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auf dem Sopha eines kleinen Nebenzimmers allein ſah. Ihr Buſen hob ſich leidenſchaftlich; ihre Pulſe ſchlugen hoͤrbar, ihr Mund bebte, ſie konnte nicht ſprechen, ſondern druͤckte mit der Stärke leidenſchaft⸗ licher Glut Eduard an die heiße Bruſt. Er bebte innerlich vor ihr zuruͤck und erinnerte ſie ſchnell an den Ort ihres Aufenthaltes. Immer kalt jede ihrer Bewegungen beobachtend, harrte er nur des Augen⸗ blicks, wo ſie ihr geheimnißvolles Schweigen brechen wuͤrde. Aber ſie ſuchte einen andern Augenblick, den, wo ſie den Juͤngling uͤberraſchen koͤnne, wo ſeine Sinnlichkeit ihn endlich einmal hinreißen wuͤrde. Die gefaͤhrliche Stunde ſchlug. Der Sturm drohte uͤber Eduard's Haupt, doch ſein guter Genius wachte und ließ ihn nicht untergehen.
Abend war's, und die Glut des Tages hatte ſich in eine kuhlende Daͤmmerung verloren, die den ermatteten Gliedern ſo wohl thut, aber auch zugleich dem Koͤrper leicht einen wolluͤſtigen Reiz gibt, da erhielt Eduard einen Zettel von der Wilmeſon, wor⸗ in ſie ihn bat, ſich bald in ihrem Gartenhauſe ein⸗ zufinden. Er ahnete nichts Arges darin und hatte ſich ſeit geraumer Zeit daran gewoͤhnt, gegen die Lady den gefaͤlligen entgegen kommenden Freund zu ſpie⸗ len; auch war er aͤhnlichen Einladungen oft ſchon unbefangen gefolgt. Heute war er uͤberaus ſchwer⸗ muͤthig, und dieſe Stimmung wirkte, ſeiner ſelbſt unbewußt, mit ſanfter Zaubergewalt auf ſeine Nerven. Er trat in das Gartenhaus; Blumenduͤfte wallten


