„Und ſeit langer Zeit ſchweift Ihr vielleicht ſo umher und bettelt auf den Straßen?“
„Ja, mein Herr .. ſeit mehren Monaten.“
„Du ſchienſt mir eben jetzt die Hoffnung zu hegen, Deine Gefährten wiederzufinden, wenn ich Dich frei ließe .. Ohnſtreitig habt Ihr ein Stelldichein verabredet?“
„Das habe ich nicht geſagt.“
„Nein, es iſt aber faſt gewiß .. . Deine Gefährten, die ich nicht erwiſchen konnte, warten ohne Zweifel auf Dich irgendwo ums Dorf her?“
„Ich ſchwöre Ihnen zu, nein, mein Herr!“ rief ich aus durch Claude Gerards Forſcherblick erſchreckt. „Und uͤbri⸗ gens wuͤrde ich, wenn ich wuͤßte, wo ſie waͤren mich lieber umbringen, als zwingen laſſen, ſie zu verrathen.“
Dann ſetzte ich verſtohlen und gewaltig ſtolz darauf, nun auch meinerſeits meine Scharfſichtigkeit zu zeigen, hinzu:
„Alles das ſagen Sie nur, um meine Kameraden ver⸗ haften zu laſſen und Ihr Geld wiederzuhaben .. Sie wol⸗ len mich verlocken.“
Claude Gerard lächelte traurig.
„Ein ſolcher heimlicher Gedanke, wo ich mich gegen Dich ſo nachſichtig zeige . das iſt bös! ... Aber, du mein Himmel, wie koͤnnte es anders ſein, bei dem Leben, das Du gefuͤhrt haſt! .. Ich beklage Dich: geh armes Kind . ich bin Dir deshalb nicht böſe.“
„Wenn ich dieſe Art von Leben gefuͤhrt habe . ſo


