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Als mein Schweigen länger dauerke, begann der Lehrer wieder:
„Wer ſind Deine Eltern? Wie haben ſie Dich noch ſo jung Dir ſelbſt uͤberlaſſen können?“
„Ich habe keine Eltern.“
„Du haſt keine Eltern?“
„Nein, ich bin ein Findling.“
„Al! jetzt begreife ich's,“ rief Claude Gerard mit einem Seufzer des Mitgefuͤhls. „Das iſt ja .. . zuerſt verlaſſen .. dann laſterhaftes Beiſpiel ... dann das Laſter ſelbſt! Armes ungluͤckliches Geſchöpf .. . ich habe keine Kraft mehr, Dich anzuklagen!“
Das ſchwermuͤthige Geſicht des Schulmeiſters druckte jetzt ein ſo zärtliches Mitleid aus, daß ich davon tief ge⸗ ruͤhrt ward.
Nach einigen Augenblicken der Ueberlegung ſctzte Claude Gerard hinzu:
„In Deinem Alter .. . iſt die Ruͤckkehr zum Guten faſt noch immer möglich .. alſo . . . ſei offen ... geſtehe mir Alles .. und vielleicht ..
„Ich habe nichts zu geſtehen,“ erwiderte ich keck; „ich will Niemand denunciren, laſſen Sie mich in's Gefängniß werfen, wenn Sie wollen.“
Statt durch dieſe Antwort erbittert zu werden, begann Claude Gerard wieder achſ lzuckend und ſagte:
„In's Gefängniß? . als ich Dich uͤberraſchte, als ich ſah, daß man man mich beſtohlen hatte .. . hätte ich Dich


