Teil eines Werkes 
1. Band (1847)
Entstehung
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Bei dieſen Worten bebte trotz ſeiner unverwuͤſtlichen Zuverſicht Scipio doch zuſammen, das Blut ſtieg ihm ins Geſicht, fur einen Augenblick faͤrbte ſich das bleiche; aber nur Raphaele, die ihn mit ihren Blicken nicht verließ, bemerkte die voruͤbergehende Erregung, deren er nicht hatte Herr werden koͤnnen.

Als die Landleute vernahmen, daß Schlachtopfer und Verbrecherin die Bruydre ſei, ein ganz junges Mädchen von 16 Jahren, der man einen gewiſſen uͤbernatuͤrlichen Einfluß zuſchrieb, und deren eigenthuͤmliche Schönheit wie reizende Seltſamkeit in dieſer armen, abergläubigen und unwiſ⸗ ſenden Gegend zum Sprichworte geworden waren, fuͤhlten ſie ihren Zorn und Unwillen gegen den Vicomte ſich noch ſteigern.

Beaucadet wurde es aber zu ſpät gewahr, daß er Scipio's Lage noch verſchlimmert habe. Das erſt nur dumpfe Gemurmel brach plötzlich in Klagen und Verwuͤn⸗ ſchungen aus.

„Bruytre! die arme Kleine!“

„Der gute Genius unſeres Landes!“

„Und ſo ſanft! . ſo gut!“

„Es iſt eine abſcheuliche Bosheit, ſie verfuͤhrt zu haben!“

„Ja die Vornehmen die erlauben ſich Alles gegen die armen Leute!“

„Und die ſollte ihr Kind umgebracht haben?“

„Sie? nein, nie, nie!“

Martin. I. 9