Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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nackt in dem großen Schauſpiel auftraten, wieder bettelarm aus demſelben hinaus. Laß die Menſchen ſich beneiden und beelenden; es iſt ihr eigener Scha⸗ de, wenn ſie in dem Kothe dieſer Erde umherkrie⸗ chen und nie aufblicken, was uͤber ihnen waltet und ſchaltet; ſie gehen im Kothe unter, ohne das Beſſre ihres Lebens erkannt zu haben. Mit welchen Anla⸗ gen und Kraͤften wird der Menſch nicht geboren, wie regt und bewegt ſich's nicht in dem jungen Ge⸗ muͤthe, wozu ließ der biegſame Sproßling ſich nicht biegen und bilden; doch der ungedeihliche Boden läßt ihn zum Knorren wachſen und in dem Knorr die beßten Kraͤfte untergehen.

So verkurzweilten ſich beide Freunde ihre geit, bis die Nacht ihre ermuͤdeten Glieder zu Ruhe trieb. Allmälich verſcholl das Geräuſche des Hauſes, nach und nach klappte noch eine Thuͤre nach der andern im Hauſe, tonte noch eine Stimme nach der andern aus den untern Zimmern des großen Gebäudes nach den obern hin; endlich war es Grabesſtille und dichte Finſterniß in dem Schlafzimmer beider Freunde. Wilhelm ſchlief ſanft und ruhig, nur Eduard wach⸗ te, noch zu bewegt von den Bildern des Tages, die ſich ſeinem Gemuͤthe aufdrangen. unruhig wälzte er ſich bald auf die eine, bald auf die andere Seite; plotzlich drang eine bruͤllende Stimme: Feuer! Feuer! in ſeine Ohren. Er horchte, aus dem Wechſel ſeiner Empfindungen aufgeſchreckt, ſcharf empor, da verdoppelte ſich das Geſchrei und ſchon