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Ich beobachtete Claude Gerard nicht. . ich ſpionirte auf ihn mit einer gewiſſen Bitterkeit. Er ſollte nunmehr, ſo zu ſagen, mein Herr werden, und waͤhrend er ſich allein glaubte, wollte ich ſuchen, in ſeinen Geſichtszuͤgen zu ergruͤnden, ob er anders denke, als er ſich mir gezeigt hatte.
Er ſaß an einem kleinen Tiſche, auf den er ſich mit dem Ellbogen ſtuͤtzte, und hatte die Stirn in die linke Hand gelegt, waͤhrend er mit der rechten langſam ſchrieb.
Nach einigen Augenblicken ſchien die Feder ſeinen Fin⸗ gern zu entſinken. Dann warf er den Kopf zuruͤck, und blieb ſo unbeweglich, beide Haͤnde geballt und heftig an die Schlaͤfe gedruͤckt. Zu meiner großen Verwunderung ſah ich ſein Geſicht von Thraͤnen uͤberſtrömt. Er wendete mit herzzerreißendem Ausdrucke die Augen zum Himmel.
Nicht lange jedoch, ſo trocknete er mit der umgekehrten Hand die Thraͤnen, ſtand auf, und ging eilig auf und ab.
Ich folgte unruhig und neugierig ſeinen Bewegungen. Rachdem er ſo in ſeinem Zimmer umhergegangen war, naͤ⸗ herte er ſich dem offnen Fenſter, und ſagte nach einem von einigen tiefen Seufzern unterbrochenen Schweigen:
„Ja, ja das arme Kind wird nicht wiederkommen es iſt verloren . . . ich hatte mich betrogen!“
Und damit ſchloß er das kleine Fenſter.
Mein Mißtrauen, meine finſtern Nebengedanken ver⸗ ſchwanden noch einmal vor der ſanften und ſtrengen An⸗ ziehungskraft, die Claude Gerard uͤber mich uͤbte. Um mein


