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ſing die Sturmglocke an um Huͤlfe zu rufen. Schnell ſprang Eduard von ſeinem Lager auf, weckte ſeinen Freund, der ſich in die Höhe dehnte und verwun⸗ dert fragte. Das Geſchrei verkuͤndete ihnen die Noth des Städtchens.
Eduard war ſchnell angezogen; denn wie in ſei⸗ nem Gefuͤhle raſch, war er es auch in der That, und er eilte nach dem Orte hin, wo die Gefahr ſich zeigte. Nicht weit vom Gaſthofe war das Feuer ausgebrochen und praſſelnd ſchlug die Flamme aus den untern Zimmern eines Hauſes nach oben hin. Er drang hinein, da jammerte eine halbnackte Mut⸗ ter nach ihrem einzigen Kinde und wies haͤnderingend nach einer von den Flammen ſchon ergriffenen Trep⸗ pe. Mit Blitzesſchnelle ſtuͤrzte ſich Eduard durch die Flamme und erreichte gluͤcklich das erſte Stock. Un⸗ bekannt mit der Eintheilung des Hauſes rann er hin und her, ohne eine Spur von dem Kleinen zu ent⸗ decken. Immer naͤher drang die Gefahr herbei und die Glut zerſprengte ſchon die Fenſter; Eduard eilte eine Treppe hoͤher, da fand er in einer Kammer ru⸗ hig ſchlummernd, und nicht ahnend die nahe Gefahr, das junge Geſchoͤpf auf ſeinem Lager. Raſch es emporhebend, wickelte er das zu rettende Kind in ſeinen Mantel feſt und dicht ein, umwand ſeinen rechten Arm und ſchlug den Mantel uͤber das Ge⸗ ſicht— ſo drang er die Treppe hinab. Doch wehe,
die Glut ſchlug ihm in das Geſicht und die Flamme
drohte den hochherzigen Juͤngling zu erſticken. Er
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