meineif Rappen und Dir?“
„Wie geht es Euch,
ihnen an der Wiege re Wittwenpenſion verloren, ſie und ich habe meinen Graveur⸗ ange Strohgabel in die Hand königlichen Majeſtät
fügen, welche
Meine arme Mutter, die ih
iderin werden müſſen,
ſtichel fortwerfen müſſen, um dieſe l
zu nehmen und Piqueur im Leibſtall Seiner zu werden.
Gott beſſer's!“ „Darüber ſollteſt Du eigentlich nicht ſo bitter klagen,“ ant⸗ wwortete der Lieutenant zu dem Pferde
tretend und ſeinen glänzen⸗
den Hals klopfend,„ich kann Dir ſagen, daß mit der Luft da draußen verglichen eine außerordentlich behagliche Atmoſphäre in Seiner Majeſtät Leibſtall herrſcht, und wenn Dir Deine alte Lieb⸗ haberei für Pferde, Reiten und Fahren zu Deiner jetzigen beſcheide⸗ nen Stelle verholfen hat, ſo dank' Du Gott dafür; es giebt Leute, die mehr verloren haben, als ihre Gehülfenſtelle beim Hofgraveur und die Ausſicht, einmal ſelber ein ſchlecht bezahlter Hofkünſtler zu werden. Und übrigens da Du mir in melancholiſcher Stim⸗ mnung zu ſein ſcheinſt, will ich Dir noch einen Gruß bringen, der Dich heiterer ſtimmen wird Du weißt, von wem er kommt.“ Wilhelm warf einen fragenden Blick aus ſeinen großen blauen
Augen auf den Lieutenant. 8 3
„Wirklich?“ ſagte er.
Der Lieutenant nickte lächelnd. mer,“ fuhr er fort,„bis über die Blumen und Flittertand verſunken gefunden... ſie hatten Arbeit
vollauf mit Maskenanzügen für die Damen vom Hofe, Deine Eliſe ſtichelte ſich die Finger wund an einem Griechinnencoſtüm für Mademoiſelle de Boucheporn... ⸗ „Aha,“ ſagte Wilhelm lächelnd,„und im Auftrage der Mademoiſelle de Boucheporn haben der Herr Lieutenant auch wohl nur bei meiner Mutter vorgeſprochen, um dann im Schloſſe be⸗ richten zu können, wie weit die Arbeit gefördert iſt... „Da irrſt Du, Wilhelm, ich habe Deine Mutter beſucht, um nach der guten Frau, bei der ich fünf Jahre im Hauſe ge⸗ in dieſer Zeit wie einen Sohn ver⸗
wohnt habe und die mich pflegt hat, zu ſchauen. Und dieſem Umſtande verdankſt Du es ir Nach⸗
ganz allein, wenn ich Deine Eliſe geſehen habe und D richten von ihr bringen kann. Sie ſieht ein wenig blaß und an—
ſind. hat eine Schne
— t
t 1
„Ich habe die Frauenzim⸗ Ohren in Sammet, Seide,
gegriffen aus, Deine Eliſe; ich hoffe, Du haſt ihr keinen Kummer gemacht,“ ſetzte der Lieutenant ſcherzend hinzu..
„Ich? nein, ich bin's nicht,“ entgegnete Wilhelm mit einem
Seufzer.
„Du biſt's nicht? Das lautet, als ob's ein Anderer wäre, der ihr Kummer machte? Iſt's etwa die Sorge um ihren Vater? Der gute Seitz ſieht freilich ſchon lange wie ganz verändert und umgewechſelt aus ich glaube, es iſt im ganzen Lande Keiner, dem, was geſchehen iſt, ſo zu Herzen geht, wie dem alten Seitz. Er ſcheint ohne ſeinen gnädigen Kurfürſten nicht leben zu können, der Mann ſchleicht umher wie ein Geſpenſt, ſo ſtill und gebückt und in ſich verſunken.“
Wilhelm ſtützte das Kinn zu Boden blickend antwortete er:
„Was er eigentlich hat, weiß ich nicht, aber ſo viel iſt gewiß, daß Eliſe ſehr ſchwer mit ihm auskommt und daß er ihr auch
ſie müſſe ſich das Verhältniß zu mir ganz und
zornig erklärt hat, ſ gar aus dem Kopf ſchlagen, und ich ſolle mich nicht mehr in ſeiner 44
Wohnung betreten laſſen.
„In der That?“ fragte der Lieutenant überraſcht,„das hat der gute alte Herr doch wohl nur im Zorn geſagt.
„Im Zorn, ja, doch iſt es ſein bitterer Ernſt geweſen und was iſt am Ende auch daran Wunderbares? Als meine Mutter noch ihre Penſion als Predigerwittwe hatte und ich die Ausſicht auf eine kleine Hofanſtellung, da mochte ich dem Herrn
willkommen ſein als Schwiegerſohn. Seitdem iſt meine Mutter eine Schneiderin, eine Putzmacherin und ich bin Reitknecht geworden nichts als ein armer Reitknecht. Sie müſſen ge⸗ ſtehen, Herr Lieutenaut, daß das die Sachen andert,“ fügte Wil⸗ helm mit einem bittern Lächeln hinzu.
Der Lieutenant war ſtill geworden.
„Willſt Du, daß ich einmal mit dem Herrn
auf ſeine Hand und nachdenklich
Seitz
Seitz rede?“
1
Seite bläſt und dieſe Franzoſen..
„Wie es eben geht, dem Rappen beſſer als mir. heut'würde nichts helfen. zu Tage geht's den Thieren beſſer als din Menſchen; die Thiere ben uns doch treu, das weiß ich von ihr und ſie weiß es von bleiben, was ſie waren, die Menſchen aber müſſen ſich in Dinge mir, ein glühendes Eiſen brächte uns nicht auseinander. Und wahrhaftig nicht vorgeſungen. helfen wird uns nichts, als bis einmal der Wind von einer andern 44.
Stallbediente, welcher di
dem aufflammenden Zügen des
leinenen Stalljacke und der zünder gegangen war.
müſſen andere Zeiten ſie ſo raſch kon
ür's Erſte unnütz und
verſetzte Wilhelm,„das iſt f Eliſe und ich blei⸗
16 46 „Nein, ll 3 Es iſt unnütz, denn die
und räusperte ſich. Der aternen anzündete, war bis zu der ge⸗ neben ihnen hing, und zog ſie jetzt t darin zu entflammen.
Pſt!“ machte der Lieutenant 8 ommen, welche unmittelbar ief zu ſich herab, um den Doch
Als er ſie wieder in die Höhe Lichte empor ſah, nahm
„
der Lieutenant in den in welche der helle Schein fiel, einen Dieſer blonde, ſo ernſt und ende jugendliche Kopf paßte nicht zu der grau⸗ langen Strohgabel Wilhelm's. der Lieutenant, als der Laternenan- „auch ich denke, es können und es kommen jich glaube jedoch nicht, daß wie Viele ſagten, und ich fürchte, Du und darüber alt werden. Aber des⸗ der König beehrt mich
jungen Mannes, ief ſchmerzlichen Ausdruck wahr. aachdenklich ausſeh
„Du haſt Recht,“ ſagte
nmen, Ihr könntet Beide halb verliere den Muth nicht, Du weißt, mit ſeiner beſonderen Gunſt..
„Das thut er freilich,“ fiel Wilhelm ein,„ſonſt hätte er Ihnen den Nappen da nicht geſchenkt. 24
Unten im Stalle wurde in dieſem Augenblick ein lauter Stimmenwechſel hörbar, und die in dem langen Raume Anweſenden verſammelten ſich dort zu einer Gruppe, die immer dichter wurde.
Der Lieutenant ſchritt hinab, um zu ſehen, was der Grund des kleinen Auflaufes ſei.
Als er näher kam, ſah er inmitten der Gruppe einen großen, ſtattlichen Mann in Uniform, der alle Andern überragte und in großer Heftigkeit auf einen kleinen, in einen braunen Civilrock ge⸗ kleideten Herrn einredete und dabei im h ſchrie, als es nöthig war, um ſich dem dicht v Civiliſten verſtändlich zu machen.
„Aber ſo nehmen Sie doch Vernunft an, dieſer,„wenn ich Sie doch verſichere, daß wir gar Ihre zwei Pferde haben...
„So werfen Sie meinethal Platz zu ſchaffen,“ ſchrie der Oberſt,„ich ſ Pferd für mich und eins für meine Ordonnanz hier untergebracht und verſorgt ſehen will, und das ſchon morgen, mein Herr Moulard.“
„Ich werde die Befehle des Königs darüber einholen und befolgen, nicht die Ihrigen, mein Herr La Croix,“ ſchrie der Stall⸗ meiſter Moulard dagegen;„bis dahin müſſen Sie ſich gedulden, und wenn der Graf Boucheporn mich als Maitre de Logis ver⸗
Deine Eliſe,
or ihm ſtehenden
Herr Oberſt,“ rief keinen Platz für
ben zwei Dienſtklepper hinaus, um age Ihnen, daß ich ein
ſichert, daß Sie auch die Zimmer im Schloß nicht haben werden, welche Sie verlangen, ſo weiß ich überhaupt nicht, was Sie mit
re Pferde wollen!“ Boucheporn Sie verſichert? Alſo Graf Boucheporn iſt einmal wieder der, welcher hinter der Sache ſteckt? Jarnitonnerre! Graf Boucheporn wird nicht müde, mir Liebes⸗ dienſte zu beweiſen. Nun, wir werden doch ſehen, ob der König ein Maitre de Logis im Schloſſe zu befehlen hat. Graf hüten vor mir! Ah, Lieutenant Menſing— Sie ſind da?. Sie ſind ja ſo etwas wie Hausfreund bei Boucheporn und ſeiner hübſchen Tochter. Sie mögen gehen und es ihm ſagen— ich kümmere mich den Teufel drum!“
Der Lieutenant Menſing legte, als er ſich ſo unvermuthet von dem Oberſten angeredet ſah, ſalutirend die Hand an ſeine Dienſtmütze, der Stallmeiſter Moulard aber kehrte ihm den Rücken und ging davon; der Oberſt wandte ſich jetzt auch und ging fluchend und wetternd den langen Mittelgang hinab, um den Stall zu verlaſſen. 4
„Dieſe Franzo Wilhelm, als der Lieutenant w dann gerathen ſie gleich in einen Z man meint, ſie werden ſich wenigſtens den Hals brechen.
„Der Gensd'armerie⸗Oberſt La Croix beanſpruch nung für ſich im Schloſſe und Platz für zwei Pferde antwortete der Lieutenant,„und der Graf Boucheporn, glaube ſchon früher, in Paris mit ihm überworfen hat, ihm nicht einräumen.“
dem Platz für Ih „Das hat Graf
oder Boucheporn ſoll ſich
ſen haben immer Zank und Streit,“ ſagte jeder zu ihm getreten war,„und orn und in ein Toben, daß Was war’s?“ t eine Woh⸗
der ſich, ich will ſie
geſchoben und Wilhelm zu V 1
im Stalle,“
öchſten Zorn weit lauter


