Teil eines Werkes 
5. Band (1847)
Entstehung
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teſt Du nur noch einige Zeit in dieſem Vagabundiren zu⸗ gebracht, ſo wuͤrde Deine Heilung, wenn nicht unmöglich, doch ſehr ſchwer geworden ſein... Was Dich aufrecht ge⸗ halten, was Dich halb gerettet hat, ſiehſt Du, das war die Freundſchaft, war die hingebende, innige Zuneigung, die Du fuͤr Deine Freunde hatteſt, und ſie fuͤr Dich. Es ge⸗ nuͤgte die Anweſenheit eines einzigen guten und edlen Ge⸗ fuhls in ihren Herzen und in dem Deinen, um Eure Seele vor vollkommnem Verderben zu bewahren.... Ja, weil Ihr geliebt habt, ſeid Ihr beſſer als ſo viele Andere an Eurer Stelle geblieben!. O, geſegnet ſei die Liebe,“ rief Claude Gerard mit unausſprechlichem Ausdrucke: „ſie kann den Menſchen retten, wie die ganze Menſchheit.“

Ich weiß nicht, weßhalb mich dieſe Worte ſchmerzlicher als ich noch je empfunden, an den Verluſt meiner Gefaͤhr⸗ ten erinnerten, aber ich zerfloß in Thränen.

„Was iſt Dir denn?“ fragte er guͤtig.

„Nichts lieber Herr,“ ſagte ich, und ſuchte meine Thraͤnen zuruͤckzuhalten, da ich fürchtete, ihn durch meinen Schmerz zu kränken.

„Sieh, liebes Kind,“ ſagte Claude Gerard mit jener eindringenden und ſanften Stimme zu mir, deren Ein⸗ fluſſe ich nicht widerſtehen konnte, „ſieh! gewöhne Dich, mir Alles zu ſagen. .. Haſt Du unrecht gedacht. haſt Du unrecht gehandelt ſo werde ich Dich nicht tadeln .

aber ich werde Dir das Unrecht zeigen und die Urſache des Unrechts.“ Martin. 1V. 12