Jahrgang 
12 (1865)
Seite
179
Einzelbild herunterladen

eſchunden

1 2

u haſt dann anze Feld b Du ſleu

AI

Uder

dullehner

das Wild

1, es mit

umachen zu

derſchießen

nur auf

Jagd, und and gebött, man dasl Henenver 6 Wildbrät,

das kaun liebe Gott berum, oder

edruck, da it in den.

aute Stunt zrſaumen um unſre

n

fen! 1

der Junget Maul hol

ben, übern. ad Stif-

1 und 1

1 und Reh

auben tedl

Treid auch

mn jo viel

dpann heißts marſch

durchſtreifen und von Geſindel zu ſäubern und trugen zur Siche rung ihres Fanges einen Strick gleich bei ſich. Die Schergen knechte, die dabei waren, waren an den grauen Röcken, au dem umgegürteten Säbel und an dem nicht ſehlenden Hunde kenntlich.

Einer der Schergen kam vor das Wirthshaus und ſetzte ſich etwas abſeits, denn der Scherge war unehrlich und durfte mit ſeinem deckelloſen Krug nicht bei andern Leuten ſitzen.

Was wollen die miteinander? fragte einer der Bauern. Die haben gewiß wieder was auf dem Korn und machen eine

1

Streif... So ſieht's aus, ſagte der Alte leiſe entgegen,und der

Schergenknecht da hat ſich auch nur hergeſetzt, um zu horchen, ob

es nicht was aufzupaſſen und aufzuſchnappen giebt.

Frag' ihn, flüſterte der Junge, den Alten mit dem Ell

bogen anſtoßend.

Fallt mir nit ein, entgegnete dieſer ebenſo,ich red' den Kerl nit an, ſteigt mir ſchon die Gall' auf, wenn ich ihn nur ſeh! Sind keine vierzehn Tag, daß er mir meine ſchönſte Kuh gepfändet hat, wegen lumpigen zwanzig Gulden, die ich von der Steuer nit hab' aufbringen können! Er wird ſchon ſelber an fangen und ſagen, was er will!

Der kluge Alte irrte nicht; der Scherge hatte kaum Platz genommen, als er mit grobem ſpöttiſchem Ton zu den Landleuten herüberrief:Nun, Ihr Bauern, braucht Ihr alle miteinander

O

2

as ſind ſie erſt, ſeit der bairiſche Hieſel nicht mehr da iſt! ſagte der Junge.Wenn der da wär', thäten ſie bald wie der klein beigeben der hat's verſtanden und hat dem Jager und Schergenvolk gehörig aufgedaumt!

Da haſt Recht ich hab' auch davon gehört, mengte ſich ein Dritter in's Geſpräch.Aber wo iſt er denn hingekommen?

Der Kurfürſt hat ihn aufzuheben gegeben, damit er ihm nicht geſtohlen wird! Sie ſind ihm lang nachgegangen wegen des Wildſchießens einmal haben ſie ihn Nachts im Bett erwiſcht, mitgenommen und nach München geſchickt in's Zuchthaus!

Mich wundert's, ſagte der Dritte,daß er ſich hat er wiſchen laſſen das weiß ja alle Welt, daß er feſt iſt und einen verhexten Hut hat!

Was hat er? riefen die Bauern durcheinander. verhexten Hut? Und feſt iſt er auch?

Freilich... betheuerte der Andere,keine Kugel geht ihm ein! Mein Vetter, der Kramer von Mehring, hat ihn ſelber ge ſehen, im dortigen Wirthshaus, wie er ſich mitten und ganz frei in die Stube hingeſtellt hat und hat auf ſich ſchießen laſſen und hat die Kugel mit der Hand aufgefangen. Die hat er dann in der Stube herumgezeigt mein Vetter hat ſie ſelbſt in der Hand gehabt! Und mit dem Hut, fuhr er, durch die aufmerkſame Neu gier ſeiner Zuhörer ermunkenn, fort,mit dem hat's auch ſeine Richtigkeit. In dem He br der Fankerl, und wie er hinein

Einen

kein Geld? Sonſt thut Ihr, als wenn Ihr keinen Gulden zu ſammenbrächtet, und jetzt iſt es, als wenn Euch die Kronenthaler nur ſo aus der Taſche fielen! Fünfzig Gulden giebt's zu ver dienen das Landgericht hat's als Preis ausgeſetzt, wer den

ſchaut oder ihn an's Ohr hält, ſagt er ihm, wenn's etwa nicht

ſauber und eine Streif' oder ein Jäger in der Näh' iſt 4 Das iſt merkwürdig! ſagte der Alte.Hab' auch ſchon

Allerhand von dem Hieſel gehört! Schießen ſoll er können, daß

Nußberger⸗Gütler einfangt und ſeinen Buben!

Wir wollen Niemand ſein Brod wegnehmen, entgegnete der Bauer kalt.Er wird die fünfzig Gulden wohl ſelber brau chen können. Aber was hat denn der Nußberger verbrochen, daß auf ihn gejagt wird, wie wenn wir beim Treiben in die Frohn gehn müſſen? 8 Was er gethan hat? Ein Verbrecher iſt er, ein malefizi ſcher Wilddiebſ, der ins Zuchthaus gehört! Er hat ſich an der turfürſtlichen Jagdhoheit verfehlt und einen Haſen in der Schling' gefangen!

Und wegen eines miſerablen Haſen, rief der Alte entrüſtet,

muß ein ordentlicher hausgeſeſſener Mann ins Zuchthaus wan dern? Wegen eines lumpigen Haſen muß er fort von Haus und Hof, daß vielleicht die ganze Familie darüber zu Grund geht? Iſt ein ſolches elendes Vieh mehr werth, als ein Menſch und eine ganze Bauernfamilie?

Räſonnir' nicht, Kreuzhuber, entgegnete der Scherg.Wenn

Du Dein Maul ſo ſpazieren gehen laß'ſt, könnt's leicht geſchehen, daß ich wieder in Deinem Kuhſtall nachzuſchauen bekäm!

Dann könnt's aber auch leicht geſchehen, daß Er nit ſo ruhig wieder hinauskommt, wie das letzte Mal! Und was wollt hr dann mit dem Buben? Hat der auch Haſen gefangen? Der Lump kommt auf die Bank und kriegt einen ordent lichen Schilling! rief der Scherge mit rohem Gelächter.Der Haſ' war im Stadel unterm friſchen Klee verſteckt. der Bub hat's gewußt und hat's dem geſtreng' Herrn Landrichter bei der Hausſuchung aus dem Geſicht herausgeleugnet!

Und dafür ſoll der Bub geſtraft werden, daß er ſein Vater nit verrathen hat? Kreuz Dividomini ſchrie der Bauer auf ſpringend und ſchlug mit der geballten Fauſt auf den Tiſch, daß die Maßkrüge tanzten.Jetzt wird's aber doch bald zu braun! Was giebt's, Kreuzhuber? fragte der Scherge frech, indem er ſich zum Gehen anſchickte. Ich will nicht hoffen, daß Du was

nzuwenden haſt! Wer Wildbrät findet und mitnimmt oder wer's ar in Schlingen fangt, der wird als ein Wilddieb malefiziſch ab geſtraft ſo ſteht's im Mandat! Der Nußberger iſt zwar auf und davon und der Bub' mit, aber wir finden ſie ſchon aus, und mit dem Alten in's Zuchthaus und mit dem Jungen auf die Bank, und wer ſie verſteckt oder ihnen behülflich iſt, den trifft die gleiche Straf... Verſtanden?

Er ſtürzte ſeinen Krug, ſtülpte ſich den Hut au lachend hinweg. Herrgott,

Wenn man ihn en Chriſtenmenſchen! Ul, das Volk wird alle Tag

f und ſchritt

rief ihm der Alte nach,wie's mich in der Fauſt nur anrühren und ſchütteln dürft', wie Ich weiß nit, was dar übermüthiger!

4.

juckt! einen andern ehrlich aus noch werden

1 2

er auf hundert Schritt aus einer Spielkarten jedes Fleckel hinaus ſchießt, das Einer nur will, und wenn die Jäger ſchon geglaubt haben, ſie hätten ihn, iſt er zum Fenſter hinaus in einen Baum und iſt von Wipfel zu Wipfel geſprungen, wie ein Eichkätzel! Wenn er nur wiederkäm', der thät' aufräumen unter dem über flüſſigen Wildbrät und thät' den Jägern und Schergen die Zeiti gen wieder einmal herunterklauben 4.

Die Geſellſchaft hatte ſich inzwiſchen um zwei Perſonen ver mehrt. Die eine war ein wandernder Tabulet⸗Krämer, der mit ſeinem dünnen, aber ſehr hohen und breiten Kaſten auf dem Rücken keuchend und ſchwitzend von der Landſtraße herangekommen war, ſich aber kaum Zeit zur Erholung gönnte, ſondern in Hoffnung eines bei den Hochzeitsgäſten zu machenden guten Geſchäfts ſogleich daranging, die Riemen des Kaſtens loszuſchnallen zund ſeine Koſt barkeiten auszukramen. Ein Wolfshund von ungewöhnlicher Größe, braun und ſchwarz geſtriemt, legte ſich zu ſeinen Füßen unter den Tiſch.

Den zweiten neuen Gaſt hatte Niemand kommen ſehen; en ſaß mit einmal auf der Bank und rückte den Hut zum leichten Gruße gegen die Bauern hin. Es war ein junger Mann, von ſchlanker, aber kraftvoller und wohlgebauter Geſtalt, mit kohlſchwar zem, dichtem Kraushaar und einnehmenden Geſichtszügen. Um den Mund ſpielte ein gutmüthig lächelnder Zug, die gebogene Naſe aber verrieth Feſtigkeit und aus den nußbraunen Augen blitzte Kühnheit und ein jede Gefahr verachtender leichter Sinn. Das Gewand war jägerartig geſchnitten und aufgeſchlagen, an dem auf gekrämpten Hute prangte der Gemsbart und der Flaumſtoß von Auerhahnfedenr 1. 1

Der Tabuletkrämer hatte während des Auspackens die Reden der Bauern vernommen; der Jäger warf nur einen flüchtigen chelnden Blick nach ihnen hinüber und ſchien dann ganz mit dem Hunde des Krämers beſchäftigt, deſſen Wuchs und Kraft er wohl gefällig muſterte und der ihn hinwider unverwandt mit funkeln den Augen betrachtete.

Hört mir als mit dem Gepappel auf, Ihr Bauern, rief jetzt der Krämer zu dieſen hinüberund macht nicht ſo viel Auf hebens mit Eurem bairiſchen Hieſel. Er iſt halt eben auch ein Wilddieb, wie ein Anderer und wie es bei uns daheim, in der Rheinpalz, auch giebt! Das Gepappel da, von ſeiner Stärl' und von dem verzauberten Hut das kennen wir ſchon! Das ſind lauter ſolche Geſchichten, die er ſelber außgeſprengt hat, daß man ſich vor ihm fürchten ſoll! 1

Der Jäger wandte ſich gegen den Krämer.Kennt denn der Herr den bairiſchen Hieſel? fragte einer der Bauern.

1

Nein, ewwiderte der Krämer,ich hab' ihn nie geſehn, und 8

es iſt mir nur leid, daß er eingeſperrt iſt, ſonſt hätt ich's ſchon

3