—
Hals und verhuͤllten ſo ihr Geſicht; denn man ſah von demſelben nichts, als das roſige Kinn mit dem Gruͤbchen und der zarten Haut.
Wie ſich kraͤftig aufruttelnd, hob ſie ſich em⸗ por, ſeufzte tief und ſtreckte die Arme aus; dann ſah ſie nach einer goldenen Uhr, welche uͤber ihrem Lager neben einem Kreuze von Elfenbein, beſchat⸗ tet von einem Zweige geweihten Buchsbaumes, hing.
vErſt zwei Uhr,« rief ſie aus, vzwei Uhr? — Ach, welche Nacht! welche Nacht! Nie hat mir die Zeit ſo lang geſchienen. Ich weiß nicht, mir iſt ſo heiß,— ich erſticke;— mag ich auch noch ſo tief Athem holen, es fehlt mir dennoch die Luft; und meine Haͤnde brennen. Mein Gott! mein Gott! was iſt mir denn 24
Und ſchnell druckte ſie ſich in die Kiſſen, kreuzte die Arme und ließ den Kopf ſinken.
Und bei dem unſichern Scheine der flackern⸗ den Lampe erſchienen nun ihre Zuͤge unbe⸗ ſtimmt und wechſelvoll; bald war ihr Geſicht hell beleuchtet, bald in Dunkel gehuͤllt; man haͤtte ſagen koͤnner, das Wechſelnde oder die wechſelnde Beleuchtung verliehe dem reizenden Geſichte bald den Ausdruck ſanften Ernſtes, bald den tiefes Schmerzes.
Aber waren es auch die Schatten des Lichtes,
.
. 8


