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Unſer Biograph hat ſich indeß entſchloſſen, die reine, blanke, unge⸗ ſchminkte Wahrheit überall zu geben, und dies iſt der problema⸗ tiſchſte Punkt ſeines Buches, über den ſich auch die Kritik, ſoviel uns bekannt geworden, einſtimmig tadelnd ausgeſprochen hat. Und doch gerade hierin iſt ſie, unſerer Meinung nach, vollſtändig irre gegangen, was nicht unſchwer zu beweiſen ſein wird. Carl Maria von Weber hat nämlich in Stuttgart eine etwas leichtfertige Ju⸗ gendperiode gehabt und dem Vater deſſelben ſind zu dieſer Zeit einige Handlungen paſſirt, welche vor einer ſtrengen Moral wohl die Augen niederſchlagen mußten. Dieſe Punkte hat der berühmte Meiſter niemals, weder mündlich noch ſchriftlich, ſelbſt ſeiner Fa⸗ milie gegenüber nicht berührt, er hat ſie abſichtlich der Vergeſſen⸗ heit überliefern wollen, und da ſie auch bis zur Erſcheinung der Biographie völlig unbekannt waren, ſo haben nun Manche aus der Enthüllung derſelben dem Sohne den Vorwurf der Impietät gemacht und ge⸗ meint, auch er hätte ſie in ihrem Dunkel ruhen laſſen ſollen.
Mir ſcheint im Gegen⸗ theil gerade in dieſer Offen⸗ herzigkeit ein großer Vortheil für das ganze Buch zu lie⸗ gen, ein großer Nutzen zu⸗ gleich für viele Menſchen überhaupt und Künſtler ins⸗
beſondere, und endlich eine wahrhafte Verherrlichung Carl Maria von Weber's
ſe bſt. Die Fatalitäten, in 6e h. Her⸗HM,ſter in Stutt⸗ riech, Launten künfte. Zeu Forſcher n Geheimniß bleiben, denn es liegen Acten, Reſcripte und dergleichen dar⸗ über in den Archiven vor, die ja, wie der Sohn ſie gefun⸗ den hat, auch von Andern hätten gefunden werden kön⸗ nen. In ſolchem Falle wäre aber dann dem Sohne die unterlaſſene Bekanntmachung ſolcher Umſtände ſicherlich als eine größere Sünde ange⸗ rechnet worden, als jetzt deren Mittheilung, und ſein Buch hätte den unſchätzbaren Hauptvortheil ſeines Werthes unfehlbar eingebüßt: den der Treue und Glaubwürdigkeit. Denn wer einmal die Wahr⸗ heit verſchweigt oder bemän⸗ telt, dem kann man überall mißtrauen. Bei der Lectüre dieſes Buches gewinnt man aber bald die Ueberzeugung,— 8 daß es keine Seite enthält, wo man zwiſchen die Zeilen lugen müßte, um die Wahrheit erſt herauszuconjecturiren. Außerdem ſpricht ſich der Autor mit einer ſolchen kühnen Freimüthigkeit über alle Ziographie auftretenden Perſonen bis zu den höchſten hinau, aus, über Adel und Fürſten und über alle die faulen Zu⸗ ſtände jener Zeit,— wo wäre ihm das Recht dazu hergekommen, Angehörigen hätte ſchonen und ihre Schwä⸗ chen verſchweigen oder in's Schöne hätte malen wollen?. Wie hätte er ſeines Vaters Schwächen in Stuttgart übergehen dürfen, wenn er über den regierenden Fürſten und den Adel daſelbſt Stel⸗ len hinſchreibt, wie, um nur ein Beiſpiel anzuführen, die folgende? „Zu gleicher Zeit fraßen des Herzogs Carl v. Würtemberg unſinnige Feldzüge, die raſende Verſchwendung, mit. der er ſener Leidenſchaft für Jagd und Theater fröhnte, die Einkünfte des Lan⸗ des, die zum großen Theil für dieſe Zwecke deſignirt, in einem außerordentlich ſtarken Procentſatze, auf Seitencanälen von ihren Zwecker ſ tt, in die Hände gemeiner Günſtlinge floſſen, welche
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Die Königin Hortenſe.
Nach dem früher auf Arenenberg befindlichen Oelgemälde von Gerard. (S.„Der neue Cäſar und ſeine Mutter“.)
ſich nicht ſchämten, die Früchte eines ſchamloſen Drucks zu genießen, und jüdelnd den Ertrag des Indashandels mit dem Marke des Landes einſtrichen. Die Uebertreibungen in des Herzogs Gelüſten; die Seen mit gewärmtem Waſſer zu ſeinen Winterſumpfjagden, die wochenlang dauernden, halbe Quadratmeilen Ackerland ver⸗ wüſtenden, Krankheit und Elend über die Tauſende armer, zum Treiben gepreßter Bauern verbreitenden Sauhetzen; die ſelbſt Kaiſer Joſeph's Staunen erregenden Anfführungen auf ſeinen Theatern zu Ludwigsburg und Stuttgart; das luxuxiöſe Ballet; die unge⸗ heuern Gagen der Tänzer und Sänger; der unſinnige Hofſtaat, in dem zwanzig fremde Fürſten und Grafen, ein Heer von adligen Damen diente und in den prächtigſten Hofanzügen und Livreen glänzte; die Orangengärten zu Ludwigsburg; die Tonnen Goldes koſtenden Feuerwerke des Italieners Veroneſe ꝛc. waren ſämmtlich den Lüſten des Herzogs ſchmei⸗ chelnde Ausgeburten ihrer Speichelleckergehirne.— In den Sphären eines ſolchen Regiments war das grau⸗ ſame Schickſal Moſer's, Hu⸗ ber's, Lenz's und Schubart's eine natürliche Pilzvegetation der allgemeinen Fäulniß.“ Außer dem angegebenen Grunde für das Vertrauen in die Wahrhaftigkeit des Autors, verwandelt ſich aber bei näherer Prüfung die ſo⸗ genannte Impietät des Soh⸗ nes in eine wahre Verherr⸗ lichung des großen Vaters. In Verirrungen zu ge⸗ rathen iſt bei einer heißblüti⸗ gen Jugend und genialen Natur, ſowie bei der Nei⸗ gung der Menſchemüberhaupt, ihren Trieben und Leiden⸗ ſchaften die Zügel ſchießen zu laſſen, eine alltägliche Erſcheinung. In ſich zu blicken dagegen, ſein Thun, und wohin es führen könne, zu prüfen, die gefährliche Bahn zu erkennen, den Ent⸗ ſchluß zu faſſen dieſelbe zu verlaſſen, dieſen Entſchluß gegen alle dawider ſtreiten⸗ den reizenden Verlockungen conſequent durchzuſetzen— dazu vermögen ſich nur wenige Menſchen zu erheben. Carl Maria von Weber kam bald zur Erkenntniß ſeiner jugend⸗ lichen Thorheiten und über⸗ wand ſie vollſtändig. Dieſe ſchöne Peripetie in dem Leben des Meiſters ſtellt nun ſeinen
Charakter nur um ſo höher. Und gerade dieſe große ſittliche
That wäre durch Vertuſchung ſeiner Jugendſchwächen nicht aur jß r We 3 iſt fij zur Kenntniß der Welt gekommen. Es iſt aber für den
Menſchenfreund nicht gleichgültig, ob ſolche ſeltene Erſcheinungen am Künſtler übergangen oder an's Licht gezogen werden. Indi⸗ viduen, die Großes vollbracht, ſind für Andere Autoritäten, die zur Nachahmung reizen, und was iſt der Nachahmung würdiger und das Glück der Menſchheit fördernder und ſichernder, als die Bezwingung ſeiner ſelbſt?
Und eine weitere Lehre predigt dieſer Fall ſpeciell für dien Künſtler noch, die nämlich daß man ein Genie ſein und eing
großer Künſtler werden kann, ohne ſich der Lüderlichkeit und Sittenloſigkeit zu überlaſſen. Carls Maria von Weber hat ſeine ſchönſten, größten und genialſten Werke in, der Periode ſeines Lebens geſchaffen, in welcher er auch fäs Muſter eines rechtſchafſe⸗
nen, ſittenreinen, normal vernünftigen Menſchen war, in den Augen der Ueberſchwänglichen freilich ein wahrer Philiſter, der


