Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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ihm zu. Er oͤffnete das erſte Zimmer. Niemand trat ihm entgegen. Er ging weiter in das Neben⸗ zimmer, da wer beſchreibt ſein Erſtaunen! Wohl⸗ geruͤche wehten ihn an und betäubten ſeine Sinne; ein verrätheriſches Halbdunkel umhuͤllte, wie mit einem Roſenſchleier, alle Gegenſtände des Zimmers, und ließ dieſelben mehr errathen, wirkte aber auch darum um ſo erhitzender auf die Sinne. Die wol⸗ luͤſtigſten Gemaͤlde zierten das Gemach und ſein irren⸗ des Auge fiel von der ſchlummernden Lady auf eine große herrliche Scene an der Wand, die das urtheil des Paris darſtellte, dem Kenner werth und theuer, dem Wolluͤſtling nur ein Mittel, die abgeſtumpften Sinne zu reizen. Noch einen Schritt naͤher, und vor ſeinen Augen matt und begehrlich lag, auf ein roſenfarbnes Lager hingegoſſen, Lady Fanny. Kaum waren die ſchoͤnſten uͤppigſten Formen von einer leich⸗ ten ſeidenen Decke nur etwas verhuͤllt. Der Hals war etwas zuruͤckgebogen und der kleine Venuskopf in die Fuͤlle der ſchwarzen Locken vergraben, daß nur das reizende Geſicht daraus hervorſah; der ala⸗ baſterne Buſen quoll unter der ſeidenen Decke her⸗ vor, als trotze er, ſeines Siegs gewiß, jedes Zwan⸗ ges; das nette, ſchoͤn geformte Knie war von der Huͤlle entbloͤßt, und feſſelte die geizigen Blicke, einen neuen Gegenſtand der Reizung zu ſuchen. Die gan⸗ ze Geſtalt des Madchens ſchien ſich in holden Zauber und Liebreiz aufloͤſen zu wollen. Wie angewurzelt ſtand der leicht erregbare Juͤngling und wollte mit