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„Nun denn, lieber Herr. .. als ich dieſe Nacht den Shawl und die Geldſtuͤcke inmitten des Bluttämpels fand als mir, nachdem ich meine Gefährten gerufen hatte, nichts antwortete... da fuhlte ich ſehr großen Kum⸗ mer; es war als ob mich der Schmerz betaͤubte, aber jetzt jetzt iſt mein Gefuͤhl noch ſchmerzlicher.“
„Und das muß ſein, mein Kind, darauf mußt Du gefaßt ſein. Dieſer Schmerz wird noch groͤßer werden. . .. Nicht heute, nicht morgen nur wirſt Du aufs Tiefſte die Abweſenheit Deiner Gefaͤhrten empfinden. Die Veraͤnde⸗ rung des Daſeins, Deine neuen Beſchaͤftigungen werden Dich anfangs zerſtreuen, aber in einiger Zeit, und beſon⸗ ders an Tagen der Traurigkeit, der Entmuthigung wirſt Du bitterlich Deine Freunde vermiſſen. Freundſchaften, die wie die Deine in der Kindheit, mitten im Ungluͤck, und unter gemeinſchaftlich erduldeten Gefahren entſtanden ſind, ſchlagen unzerſtörbare Wunden in den Herzen, bilden in dem Geiſte unauslöſchliche Erinnerungen. Nach zehn, nach zwanzig Jahren, mein Kind, wirſt Du vielleicht dieſen Ge⸗ faͤhrten Deiner Kinderjahre wieder begegnen, und Deine Zuneigung fuͤr ſie wird eben ſo lebendig ſein als jetzt.“
Ich ſah Claude Gerard unruhig an, und er fuhr fort:
„Mit einem Andern, als Du, wuͤrde ich anders ſpre⸗ chen, aber nach der Kunde Deiner fruͤhſten Jahre, nach der Kenntniß, die ich jetzt von Deinem Character erlangt zu haben glaube, bin ich uͤberzeugt, daß Du genug Muth, guten Willen und Einſicht haſt, um die Wahrheit ohne


