Teil eines Werkes 
5. Band (1847)
Entstehung
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entgegen zu treten. Auch war meine Neugier lebhaft durch die Art und Weiſe aufgeregt, wie Claude Gerard die wilden Grundſaͤtze des Kruppels aufgenommen hatte, mit denen ich ihn fluchtig unterhalten hatte, und deſſen Apoſtel ich ein we⸗ nig geworden war. Er erzuͤrnte ſich daruͤber nicht, begnuͤgte ſich blos mit einem ſchmerzlichen Laͤcheln. Ich ſuchte mir dieſe anſcheinende Toleranz dadurch zu erklaͤren, daß ich mir ſagte, Claude Gerards Eyiſtenz ſei ohnſtreitig ein Beweis mehr fur die Theorie des Kruͤppels, denn ob ich gleich meinen Beſchuͤtzer nur noch ſehr wenig kannte, ſo gaben mir doch ſeine Großmuth fuͤr mich ſo wie die Rechtlichkeit und das Evle ſeiner Geſinnungen deutlich die Güte und hohe Rich⸗ tung ſeines Characters kund, waͤhrend Alles, was ihn um⸗ gab, das Elend und die Entbehrung bezeugte, unter denen er litt. Von Ermuͤdung beſiegt, ſchlief ich endlich mitten un⸗ ter dieſen Betrachtungen ein, aber mit einem fluchtigen,

unruhigen Schlummer, denn nach ungefaͤhr zwei Stunden

erwachte ich von dem Geraͤuſche, das Claude Gerard machte, als er wieder in die Kammer kam, und doch hatte er die Aufmerkſamkeit gehabt, mit größter Vorſicht einzutreten.

Ich erhob mich ſogleich zum Sitzen. Die beiden Ruheſtunden hatten mein Blut ermuthigt und erfriſcht.

„Ich wollte Dich nicht wecken,“ ſagte Claude Gerard vedauernd zu mir, „aber da es einmal geſchehen, ſo ſuche wieder einzuſchlafen.“

„Vielen Dank, lieber Herr, aber ich habe fuͤr heut