ihm nicht der Müh Perſon 4
„Natürlich,“ fiel Friedrich ein, ihm feind ſein 2
„Ich ihm feind? Ihr Hauptmann ter,“ rief jeizt Frau von Thorbach im „wenn er das glaubt! Weshalb in aller ſein?“
„Nun, wegen der thörichten alten Familienfeindſchaft
Frau von Thorbach brach in ein lautes, gezwungenes
Lachen aus. „Familieufeindſchaft! „Aber ſein Vater hat ihm doch ſchon geſagt Frau von Thorbach ſprang höchſt erregt auf. Sie machte abwehrende Bewegung mit der Hand. „Wir wollten von Ihnen reden, Herr... Baron. Laſſen Sie uns dabei bleiben und nicht auf den Vater des Hauptmanns kommen. Was ich thun kann in Ihrer Angelegenheit, thue ich als Tochter meines Vater, als Erbin der Verpflichtungen, die er gegen Sie übernahm ſeien Sie darüber beruhigt...“
„Nun, dann dank' ich Ihnen doppelt und dreifach die große Summe Geldes, welche Sie für mich hergeben wollen, kann ich Ihnen bald erſetzen, hoffe ich, aber ich werde Ihnen nie ver⸗ gelten können 6
„Die Summe Geldes?“ fragte Frau von Thorbach. Summe?“
„Sie irren, Friedrich,“ fiel hier der Doctor ein„oder Baron,“ verbeſſerte er ſich lächelnd.„Die Summe Geldes...“ „Sie redeten doch von tauſend Thalern, mein' ich.“
„Ganz recht,“ entgegnete Roſtmeyer,„aber dieſe hübſche runde Summe, dies Gewicht, womit das ganze Uhrwerk erſt in Gang geſetzt iſt, dieſe Baſis unſerer Operation hat Ihr künftiger Schwieger⸗ vater flüſſig gemacht.“
„Wer?“ fuhr Friedrich auf.
„Ihr Schwiegervater.“
„Ich habe keinen Schwiegervater.“
„Das mein' ich denn doch,“ antwortete der Advocat.„Da Sie mit der Marianne Herbot verlobt ſind, haben Sie doch ihren Papa zum Schwiegervater; ich hoffe nicht, daß Sie ſich jetzt ſchon ſo ſehr als Baron fühlen, daß Sie den ehrlichen, wackern Bauers⸗ mann verleugnen wollen.“
Friedrich ſtand mit weit aufgeriſſenen Augen, auch ſein Mund hatte ſich ein wenig vor Verwunderung geöffnet, er ſah vollſtändig dumm aus.
„Hören Sie, das wäre abſcheulich,“ fiel hier die gnädige Frau erregt ein„ich habe vorhin von der Runde bereits ge⸗ hört, Sie wären mit der Marianne verlobt, ſie hätte Sie in der Stadt, als ſie mit mir dort war, kennen gelernt, und dazu habe ich Ihnen im Stillen herzlich Glück gewünſcht, denn die Marianne iſt ein braves, liebes Geſchöpf, eine durchaus noble, feine Natur; was ihr an Bildung fehlt, das läßt ſich zum guten Theil noch nachholen, ſie wird ganz vortrefflich zu Ihnen paſſen, glauben Sie mir das... und wenn die Ausſicht auf eine höhere Lebensſtellung, welche Ihnen plötzlich geöffnet iſt, Sie ſchwindeln machte und Sie
e werth ſcheine, mit einer ſo unbedeutenden
„da er doch wußte, daß Sie
iſt wirklich ein Verrück⸗ höchſten Verdruſſe aus, Welt ſollte ich ihm feind
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Das iſt mir neu.“
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eine
„Welche
Herr
vergeſſen ließe, was die einfache Ehrlichkeit von Ihnen verlangt, wenn Sie jetzt die Verpflichtungen ableugnen wollten, welche Sie früher eingegangen ſind, wenn Sie meiner lieben, guten Marianne das Herz brächen, ſo... ſo nun, ſo hörte meine Theil⸗ nahme für Sie auf, Herr Baron...“
„Bravo, gnädige Frau!“ ſagte der Doctor Roſtmeyer,„Sie haben Worte geſprochen, die Ihnen Ehre machen! Sie würden in der That eine verächtliche Handlung begehen, Friedrich. denken wir nicht daran!“
*„Aber,“ fuhr Friedrich, über dieſe merkwürdigen Strafreden ganz außer ſich, auf,„wenn ich Ihnen nun ſage...“
Er vollendete nicht; er ſah, daß die beiden Geſichter, die mit einem ſo großen Ernſt auf ihn gerichtet waren, ſich nur Unglauben und Verachtung verrathend von ihm wenden würden, wenn er weiter redete; er hatte nicht mehr den Muth weiter zu reden, er murmelte nur ingrimmig zwiſchen den Zähnen:
„Alſo dieſer Bauer Herbot hat mich mit ſeinen tauſend Thalern als Schwiegerſohn wirklich eingekauft! Es iſt wahrhaftig zum Tollwerden!“
„Sie haben ſich beſonnen?“ ſagte Frau von Thorbach.
„O gewiß, gewiß,“ lachte Friedrich bitter auf.„So ſehr, daß ich von hier ſofort zu meiner Braut gehen werde. Ich breune vollſtändig zu ihr zu kommen! Sind wir fertig, Doctor Roſtmeyer?“
„Wenn Sie für's Erſte nur dies Vollmachtsformular unter⸗ ſchreiben wollen, ſo ſind wir fertig.“
Der Doctor Roſtmeyer zog ein halb bedrucktes, halb be⸗ ſchriebenes Papier aus der Bruſttaſche hervor und holte von einem Ecktiſche Schreibgeräthe herbei.
Frau von Thorbach gab unterdeß Friedrich die Hand.
„Auf Wiederſehen, Herr Baron,“ ſagte ſie,„wenn Sie Ihre Braut ſehen, ſo grüßen Sie ſie auf's Herzlichſte von mir, ſagen Sie ihr, ich bäte, daß ſie mich recht bald beſuche, recht bald, hören Sie? Adieu, adien!“
Damit verſchwand ſie, ehe noch Friedrich ſein bitter ironiſches: „Werde nicht ermangeln! Meine Braut!!“ hatte ausſprechen können.—
Nachdem Friedrich ſich von dem Rechtsanwalt getrennt und mit ihm verabredet hatte, daß er, ſo lange ſein Urlaub dauere, in dem Dorfwirthshauſe bleiben und dort zu weiteren Beſprechungen für Doctor Noſtmeyer bereit ſein werde, führte er ſeinen Vorſatz aus. Er ſchlug ſofort den Weg zum Herbothofe ein.
Es war bereits Nachmittag, als er auf dem Hofe ankam.
Der Bauer hielt in ſeiner Kammer eine kleine Sieſta; das Geſinde war zur Arbeit gegangen; Marianne ſaß auf der Bank hinter
dem Hauſe und zählte Garnſtränge, die ſie zum Weber ſenden wollte; von Zeit zu Zeit ſtand ſie auf, um mit einer Gießkanne Waſſer aus dem Bach zu ſchöpfen und die drei grauen Linnenſtücke zu begießen, welche zum Bleichen am Ufer ausgeſpannt lagen.
Da Friedrich Niemand im Hauſe fand, ſchritt er ſuchend um das Haus herum. So kam es, daß er plötzlich um die Ecke bog, plötzlich Marianne erblickte, plötzlich vor ihr ſtand.
(Schluß folgt.)
Ein vielbewegtes Leben.
Von Ludwig Aſhölter.
„Karl Schurz als Gaſt des Grafen Bismarck“— dieſe Zeitungsnachricht lief vor wenigen Wochen durch ganz Deutſchland und rief bald Erſtaunen, bald Grauen hervor, je nach der Partei, welcher das leſende Auge angehörte. Der Befreier Kinkel's, der Einbrecher in Spandau beim Miniſterpräſident von Preußen! So murrten die Einen, während die Anderen einen gefeierten und verdienten General und Staatsmann der nordamerikaniſchen Union in der Wohnung des norddeutſchen Bundeskanzlers ſahen und dies als eine bedeutungsvolle Erſcheinung begrüßten. Mag nun jede Partei ihr Bild von dem in ſolcher Weiſe ausgezeichneten Mann ſo feſt wie möglich halten, immer wird es zu den intereſſanteſten der Gegenwart gehören. und d— ten, deu.
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gang mitzutheilen, auch wenn wir nicht dem großen, edlen, tüchtigen Streben dieſes Deutſchen wie einſt im alten ſo jetzt in ſeinem neuen Vaterlande unſere Anerkennung darzubringen hätten. Verfaſſer der nachſtehenden Aufzeichnungen glaubt daher den Wün⸗ ſchen aller Derer, welche an ſeiner Perſon Intereſſe nehmen(und deren Zahl iſt dieſſeits und jenſeits des Oceans nicht gering), entgegenzukommen, wenn er über ſein Leben mittheilt, was ihm durch ſeine Jugendfreundſchaft und ſeinen ferneren perſzer
Verkehr mit nnnnnnnn deren Oe Ka 2ℳ
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