Teil eines Werkes 
11. Theil, Der Salamander : ein Roman aus dem Seeleben : 1. Bändchen (1838) La Salamandre
Entstehung
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welche dieſe jugendliche Stirn bald erleuchteten, bald verdunkelten? War es nicht vielmehr die jung⸗ fraͤuliche Seele, deren Gefuͤhle ſich hier malten, bald finſter, bald heiter, bald gluͤcklich, bald leidend?

Denn wer lernte je das Herz eines Maͤdchens kennen, den tauſendmal tieferen Abgrund als das Herz eines Weibes? Zwiſchen Beiden beſteht der Unterſchied, wie zwiſchen dem Ideale und der Wirklichkeit. Bei einer Frau iſt die Zukunft ſicher, beſtimmt, begraͤnzt; bei einem jungen Maͤd⸗ chen iſt Alles verſchleiert, Unſicherheit, Hoffnung und Schrecken, Freude und Kummer. Ihre Seele gleicht einer Aeolsharfe, deren Saiten von dem leiſeſten Hauche bewegt werden; ihre Harmonie iſt unvollſtaͤndig, folgelos, verwirrt, und dennoch regt ſie zum Entzuͤcken oder zur Trauer an.

vAch le ſeufzte Alice, wie gern wollte ich nicht denken! Blume, Baum oder Vogel ſein; mich in die Luͤfte ſchwingen oder am ufer eines Baches bluͤhen. Ja, eine Blume moͤcht' ich ſein, eine Blume, welche bluͤht und welkt, ohne die Mutter zu betrauern.«

vUnd doch, wie einſam muß eine Blume ſein! Und wenn die Sonne untergeht, welch' eine Trauer fuͤr ſie! Dort, an dem Ballkleid, welches ich geſtern trug, ſind Blumen! Sieht man die Wieſen⸗ bluͤmchen mit ihren gruͤnen Blaͤttern, mit ihren Salamander. J. 7