— 169 —
unſre beiden Gefangenen, den Vicomte Scipio und Regine, freiließen.
Durch das Beiſpiel der vorzeitigen Liebſchaft zwiſchen Bamboche und Basquine fortgeriſſen, das ohnſtreitig in mir eine allzufruͤhe Senſibilitaͤt erweckt hatte, hatte ich mich ſogleich leidenſchaftlich in Regine verliebt, und war es geblieben, da mir die Erinnernng an ſie immer vorſchwebte.
Meine Freunde hatten ſich anfangs uͤber mich luſtig gemacht, nachher aber meine Liebe ſehr ernſt genommen. Oft hatten mitten in unſten dem Zufalle uͤberlaſſenen Wanderungen unſre Unterredungen nur dieſen Gegenſtand. Was die Mittel betraf, mich Reginen zu naͤhern, und, wenn ich groß geworden, ihre Liebe zu erwerben, Mittel, welche tauſendmal unter uns beſprochen wurden, ſo muß ich Verzicht darauf leiſten, ihre Ausſchweifungen oder ſelbſt Rohheiten mitzutheilen.
Ein einziges nur war etwas weniger unſinnig, etwas weniger derb als die andern. Wenn wir das gehörige Alter erreicht, ſollten wir, Bamboche und ich, uns als Soldaten anwerben laſſen, Basquine aber als Marketenderin. (Wir konnten uns nicht gegenſeitig verlaſſen, und unſern Geden⸗ ken nach gab es keine Soldaten ohne Krieg.) Durch mei⸗ nen Muth wurde ich ſo etwas wie Hauptmann oder Gene⸗ ral, dann heirathete oder entfuͤhrte ich Reginen, aber dies⸗ mal von Rechtswegen.
So albern dieſer kindiſche Roman auch war, ſo war ich doch dahin gelangt, ihn mit unbeſtimmter Hoffnung zu


