner einen Cameraden zu Grabe, der auf dem Schlachtfelde gefallen, d. h. vom Giebel eines bren⸗ nenden Hauſes zerſchmettert unter die entſetzte Menge geſtürzt war. Mit ſchmerzlicher Theilnahme erfuhr man, daß der Verunglückte ein junger Bildſchnitzer geweſen, der ſich vom Packknecht durch rie⸗ ſigen Fleiß zu großer Geſchicklichkeit in ſeiner Kunſt emporge⸗ ſchwungen hatte. Die früh gebrochene Kraft wurde in's Grab ge⸗ ſenkt, während in der Nähe des Friedhofs der Expreßzug in die weite Welt, in das volle Menſchenleben hineinbrauſte. Wie ge ſagt, faſt alle Bürger der Stadt folgten dem Sarge. Vierzehn Tage zuvor, gleichfalls an einem Ruhetage, warf ein kleines, ganz kleines Häuflein Männer die ſchwere Scholle auf den Sarg eines Mannes, der auch in den beſten Jahren ſeines Lebens der Kunſt und dem Vaterlande entriſſen wurde. Ja, dem Vaterlande, und darin finde ich das Ungerechte dieſes kleinlichen Ignorirens, denn Alexander Calame— er war der von Wenigen zur letzten Ruheſtatt Geleitete— war nicht blos ein großer, ſondern vor Allem ein nationaler Künſtler. Während man überall im Aus⸗ lande um den Tod Calame's trauert, erwieſen ihm in der Hei⸗ math nur wenige Freunde und des Anſtandes halber einige Ver⸗ treter des Kunſtvereins die letzte Ehre.„
Die nachſtehende Lebensſkizze des Künſtlers wird begreiflich machen, warum ich dieſe lange Einleitung vorausſchickte. Ich bemerke aber zum Voraus, daß ich keine feſſeluden Epiſoden, keine ſpannenden Anekdoten mitzutheilen habe; ſtill und anſpruchslos, wie die Leichen⸗ feier, war das Leben des Malers geweſen. Aber Eines wird aus
nü emſſt auf
dem Lebensbilde hervorgehen: was es koſtet, um zu Frreichen, was
öſtlich iſt— und wie leicht der äußerlich Glückliche verkaunt wird.” Abhlan liebſten freilich hätte ich den Leſer in das prachtvolle
7 X₰ 3——
wahren und einzigen Geliebten ſeines Herzens, Troſt und Erhe⸗ bung. Sie führte ihm das Ideal weiblicher Hingebung, wie es in ſeiner Seele ſchlummerte, entgegen. Vor ihm erſchien das holde „Käthchen von Heilbronn“, die reizende, unſterbliche Ver⸗ körperung ſeiner Liebesträume.
Kleiſt aber liebte ſeitdem kein irdiſches Weib mehr, nur noch die Muſe, welche ihm treu blieb und ſein Grab mit ihrem un⸗ verwelklichen Lorbeer kränzte, als er, verfolgt vom Mißgeſchick, ſeinem Leben mit eigener Hand ein Ziel ſetzte, wie wir früher den Leſern der„Gartenlaube“ erzählten.
Ein Rünſtlerleben.
Von Eugen Peſchier.
Atelier Calame's geführt, um dort das Bild des Künſtlers in die verwaiſte Stätte zurückzurufen, allein die Achtung vor dem Schmerze der Hinterbliebenen verbietet's, neugierig an die noch immer geſchloſſene Thür zu klopfen; aber in eine andere Werkſtätte werden wir ein⸗ treten, in die große erhabene Alpenwelt, deren Majeſtät und ewige Schönheit im Kampf der Elemente und in der Sabbathruhe der Pinſel Calame's uns ſo wunderbar vor Augen zaubert. Aus den Fenſtern ſeines Ateliers ſchweifte ſein Blick über den See, welcher die Schönheit des Himmels ein- und ausathmet; mit der Sehnſucht, welche die Waſſer in unſerer Seele wecken, folgte er dem Wogenſchlag bis zu den duftigen Linien des Jura; durch das düſtre Rhonethal eilte die Phantaſie über den Gemmipaß in jene Rieſenwelt, wo Calame's Kunſt ihr Heiligthum und ihre Hei⸗ math fand.
Der Vater des Künſtlers, ein armer Maurermeiſter, ſtammte aus dem Canton Neuenburg und vererbte ſeinem Sohne die zwei Haupttugenden ſeiner Heimath: Muth und Ausdauer. Beim Bau eines Hauſes am Genfer See verunglückt, hinterließ er ſeiner Wittwe nichts, als das einzige Kind, Alexander, das den 28. Mai 1810 in Vevey geboren war. Der Knabe folgte der Mutter nach Genf und trat im vierzehnten Jahre in das Bankgeſchäft des Herrn Diodati als Handelslehrling; ſeine hübſche Handſchrift ge⸗ nügte und empfahl ihn für die Wahl dieſes Berufs. Allein in der Hand, die ſo zierlich ſchrieb, zuckte ein neckiſcher Kobold. Wäh⸗ rend der Lehrling am Pulte ſaß und eifrig zu rechnen ſchien, ver⸗ wandelten ſich die Schnörkel, mit welchen die jungen Handelshe⸗ fliſſenen gern die monotone Regelmäßigkeit ihrer Schrift zu ver⸗— ſchönen ſuchen, in wundervolle Arabesken; die gleichförmigen Striche fügten ſich aneinander zu allerliebſten Zeichnungen, die Nullen wurden zu zierlichen Elfen, die um die Blumen tanzten, und ſo füllte der Knabe jedes Blättchen mit den Gebilden ſeiner Phan⸗ taſie. Sein Chef entdeckte den Frevel, und nun ſtellt man ſich wohl irgend eine Krämerſeele vor, einen ausgetrockneten Zahlenmenſchen, der dem Knaben tüchtig die Moral lieſt, ihm einprägt, wie die Null die lieblichſte Form, Schwarz auf Weiß die ſolideſte Farbe und ein Wechſel auf eine gute Firma mehr werth ſei, als ein un⸗ ſicherer Wechſel auf den Geſchmack und die Gunſt des Publicums. Aber Herr Diodati dachte anders; er ſchenkte dem begabten Zeich⸗ ner eine Farbenſchachtel, nicht wie man ſie Kindern zum Kleckſen giebt, ſondern gute werthvolle Farben.
Im Beſitze ſeines Schatzes geht Alexander, obgleich er noch nie im Leben einen Pinſel in die Hand genommen hatte, an einem Bilderladen vorüber, ſieht am Schaufenſter einige colorirte Schweizer⸗ anſichten und tritt ohne Weiteres ein, um den Händler zu fragen, ob er nichts auszumalen habe. Dieſer giebt halb zweifelnd, halb überzeugt von dem glänzenden Auge des Knaben und dem zuver⸗ ſichtlichen Tone deſſelben einige Zeichnungen zum Coloriren her. Calame eilt nach Hauſe, arbeitet zwei Wochen lang ohne Lehrer und unermüdet die Nächte hindurch, bringt dem erſtaunten Auf⸗ traggeber die beſtellte Arbeit zurück und erhält ein glänzendes Gold⸗ ſtück. Voll Jubel über den Erfolg, mit der unbeſchreiblichen Freude, welche der Arme empfindet, wenn er den erſten Lohn ſei⸗ ner Arbeit in Händen hat, ſtürzt der Knabe nach Hauſe und wirft mit Freudenthränen der armen Mutter das Geld in den Schooß. Dieſe Pietät für die Mutter hat Calame ſein Leben lang bewahrt; die Liebe zu ihr verwob ſich mit der Liebe zur Kunſt und bei trieben ihn zu raſtloſer Arbeit. Der edle Diodati erlauh— einen Theilener Nachmittagsſtunden zur Ausbildung ſe 85


