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„zog ein Wanderer oder ein Gefährt an unſerm Schlitten vorbei,
todtgeſchlagen werden, gegen dieſe geſelligen und häuslichen Uebel⸗ ſtände, die natürlich folgten, wenn am Löhnungstage die Frau den Eheherrn aus der Schenke holen mußte, um noch etwas Geld für die Woche zu retten, gegen dieſen Krebsſchaden der Geſellſchaft ent⸗ ſtanden zuerſt die Mäßigkeitsvereine. Dieſe wollten aber nicht durchſchlagen, denn was war mäßig, was unmäßig? Es wurden daher die Total Abstinence-Vereine, die gänzliche Enthaltſamkeit übten, daraus. Jeder Theilnehmer that ein Gelübde, gar keine berauſchenden Getränke mehr zu trinken. Die Geſelſſchaft ſcheint zu blühen, hält Verſammlungen und Sonntags Predigten im Freien oder in Sälen. Sie haben Geſänge und Geſangbücher und eigene Lieder; eines drückt den feſten Entſchluß aus, die Abſchaffung des verruchten Alkohols durchzuſetzen. Sie geben manchmal große Theegeſellſchaften. Dadurch ſind ſie zu dem Spottnamen„Teato- tallers’ gekommen, den ſie ſelbſt adoptirt haben. Die Beredſam⸗ keit, die Macht der Beweisführung, die Schlagfertigkeit ihrer Führer zund Redner iſt bewundernswürdig. Wird man nicht überzeugt, ſo iſt man doch verblüfft. Sie beweiſen echt engliſch ihr ganzes Syſtem aus der Bibel und behaupten kurzweg, daß all' der Wein von Vater Noah bis zur Hochzeit von Cana gar kein Wein, ſondern Moſt geweſen wäre, und Moſt, glauben ſie, berauſche nicht. Wie ſie Noah weiß brennen, erinnere ich mich nicht mehr, daß ſie es aber fertig bringen, hab' ich erlebt.
Durch dieſe energiſche Bewegung, die nur als Gegenſtoß gegen die Gräuel der Trunkenheit entſtehen konnte, iſt ſehr viel Gutes geſtiftet worden. Dennoch iſt es bekannt und wahr genug, daß ſie ſich zum Fanatismus und zur Tyrannei geſteigert hat. Sie hat in Nordamerika in einigen Staaten die Mehrheit der Repräſentanten erlangt und Verbote gegen alle Spirituoſen er⸗ laſſen, ja, ſie macht in England Anſtrengungen, es zu ähnlichen Geſetzen zu bringen. Wer nun aus demokratiſcher Gottloſigkeit nicht an den Nutzen der edlen Lords glaubt, der wird doch ſtutzig werden, wenn er ſich überlegt, daß die edlen Lords ſich ſicherlich weder ihre Wein⸗, noch ihre Bierkeller verbieten laſſen werden, alſo eine Schutzwehr gegen die Tyrannei der Temperanzler ſind. Es wäre möglich, daß ſie nichts dagegen hätten, wenn dem gemeinen Volk aller Alkohol verboten würde, aber den edlen Lords, das iſt nicht denkbar. Und wäre es nicht ſchade, wenn ein Bier(Old mild), welches erſt im dreißigſten Jahr gezapft werden darf— nach dem Teſtament irgend eines braven alten Lords— nun wegen plötzlichen Bierverbotes im neunundzwanzigſten Jahr in die Goſſe laufen müßte? Bei dem Gedanken an ein ſolches Attentat gegen den Gott Soma muß jedem Bierfreunde die Kehle trocken werden und die Laus über die Leber laufen. Alle Standesvorurtheile V ſchwinden angeſichts einer ſolchen Barbarei.
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Der Eingewanderte, beſonders der unfreiwillige, wird leicht noch eine Zeit lang die heimiſche Lebensart in England fortſetzen, Kaffee trinken, Suppen eſſen und ſich für den Durſt an's Waſſer halten. Aber der Arzt wird bald dazwiſchen treten mit der War⸗ nung:„Sie leben zu ärmlich. Trinken Sie Porter, das himm⸗ liſche Naß, das Götter und Menſchen ſtärkt; eſſen Sie mehr Fleiſch; trinken Sie Thee, wie wir, und eſſen Sie gebratenen Speck zum Frühſtück!“(Wie die Eskimos Thran trinken, um ſich zu erwärmen, ſo braucht man hier vielleicht mehr Fettſpeiſen.) Statt aller Medicin iſt mir wörtlich dieſe Diät verordnet worden, als ich das erſte und einzige Mal hier krank wurde; und ich finde, daß ich— geneſen bin,— ob post hoc oder propter hoc, das zu entſcheiden überlaſſe ich unſerm Freunde, dem Dr. Bock.
Gebratnen Speck und Bier frühſtückte noch die Königin Anna; überhaupt aß man zur Zeit einer geringeren Civiliſation in Eng⸗ land viel mehr Schweinefleiſch, der Fortſchritt zu dem Könige des Fleiſcherladens, dem Gott Aegyptens, zu der Sünde des Rind⸗ fleiſcheſſens, die den Indiern ein ſolcher Gräuel an den Engländern iſt, war, nach Buckle, dem berühmten Verfaſſer der Geſchichte der Civiliſation ꝛc., auch ein Fortſchritt in der Civiliſation. Leider hat Buckle dieſen wichtigen Geſichtspunkt nur andeuten können, die gründliche Ausführung findet ſich nirgends in ſeinem Nachlaß.
Philipp der Zweite, der Gemahl der katholiſchen Maria, aß ſich bekanntlich jedes Mal in engliſchem Schinken krank, wenn er herüberkam, um nachzuſehen, wie ſeine Schöne die engliſchen Ketzer bediente. Leider genas das Ungethüm allemal wieder in der orthodoxen Luft der ſpaniſchen Autodafés, ſonſt hätten die guten Yorkſhire⸗Schinken der Welt die Ausrüſtung und das Scheitern ſeiner Armada erſpart.
Jedermann weiß, daß hier in England gar kein Roggen⸗ brod gegeſſen wird; neuerdings iſt das Weißbrod noch glänzend verbeſſert worden durch das gelüftete Brod, ein Maſchinenbrod von außerordentlicher Zartheit und Weiße; nächſtdem iſt das hausbackne Hefenbrod, unterſchieden vom Bäckerbrod, das nicht mit Hefen gebacken wird, das beſte. Dennoch werden auf dem Continent eine Menge feiner Gebäcke hergeſtellt, die ſich hier durch⸗ aus nicht einbürgern wollen, nicht einmal die Zwiebacke und die Hörnchen.
Im Ganzen lebt der Engländer beſſer und mehr aus dem Vollen, als die continentalen Völker, aber in vielen Dingen iſt eine Ausgleichung der Unterſchiede das Richtige. So hat man ſogar neuerdings die Einführung des Schwarzbrodes in Anregung gebracht, bis jetzt freilich ohne Erfolg.
Bilder aus den deutſchen Alpen.
Nr. 2.
Die Flocken wirbelten, ich ſaß im Pelzmärtelcoſtum auf einem Bauernſchlitten und eilte von München aus den Bergen zu. „Welcher Unſinn!“ ſeufzte die alte Tante, als ich von dannen ging. Sie frug mich nicht lange: wohin? und wenn es der Leſer thut, bin ich bei Gott in Verlegenheit. Denn wer mitten im Januar und mitten im Schneegeſtöber auf einer Landſtraße fährt, dem vergeht alle Geographie. Die Landſchaft bekommt etwas ſo Utopiſches, etwas ſo Verflachtes und Verallgemeinertes, daß man glauben könnte, man ſei überall und nirgends. Alles Individuelle wird zugeſchneit, alle Eigenthümlichkeit ſteckt im Nebel. Wüßt ich es nicht, daß hinter Holzkirchen die Berge ſtehen, geſehen hätt ich ſie nimmermehr; und wären nicht die blauweißen Wesg zeiger ganz officiell im Graben geſtanden, ſo hätt' ich dies weite Blachfeld dem Czaarenreiche zugewieſen.— Wie geſagt, die Gegend hat etwas unbeſtreitbar Sibiriſches, und wer dort den Bauern be⸗ trachtet in ſeiner weißen Wolldecke, welcher eben„Guten Abend“ brummt, der glaubt auch an Eisbären.
Der Bauernſchlitten fuhr gen Tegernſee,— ich auch. Selten
nur ein flinker Einſpänner machte eine dankenswerthe Ausnahme. Aus dem Pelzmagazin in ſeinem Innern winkte eine Hand mit flüchtigem Gruße, und das iſt eine Hand, die viel Gutes thut. Es war der wohlbekannte hochverdiente Aesculap dieſes Thales.
Kirchfahrt auf oberbairiſchem Gebirgsſee.
Manchmal war der Kutſcher in Gedanken vertieft, aber das merkte ich immer erſt, wenn wir umgeworfen hatten. So alle Stunden kam es einmal vor, wie eine regelmäßige kühlende Mediein, und als ich bei„Guggemos“ abſteigen wollte, rollte ich direct zur Thür hinein.
Wohl mancher der freundlichen Leſer kennt das„Hotel zum Guggemos“ in Tegernſee aus eigener Anſchauung. Aber jetzt ſchaut es ſich anders an, als in den Sommertagen, wo die frem⸗ den Herren auf der Bank vor dem Hauſe mit den Beinen bau⸗ meln und ihren Bädeker ſtudiren, während die Dämchen drinnen durch Toilette glänzen. Jetzt ſieht man keinen Bädeker und keine Toiletten vor dem Haus und ich glaube— nicht einmal die grüne Bank.
Es war Abend geworden und ich trat ein in's Herren⸗ ſtübchen. Ueber dem blanken Tiſch hing die Petroleumlampe, die ſich ſo ſiegreich wie keine andere Entdeckung in unſeren conſervati⸗ ven Bergen verbreitet hat. Hier waren die„Herren“ verſammelt, und die Hunde der Herren krabbelten unter dem Tiſch herum und machten mir ihr Compliment. Da ſah ich den„Cäſarl“ wieder und den„Kuno“ und„Vanſen“, den mir zürnenden Dachshund. Die Gebieter aber, die wohlbekannten, ſchüttelten mir die Hand, und das war ein freudiger und freundlicher Willkomm für mich.
„Nun, was treiben Sie immer?“ hieß es auf beiden Seiten,


