——,—————
Nun wurde das was noch von geronnener Milch und Buchwaizen in der Terrine geblieben war, vom kleinen Kuh⸗ hirten außerhalb des Stalles auf einen Trog geſetzt und mit einem Eimer bedeckt. Dies war das Abendeſſen der Bruydre, deren verſpaͤtigtes Erſcheinen die Leute der Pach⸗ tung etwas wunderte, aber nicht beunruhigte. Wie konnte
das auch bei einem beherten Geſchoͤpfe anders ſein?
Nachdem nun die zerfallnen Thore des Stalles ge⸗ ſchloſſen worden, legten ſich die beiden Knechte, die Magd und der kleine Kuhhirt unter einander, angekleidet wie ſie waren, auf dieſelbe Streu und draͤngten ſich der Waͤrme wegen dicht aneinander, der da ſich mit einem Fetzen der Decke, jener mit einem ſchlechten Kittel bedeckend, denn Betten, Betttuͤcher und Decken ſind den landbauenden Racen im Allgemeinen unbekannte Dinge.
Was die unanſtändigen Vorgaͤnge nun betrifft, welche dieſe langen Winternächte oft bedecken, welche ſo in einer ein⸗ ſamen Pachtwohnung zugebracht wurden, oder die heißen Som⸗ mernächte, wenn zur Zeit der Ernte die Scheunen voll Schnitter und Schnitterinnen ſind, wo Frauen, Maͤnner, Mädchen und Kinder unter einander auf dem Strohe lie⸗ gen, wie ſollte man ſich daruͤber wundern — oder vielmehr, was haͤtte man fuͤr ein Recht dazu?
So giebt es eine Menge Geſchöpfe, ohne größre Sorg⸗ falt und Pflege auferzogen als die Thiere des Feldes, ohne Unterſchied des Alters und Geſchlechtes unter einander ge⸗ pfercht wie die Thiere, wenn ſie von der Arbeit oder Weide


