deckung der Neuzeit. Im Lande der Seneca⸗Indianer, im Staate Pennſylva⸗ erzählen, Namens Peter Haas, aus dem Heſſiſchen gebürtig, welcher noch nien, waren ſchon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Quellen be⸗ im Jahre 1861 als Wagenknecht im Quartiermeiſteramt unter dem Schrei⸗ kannt, welche ein Oel lieferten, das als Mediein gegen viele Krankheits- ber dieſer Zeilen diente, kehrte 1862 aus dem Kriege zurück und kaufte mit fälle benutzt wurde und noch jetzt in faſt Klen Apotheken unter dem den Erſparniſſen ſeines Soldes eine kleine Farm, worauf er früher geer⸗ Namen„Seneca⸗Oel“ verkauft wird. Auch in Weſtvirginien, in der Nähe beitet hatte. Vor fünf Wochen verkaufte er ſein Eigenthum an eine Actieh⸗ von Salzquellen in der Grafſchaft Braxton, wurde im Aufang dieſes Jahr⸗ Geſellſchaft für die nette runde Summe von zweihundertundfünfzigtauſend hunderts vermittelſt wollener Decken Oel von kleinen Teichen und Bächen Dollars baar und einer Leibrente von fünftauſend Thalern. Er heirathete geſchöpft und als Brennöl in den Handel gebracht. Aber die eigentliche eine deutſche Nähmamſell und lebt jetzt als vergnügter Rentier in der Nähe gewerbliche Ausbeutung der amerikaniſchen Quellen datirt erſt vom Jahre von Philadelphia. Daß unter ſolchen Verhältniſſen auch manche an 1859. In dieſem Jahre wurde von einem gewiſſen Mr. Drake aus Neu⸗ und lächerliche Scenen erlebt werden, iſt zu natürlich. Ich will eine Anek⸗ England die erſte„Pennſylvania⸗Rock⸗Oil⸗Company“ in's Leben gerufen, dote, deren genaue Wahrheit ich beſtens verbürgen kann, hier auftiſchen. und das erſte Bohrloch getrieben, welches aus einer Tiefe von nur neun⸗ Die Tochter eines armen pennſylvaniſchen Bäuerleins, Namens Dick Fuß, undſechzig Fuß vierhundert Gallonen Oel täglich lieferte. Dieſe Quelle war verlobt mit dem Sohne eines Bauern in der Nachbarſchaft und die war in der Nachbarſchaft von Titusville gelegen und bildet noch jetzt den Hochzeit ſtand vor der Thür. Da findet ihr Vater beim Graben eines Mittelpunkt der pennſylvaniſchen Oelregion. In ihrer Nachbarſchaft ſind ver⸗ Brunnens eine reiche Oelquelle. Grete, die Braut, eilt in fliegender Haſt ſchiedene Quellen gebohrt, welche jetzt ſeit Monaten aus einer Tiefe von zum Hauſe ihres Geliebten, aber nicht, wie eine ſentimentale deutſche ſechshundert Fuß von hundert bis eintauſendfünfhundert Faß Oel täglich zu Jungfrau es gethan haben würde, um in ſeine Arme zu ſtürzen und ihm Tage fördern. Die berühmten Maple⸗Grove und Nobte⸗Well, von denen die glückliche Mähr mitzutheilen; nein, mit den Worten:„Franz, mein
letztere eine zeitlang fünftauſend Faß täglich ergab, alſo eine Menge, hin⸗ Schatz, wir können nicht heirathen, mein Vater ſtieß auf Oel!“ war die reichend um eine viergängige Mahlmühle Tag und Nacht zu treiben, ſind Heirath abgebrochen, und wenige Tage darauf reiſte ſie nach Philadelphia, nur wenige Meilen von dem erſten Drake'ſchen Brunnen entfernt. Titusville um in einem Damen ⸗Inſtitut Sitte und Manier zu erlernen und ſich für ſelbſt, ſowie das benachbarte Meadville und Franklin, noch vor wenigen die Carriere in der großen Welt vorzubereiten. Vielleicht gelingt es dem Jahren unbekaunte und unbedeutende Flecken, ſind raſch zu wohlhabenden armen Franz auch,„auf Oel zu ſtoßen“, dann mag er als würdiger volkreichen Städten herangewachſen, wo es von Oel⸗Speculanten, Land⸗ Oelritter vor ſeiner Petroleum⸗Braut erſcheinen und in ihren Augen Gnade⸗ aufkäufern und Ingenieuren der zahlreichen Actiengeſellſchaften wimmelt, finden.— und Häuſer, wie Grundſtücke fabelhafte Preiſe bringen. Oil⸗City am Oil⸗ Damit der Leſer ſich einen nur annähernden Begriff von der Creek, obſchon ſchwer zugänglich wegen der bodenloſen Wege, iſt das eigent⸗ ungeheuren Summe machen könne, welche der Petroleumhandel in Um⸗ liche Eldorado der neuen Oelritter(Oil⸗Conquiſtadores). Die ganze Gegend lauf ſetzt, mögen hier einige Vergleiche dienen. Der Werth des im an beiden Ufern des kleinen Fluſſes iſt im eigentlichſten Sinne des Wortes verfloſſenen Jahre gewonnenen Petroleums iſt um einige Millionen mit einem Wald von Rohrgerüſten bedeckt, an welchen Hunderte von größer, als die geſammten Staatseinnahmen der vier deutſchen Königreiche nansportablen Dampfmaſchinen arbeiten und ein ſolches Getöſe, Geſtöhne, Baiern, Würtemberg, Sachſen und Hannover zuſammengenommen; iſt größer Pfeifen und Heulen durch die wilde Umgegend erſchallen laſſen, daß man als der Werth des ganzen Seehandels(Einfuhr und Ausfuhr) vom Kaiſer⸗ glaubt, man befinde ſich mitten in einer ungeheuren Maſchinenfabrike thum Oeſterreich und nur um ein Weniges geringer, als der Werth aller Bauernhöfe, die noch vor einem oder zwei Jahren für eintauſend oder Waaren, welche England durchſchnittlich in einem Jahre nach den Hanſe⸗ zweitauſend Dollars feil waren, werden dort für mehr als hunderttauſend ſtädten und dem Zollverein ſendet. Er würde, auf reines Gold reducirt, Dollars verkauft, und es fehlt nicht an Beiſpielen, daß einzelne Morgen gut einen Werth von einhundert fünfundzwanzigtauſend Pfund Goldes repräſen= te gelegenen Landes mit dreißigtauſend Dollars und mehr bezahlt wurden. tiren! Und doch iſt die Entwickelung der Oelproduction erſt in iſrer Kind⸗ In dieſen ſchmalen zerriſſenen Thälern, in Mitten eines unergründ⸗ heit. Daß die peötzliche Aufdeckung ſo ungeheurer, bisher verborgeng Schätze lichen Kothes, ſind die urſprünglichen Stammſitze der neuen Petroleum⸗ eine maßloſe Aufregung bei allen unternehmenden Menſchen, welhe davon Ariſtokratie. Selbſt auf die Gefahr hin, bei einigen Ihrer Leſer einen unmittelbar berührt oder auch nur in Keuntuiß geſetzt wurden, heworrufen Aufall von Petreéleumfieber zu erregen, will ich hier die Geſchichte mußte, iſt ganz natürlich, auch abgeſehen davon, daß kein Volk ſo leicht eiger der reichſten Petroleum-⸗Prinzen erzählen, was um ſo leichter erregbar oder ſo ſehr dem„Excitement“, wie man es hier neunt, ergeben iſt, wie Verſu iſt, als man nicht wie bei den europäiſchen Rittergeſchlechtern in das die ſpeculationsfähigen und wanderluſtigen Bewohner der großen nordamerifa⸗ 1— graue Alterthum dunkler Zeiten zurückzugehen braucht, um die Anna niſchen Republik. Trotz des ſchrecklichen Bürgerkrieges, deſſen Flauamen au 2 len dieſer pilzartig aufgeſchoſſenen Goldfürſten zu ſchreiben. Die größte Grenzen der Oelregion belecken, wandte ſich die Speculation mit alle Juriſte und geachtetſte, wenn auch nicht reichſte Familie in der Pennſylvaniſchen tigkeit eines wahren Fieberparoxysmus dieſem neuen Oel⸗Eldorado z1 bin ab Oelregion iſt holländiſcher Abkunft, wie der Name„Hann Jan Heedekooper’”“ Verlauf der letzten vier Monate wurden in New⸗York, Poiladelphia aao auch . 1/ 1. elnes
beweiſet. Der Vater des jetzigen Stammherrn kam im Anfang dieſes Jahr⸗ Pittsburgh nicht weniger als dreihundert und dreizehn Actien⸗Compagnien nach Pennſylvanien und kaufte von dieſer Geſellſchaft, als ſie ſich auflöſte, einer halben Million Dollars in's Leben gerufen; eine eigene Oelbörſe, vorden
hunderts als Verwalter und Agent einer Amſterdamer Land⸗Compagnie mit einem Nominal⸗Capital von nicht weniger als zweibundertfünfzehn und
einige Tauſend Acker Landes um den Preis von einem Schilling pro Acker.„Petroleum-Exchange“, wurde in New⸗York neben der Geldbörſe erbaut undd Dieſe Ländereien, vor etwa vier Jahren zwanzig⸗ bis dreißigtauſend Thaler eröffnet; das Finanzviertel New⸗Yorks, die berühmte Wallſtreſt, Broadſtreet werth, werden jetzt ſehr niedrig auf ſechs Millionen geſchätzt. Sie lieferten und Nachbarſchaft, wurden mit Petroleumcomptoirs ſo überſät, daß die Pirchen im Jahre 1864(bis 1. November) den Eigenthümern nach Abzug aller Koſten auf das Doppelte ſtiegen; eine Sündfluth von Actien wurde ausgeſchüttet einen Reinertrag von vierhundertachtzigtauſend Dollars! ⸗ und die Spalten unſerer coloſſalen Tagesblätter ſind ſo voll von Petroleum⸗ Reicher an Einkommen, als dieſe alte Familie, iſt ein junger Mann anzeigen, daß die größeren Journale, wie der Herald, um Platz für andere. von dreiundzwanzig Jahren, John Steele mit Namen. Er war vor fünf Dinge zu behalten, den Preis der Inſertion von zwanzig auf vierzig Cents Jahren ein armer Waiſenknabe und wurde 1860 von einer alten kinderloſen(fünfzehn Silbergroſchen) pro Zeile erhöhen mußten.— 4 Bauernwittwe, Mrs. Mac Clintoſh, adoptirt. Dieſe Wittwe, damals, wie die Eine eigene Petroleum⸗Zeitung,„The Petroleum Gazette and Recorder Amerikauer ſich ausdrücken, etwa viertauſend Thaler werth, beſaß eine(wovon ich der geehrten Redaction dieſes Blattes eine Nummer beilege, große wüſte Farm am Oil⸗Creek, auf welcher, um mich ſo auszudrücken,“ weil ich ſonſt befürchten muß, daß einige der obengemachten Angaben als aus jeder Pore Oel ſchwitzte. Vor etwa einem Jahre kam die alte Oel⸗ Fabeln angeſehen werden dürften), wurde als Specialorgan des Petrot m— K mutter dem Feuer ihrer Küche zu nahe; ihre petroleumgetränkten Kleider Intereſſes in’s Leben gerufen; zahlloſe Patente für neue verbeſſerte Bohr ang ſingen die Flammen und in wenigen Minuten war ſie und ihr Haus ein inſtrumente und Bohrmethoden, für eine neue Art von„impenetrable barrel- Haufen Aſche. Auch die Wieſen um den Bauernhof geriethen bei der Ge(luftdichten Fäſſern), für neue Syſteme von Lampen, für Heizung von legenheit theilweiſe in Brand, und die Verbreitung des Feuers über die Dampfmaſchinen auf Schiffen vermittelſt Petroleum, für Gaserzeugung aus ganze Farm konnte nur mit Mühe verhindert werden. Der junge Johnie Petroleum, für Raffinirmethoden, Anirinfarben⸗Fabriken, Seifen und Wagenſ⸗ „Zanſel) wie er von ſeinen Freunden genannt wird, erbte das Gut. Sein ſchmieren, ja ſogar für eine neue Art von Parfümerie ſetzten die ganze N jetziges Einkommen aus Oelquellen und vermiethetem Oelland beläuft ſich duſtrie⸗ und Handelswelt in Bewegung. Gleichzeitig bildeten ſa in den aauf viele hunderttauſend Thaler jährlich! Seit einigen Monaten lebt Prinz kleinen Dörfern und Städtchen der ausgedehnten Oelregion Comptoire und Johnie hier in New⸗York, in dem großen Marmorpalaſt des St, Nicolaus⸗ Compagnien für Oelland⸗Ankauf, Advoeatenvereine für Unterſuchung der Hotels am Broadway und ſucht, umgeben von einer Schaar von jungen Beſitztitel, verbunden mit Garantie⸗Actien⸗Geſellſchafton, und endlich Capi⸗ Freundeu und alten Gaunern, ſein Geld„klein“ zu machen. Er lebt in taliſten⸗Geſellſchaften für die Beleuchtung großer auswärtiger Atidde Sihe S
kurz
amerikaniſchem Hochſtyle und„very fast“, d. h. er trinkt des Morgens viel Havanna, Rio Janeiro, Marſeille, St. Petersburg, wo Steinkohlen ſo
mittags vierſpännig im Centralpark und verbringt die Abende in den Thea⸗ Kohlen herſtellen kann. 4 kerlogen, bei den Sängern und in den Wirthſchaften mit hübſchen Kellne⸗ Wie durch einen Zauberſtab aus den ſchmutzigen, ſchlüpfrigen rinnen am Broadway. 3 len Pennſylvaniens an's Tageslicht gerufen, enkſtand plötzlich
Kince Keun n Neicher noch als dieſer junge Oelprinz iſt ein Dr. Egbert, von deut⸗ Geldariſtokratie und„Oel⸗Prinzen“ und„Oel⸗Prinzeſſinnen“ fahren jetz 4 g 5 7 5
Brandy, Whisky, Toddy und andere angenehme Geträuke, fährt Nach⸗ Preiſe haben, daß man das Gaslicht viel billiger aus aneraf
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ſcher Abkunft. Vor drei Jahren war er noch ſo mittellos, daß er für in glänzenden Equipagen durch unſere Straßen und Parks, mit ihren dreihundert Thaler ausgepfändet wurde. Jetzt erfreus er ſich eines täglichen Schätzen und Einkünften weit überragend die alte Patricier⸗Ariſtokratie. Finkommens von dreitauſend Thalern und lebt wie Monte⸗Chriſto in ſeiner„Knickerbocker“(ſo heißen die alten, meiſtens holländiſchen Familien, d Diamanten⸗Grotte. Ein anderer Dorfarzt, Dr. Brewer, machte in zwei Beſitz in ſtädtiſchem Grundeigenthunt beſteht), der„Codfiih⸗Ariſtokre Jahren ein Vermögen von einer Million und zog ſich beſcheiden aus der(der Handelsparvenus) und der neuen„Shoddy⸗“ oder„Lumpen⸗Ariſtokraz kothigen Petrolia in die grünen Berge ſeiner Heimath, Vermont, zurück. welche ihre Millionen durch Kriegslieferungen erworben haben. Alad Auch einige unſerer deutſchen Landsleute haben im Oellande ihr Glück Lampe, die langverlorene, welche wahrſcheinlich von der Prinzeſſin She gemacht. Ein gewiſſer Rind, Beſitzer-der ölreichen Nindfarm, iſt ein. zade mit Petroleum gefüllt war, iſt wiedergefunden, und glücklich) wahrer Petroleum⸗Rothſchild; ein anderer, um auch kleinere Beiſpiele zu Alle, welche im goldenen Lichte ihrer Oelflamme wandern.


