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„Da man hier Betttuͤcher giebt, ſo iſt es nicht er⸗ laubt, ſich in Stiefeln niederzulegen, weil es die Wäſche zerreißt, und man die Beine ſeines Schlafgeſellen kratzt.“
„Sehr gut, mein Herr,“ entgegnete ich.
„Und ich ſtehe nur fuͤr das, was man mir auf⸗ zuheben giebt,“ ſagte der Mann noch im Fortgehn, ohne daß ich ungluͤcklicherweiſe mir dieſe Worte erklaͤrte.
Das Bett beſtand aus einem Strohſacke, auf drei 6 Zoll uͤber dem Fußboden durch kleine Vöcke erhöhten Bre⸗ tern. Eine durchloͤcherte Decke von Wolle und eine Bett⸗ tuch, von Schmutz und Koth geſchwaͤrzt, lag auf dem Strohſacke.
Die unbekleideten Waͤnde ſchwitzten von Feuchtigkeit. Der Boden war blos von geſchlagenem Lehm und ſalpetrig.
Ich warf einen Blick auf die andern Mitbewohner dieſes Gemachs. Faſt fuͤrchtete ich mich, als ich ſah, daß die Mehrzahl derſelben die Augen weit auf hatten. Da dieſe Leute ganz unbeweglich blieben, und mich ſtarr an⸗ ſahen, ohne ein Wott zu wechſeln, ſo verurſachten mir dies Schweigen, dieſe auf mich gehefteten Blicke eine ſeltſame Angſt. Der groͤßte Theil meiner Schlafgenoſſen ſchien mir verdächtige Geſichter zu haben. Es gab auch drei Frauen darunter, wovon zwei ziemlich jung, aber mit bleichen, ver⸗ ſtörten Geſichtern, von zuruͤckſtoßendem Ausdrucke.
Mein Herz ſtraͤubte ſich vor Ekel, aber zugleich fuhlte ich mich auch todtmuͤde. So legte ich denn mein kleines Packet, in welchem ſich das werthvolle Taſchenbuch befand,


