120
Da ihre Hilfe nicht mehr nothig, eilten ſie Beide zuruͤck und plauderten im traulichen Geſpräche den Morgen herbei.
Eduard war einer von den Menſchen, die leicht und tief ergriffen und oft im leidenſchaftlichſten Ge⸗ fuͤhl bis zur tobenden Wildheit hingeriſſen werden, und dieſes Gefuͤhl meiſt in einer feurigen Poeſie aus⸗ ſtroͤmen. Wie grell und wild auch ſeine Philoſophie war, die er Tags vorher im Wechſelgeſpraͤche gegen ſeinen Freund aͤußerte, ſein edles, moraliſches Ge⸗ fuͤhl riß ihn faſt ſtuͤrmiſch zur Tugend und zur That hin.
„Freund, rief Wilhelm, ich bin beſorgt um Dich; nicht daß Du hätteſt verbrennen koͤnnen, dazu biſt Du zu gewandt und kraͤftig; aber ich ſehe nicht den Ausgang, wohin die Richtung Deines Tempera⸗ ments Dich fuͤhren kann. Ich war mit dem beßten Willen nach der Brandſtätte geeilt, konnte aber we⸗ nig oder nichts helfen, ſo verſunken war ich im An⸗ ſchaun Deines Schaffens. Es war mehr als menſch⸗ liche Anſtrengung, was Dich in dem Haufen ſo kuͤhn die ſchwerſten Arbeiten vollbringen ließ. Wo der Tod mit jähem Rachen Dir entgegengrinſ'te, da ſtandſt Du mit dem Feuerhaken und riſſeſt die Bal⸗ ken herab, daß die Splitter weit uͤber Dich hin in die Erde drangen. Dieſes lebensverachtende Toben, Dein ſtuͤrmiſch⸗ bewegtes Gemuͤth— Bruder, Bru⸗ der, wenn Du Niemand mehr hätteſt, was Du Dein nennen konnteſt!— bin ich Dir iſt Deine
Schwe⸗


